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Die Kieler Altstadt war ursprünglich eine Halbinsel.
Westlich der Stadt befindet sich noch das heutige Binnengewässer Kleiner Kiel.
Bis 1846 bildete dieses zusammen mit dem heutigen Bootshafen einen Seitenarm der Kieler Förde.
Durch Aufschüttung für Verkehrs- und Hafenflächen ist diese Verbindung jedoch verloren gegangen.
In Anlehnung an diese historische Wasserverbindung zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen soll nach Willen der derzeitigen Stadtregierung eine häufig als "Kleiner-Kiel-Kanal" bezeichnete Wasserverbindung wiederhergestellt werden.
Die bisherigen Planungen sehen jedoch keine wirkliche Verbindung, sondern ein Wasserbecken zur Andeutung vor.

Der MIV würde bei einer Realisierung aus der Holstenbrücke verbannt.
Damit wäre der Durchgangsverkehr aus großen Teilen der Alt- und Vorstadt herausgenommen.
Insbesondere in der Andreas-Gayk-Straße würde der Verkehr massiv reduziert, wovon positive Auswirkungen für die Randlagen der Holstenstraße erwartet werden können, insbesondere für die heute schwierigen Lagen östlich der Andreas-Gayk-Straße.

Das Projekt ist in Kiel extrem umstritten und war sowohl zur Bürgermeister-, als auch zur Kommunalwahl eines der zentralen Themen.
Der Bau wird vorraussichtlich 11 Mio. € kosten.

Das Bau des Kanals ist im Grundsatz beschlossen.
Die Bürgerbeteiligung ist weitestgehend abgeschlossen.
Als Baubeginn ist 2016 angestrebt.

Obiger Teil übernommen aus dem ehemaligen Übersichtsthread.

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Das Projekt:

In Anlehnung an die historische Wasserverbindung zwischen Kleiner Kiel und Bootshafen(/Förde) soll nach Willen der derzeitigen rot-grünen Stadtregierung (Ratsbeschluss steht seit 3/2012) ein derzeit "Kleiner-Kiel-Kanal" oder auch "Holstenbrücken-Kanal" genannter Kanal entlang der gleichnamigen Strasse gebaut werden, der hohe Aufenthaltsqualität bieten soll und nach bereits abgeschlossenen Strassenraum-Neugestaltungen, Bootshafen-Umgestaltung, "Nordlicht"-Neubau u.a. in den vergangenen Jahren der Altstadt neuen "Schub" geben soll.

Verkehr:

Der Autoverkehr würde aus der Holstenbrücke "verbannt".
Es dürften nur noch Busse -später evtl dann die SRB (mehr dazu siehe HIER!)

Wichtigste Fakten:

Bauprojekt --- Herstellung einer 180m langen/mind. 10m breiten Wasserverbindung zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen
Bauherr --- Stadt Kiel
Baustart --- ca. Ende 2014 (als nächstes: Preisgerichtssitzung zum derzeit laufenden Planungswettbewerb am 21.11.2012!)
Fertigstellung --- offen (ca. Anfang 2016)
Gesamtinvestition --- ca. 10,8 Mio. Euro (knapp die Hälfte vom Land/rund 2,5-3 Mio Euro wären ohnehin für Strassen- und Kanalisationserneuerung in dem Gebiet fällig geworden)
Lage --- zwischen Altstadt und Vorstadt entlang der Strasse "Holstenbrücke" / verbindet Kleiner Kiel und Bootshafen
Architekten --- AG Becker Giesecke Mohren Richard (Berlin) / yello z urbanism architecture (Berlin) / Ingenieurbüro Obermeyer (Potsdam)

MMn ein grosser Wurf für die Entwicklung der Kieler Altstadt, der sich mehr als nur rechnen wird!
Der Architektenwettbewerb (mit 8 Architekturbüros) endete 11/2012 -die Entwürfe waren 12/2012-1/2013 im Rathaus ausgestellt!

Update:

Der im Dez. 2012 aus 8 Entwürfen vom Preisgericht gewählte Siegerentwurf:

Hier nochmal 2 Visualisierungen des realistischer/schöner gemachten Vorentwurfs der Stadtplaner mit der Sicht 1.) von Osten (Bootshafen) und 2.) von Westen (Kleiner Kiel):







bgmr Landschaftsarchitekten, yellow z urbanism architecture

www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Acht-Bueros-sollen-Kiel-Kanal-planen
 

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Heute ist übrigens Preisgerichtssitzung des Planungswettbewerbs. Mal sehen was dabei rauskommt, für die Bauausschussitzung nächsten Donnerstag gibt es schon einen Tagesordnungspunkt zu den Ergebnissen. Vorgestellt werden die Ergebnisse Mitte Dezember.
 

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Keine dumme Idee, das.
 

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Das sieht gut aus. Mal sehen wie die vollständigen Entwürfe aussehen. Auf die Ausstellung und insbesondere auf die anderen Entwürfe bin ich sehr gespannt!

Die Idee mit den Arkaden ist interessant, wobei ein Rückbau natürlich auch was hätte :) Gerade auf dem großen Bild, das mb92 gepostet hat, wirkt es auf mich wie ein Fremdkörper.

Am meisten interessiert mich noch, welche Materialien verwendet werden sollen und wie das ganze zum Bootshafen passt.
 

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Hui, das mit dem entschiedenen Wettbewerb lese ich ja jetzt erst! Super, gefällt mir gut, der Siegerentwurf. Einzig die Arkaden (die genau wie die Hamburger Elbarkaden keine Arkaden sondern Kolonnaden sind...) wollen mit ihrer dichten Stützenstellung und klassischen Anmutung nicht so recht zum Bestandsgebäude passen. Hoffen wir trotzdem, dass Todeskino das Projekt möglichst fix durchgewunken bekommt!

Edit: Hier noch die Ost-Ansicht als etwas größeres Bild:


http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Fotostrecken-Kiel/Fotostrecke-Jury-kuert-Entwuerfe-fuer-den-Kleinen-Kiel-Kanal/eis_kleiner_Kiel_Kanal_009

Hab mich noch nicht entschieden, ob ich diese schwarzen Steine lieben oder hassen soll. :)
 

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Gehen da welche von euch als Botschafter und Beobachter für das Forum hin? ;) Ich bin da in Hamburg.

Architekten werben für Kleinen Kiel-Kanal

Der politisch umstrittene Kleine Kiel-Kanal erfährt kräftigen Rückenwind. In einem Offenen Brief an die Stadtspitze und Ratsversammlung werben der Bund Deutