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Projekte zu diesen beiden Stadtteilen im Westen Kiels bitte ab sofort hier hinein.

Prägnant wirkt Mettenhof auch in mehreren km Entfernung dank seiner Hochhaus-Skyline:

(Timsen 2011)

Neben einer Reihe 15-Geschosser ragt der "Weisse Riese" (ca. 84m) heraus:


Beide Fotos: Kame.

Hasseldieksdamm:
Wird das neue Stadion auf den Kilia-Sportanlagen (für Kilia Kiel wie den Football-Erstligisten Kiel Baltic Hurricanes) konkreter, gehört sowas natürlich in nen Extra-Thread!
Hier Ansichten vom jetzigen -historischen!- Kiliaplatz mit der 80 Jahre alten -inzwischen sanierten!- Holztribüne:



(all pics Timsen ´11/´12)

Extra-Thread auch für Möbel-Kraft?? (Edit: Inzwischen eingerichtet, HIER!.)
 

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So, ich leite den Thread mal ein.



Mit Mettenhof ist in den 60er Jahren ein neuer Kieler Stadtteil auf dem Reißbrett enstanden. Selbst in den 60ern herrschte in Kiel noch krasse Wohnungsnot, nicht nur durch die Zerstörungen im Krieg, sondern auch durch den Zuzug von Vertriebenen. Hinzu kam, dass nach dem Krieg der Wiederaufbau Raum für eine - lange gewünschte - Auflockerung der Innenstadt ließ. Als im September 1966 die ersten Einwohner einzogen - gut vier Jahre nach Grundsteinlegung - kamen nicht wenige aus Notbaracken oder völlig überfüllten Mietskasernen.

Der Name ist Stadtteils geht auf den gleichnamigen Meierhof zurück, der anfangs zu Gut Quarnbek gehörte. In den 30er Jahren wurde bereits Land an die Stadt Kiel verkauft; an den Straßen Emkendorfer-, Mettenhofer und Königsberger Weg enstanden dann Siedlungen, die heute als Alt-Mettenhof bekannt sind. 1960 kaufte dann die Neue Heimat das restliche Land für ihren neuen Stadteil.

Die Planungen sahe eine "moderen" Stadt ganz im Zeitgeist der 60er vor: Massive Hochhausbebauung und eine richtige AUTOBAHN von Nord nach Süd quer durch Mettenhof. Autogerecht bis zum geht nicht mehr. Die ursprünglichen Planungen sahen insgesamt 40.000 Wohnungen vor.

Heute hat Mettenhof - wie wohl die meisten Reißbrettvororte - ein ausgesprochen schlechtes Image.









Bereits in den 70er Jahren hatte Mettenhof ein schlechtes Image, dabei waren die ursprünglichen Pläne noch nicht ganz vollzogen. Besonders gegen die Autobahn gab es erheblichen Widerstand. 1977 verzichtete die Stadt Kiel mit ihren Generalverkehrsplan '77 auf diese Maßnahme. In den nächsten Jahren wurden auf der freiwerdenden Fläche Wiesen, Spielplätze und Kleingärten angelegt. Seit 2002 wurde die Fläche umfangreich zum Park umgestaltet.







Das Wahrzeichen Mettenhofs sollte der sogenannte Weiße Riese werden. Und das ist er auch geworden, im Guten wie im Schlechten. Kiels höchstes Wohngebäude. Auf der Karte: B



Zu seinen Füßen liegt das (triste) Nahversorgungszentrum Mettenhofs. Auch wenn es nicht sonderlich attraktiv aussieht, wurde in den letzten Jahren doch einiges an Reparaturmaßnahmen getroffen. Es gibt heute weniger Angsträume und der Platz ist in manchen Tagen - trotz offensichtlich mangelnder Attraktivität - sehr belebt.




Auf der anderen Seite des Skandinaviendammes: die ökumenische Kirche.



Ebenfalls Anfang der 70er wurde man sich bewusst, dass man zu groß geplant hatte. Entgegen der Prognosen wuchs Kiel nicht, sondern schrumpfte leicht. Hinzu kam der schlechte Ruf: langweilige Hochhausbebauung, erste Kriminalitätsprobleme..

Es wurden daher neue Planungen aufgelegt, nördlich des Skandinaviendammes entstand das Neubaugebiet Heidenberg mit bezahlbaren Grundstücken und individuellen Einfamilienhäusern. Manchmal auch sehr eigenwillige Exemplare. Auf der Karte: D






Dann die öden 80er.



In den 90er Jahren gab es ebenfalls Neubauten.



Aber auch im bisherigen Baugebiet setzte man eher auf kleinteiligere Bebauung.



Alt-Mettenhof ist erhalten geblieben.



Auf Privatinitiative ist es zurückzuführen, dass die drei alten Höfe, die ursprünglich zum Abriss vorgesehen waren, ebenfalls erhalten geblieben sind. Einer der Höfe wird bewohnte, der andere wird von der Arbeiterwohlfahrt als Jugendbauernhof zur Jugendarbeit genutzt. Hof Akkerbom gehört der Stadt Kiel und wird als Kulturzentrum genutzt:




Alle drei befinden sich direkt im Stadtgebiet.
 

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In den letzten Jahren kam dann das lange gewünschte Bürgerhaus dazu.



Es gibt nicht nur Ideen zur Umgestalten des MEZ (der Nahversorgungsraum unter dem Weißen Riesen), sondern auch zur Erweiterung. Auf der folgenden Brache stand bis vor einige Jahren eine Parkpalette. Im Vordergrund ist eine Skateranlage zu sehen. Bis dorthin will ein Investor eine südliche Erweiterung des Mettenhofer Einkaufszentrums schaffen. Der Investor beabsichtigt in Abstimmung mit der Stadt, in der zweiten Ebene ein Sozial- und Bürgerzentrum zu schaffen.

Zwischenzeitlich (vor ein paar Monaten) gab es einen Investorenwechsel, mal sehen was draus wird, kann Mettenhof nur gut tun.



Im Rahmen des Bundesprogramm "Soziale Stadt" wurde am Heidenberger Teich, einer kleinen Parkanlage, viel getan. Im angrenzenden Bildungszentrum Mettenhof (BZM) ist eine Schulhofumgestaltung geplant/umgesetzt (vorbeigefahren..).



Von überall zu sehen: der weiße Riese.



Der Freizeit- und Bewegungspark ist wohl beliebt und wird gut angenommen.



Der Park war noch bis vor gut einem Jahr zwar schön, hatte aber seine Ecken und Kanten: Schlecht zugänglich, verwinkelte und viele "inoffizielle" Wege. Weiterhin: schlechter Zustand der Wege und viele Angsträume. Heute ist der Park wesentlich offener und sehr gelungen (wie ich finde).



Der Weg rund um den See heißt "Das blaue Band", wahrscheinlich eine Anspielung an das blaue Pflaster. (Es ist blau; jaja, das Gegenlicht und ich einfacher Knipser).



Aussichtspunkt nach Südwesten.



Zuwegung von Süden, Sportplätze zur Linken.



Der neue angelegt und noch im Bau befindliche Steg. Sehr hübsch.



Die neue Mensa der Schule am Heidenberger Teich (südlich der Parkanlagen).



Ich war das letzte Mal vor einem Jahr da. WIRKLICH toll geworden im Vergleich zu früher.



Im Norden grenzt übrigens das Naherholungsgebiet Domänental an Mettenhof. Bei dem ersten Bild habe ich geschummelt, ist aus dem Frühsommer.



Wobei das hier schon fast Kronshagen sein müsste.

 

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Wie kann man da wohnen. Ehrlich, mit solchen Menschen möchte man doch nichts zu tun. Fern aller Sensibilität oder Streben nach Schönheit.
 

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Discussion Starter #7
Na, dann könnt man ja den dafür schon angedachten Extra-Thread eröffnen...wenn Tom Kyle auch nix dagegen hat...? ;) Baukosten, Visualisierung u.v.m. fehlen allerdings noch, also von mir aus warten wir auch noch den nächsten Artikel mit mehr Details ab.
 

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Tolle Doku, Tom Kyle. @ingwaeone - knapp daneben ist auch vorbei. Das war in den 70ern DIE Lösung der Wohnprobleme, in Kiel wie andernorts. Die Wohnungen boten auch einen bis dato unbekannten Standard. Heute haben Plattenbausiedlungen ja z.B. in Berlin auch wieder ein Revival. Und - wie kann man da wohnen, finde ich total arrogant. Da haben Schulfreunde von mir gewohnt, und da wohnen ja auch nicht nur Asis. Dass an den Problemen gearbeitet wird, sieht man ja z.B. am Heidenberger Teich.
 

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Das Problem das viele meinen ist sicherlich die Lage vieler dieser günstigen Wohnräume. Die Aufgabe in der Zukunft sollte sein, für eine gute Durchmischung der Stadt mit höherklassigen sowie günstigen Wohnungen sein. Und zwar nicht nur in der Peripherie! Dazu kommen gerade hier ästhetische Aspekte, denen aber wie du bereits gesagt hast, momentan einer Sanierungswelle zb in Berlin, entgegengesetzt wird.
 

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Ich finde es auch zu hart, einfach von der Fassade auf die Menschen zu schließen. Mettenhof hat zwar einen schlechten Ruf und steht bei manchen Kennzahlen (Anzahl Arbeitslose, Nichtwähler..) schlechter da als andere Stadtteile, aber mal abgesehen von der Bausubstanz kriege ich dort nie das Gefühl, in einem Problemviertel zu sein. Bei meinen Touren sind mir viele höfliche, nette Menschen begegnet.

Und man muss das ganze auch im jeweiligen Kontext sehen. Timsen hat es ja schon gesagt: Mettenhof sah (subjektiv!) ganz anders aus, als es gebaut wurde. Ich hatte das ja extra noch im ersten Post hervorgehoben: nicht wenige der ersten Einwohner kamen dorthin aus Baracken und Notbehelfsheimen.

Übrigens, mal abgesehen von den Fassaden, haben die Wohnungen häufig einen sehr guten Zuschnitt und Standard, vor allem: einen sehr schönen Blick! Mettenhof ist komplett von Grün umschlossen. Es mag zwar weiterhin Probleme geben, wie mit den Treppenhäusern, die für viele Menschen einen Angstraum darstellen oder zumindest unwirtlich und leer erscheinen. In Berlin haben jetzt einige Wohnblöcke dieser Art einen Pförtner am Eingang sitzen - seitdem sind Wohnungen dort sehr beliebt. Auch abseits der üblichen Klientel.

Solche Quartiere werden ja von fast jedem abgelehnt; dann bleibt aber die Frage, was man mit ihnen machen will? Würde man heute noch so etwas bauen, wäre das in meinen Augen ein Skandal. Würde man es abreißen, wäre das für mich ebenso ein Skandal. Von daher muss einfach irgendeine Lösung gefunden. Vollablehnung aus ästhetischen Gründen ist einfach nur geistlos, genauso wie das "wie kann man da wohnen?".

Daher muss man es der Kiel hoch anrechnen, dass es hier bereits seit den 70ern sehr viel Stadtreperatur betrieben hat. Mettenhof ist nicht so extrem abgestürzt wie manch andere Quartiere diesen Typs. Gerade in den letzten Jahren ist beeindruckend viel passiert, insbesondere am Heidenberger Teich. Eine Neugestaltung des Skandidamms wird sicherlich auch mit Blick auf die SRB-Planungen momentan hintangestellt.
 

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Discussion Starter #17
Da es diesen Thread im Apriil 2012 noch nicht gab:

http://www.kiel.de/rathaus/_meldungen/_meldung.php?id=19521

Also, der 3,5 Mio. teure Neubau von Mensa und Sporthalle an der Schule am Heidenberger Teich (einer der grössten Grundschulen im Land) soll im August abgeschlossen sein. Liest sich ja (Zeltdachkonstruktion) auch architektonisch interessant und soll im August 2013 fertig sein.

Frage dazu: Hat jemand ne Visualisierung oder zumindest den Namen des Architekturbüros dazu?
 

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So einen Fall gab es doch auch in Eckernförde. Da hat ein Grundstückbesitzer zig teilweise Jahrzehnte alte Bäume gefällt, weil sie ein Baugebiet "störten". Der muss jetzt auch saftige Strafen zahlen, da er (noch) nicht die Erlaubnis zum Fällen hatte, sondern schonmal Tatsachen schaffen wollte.
 
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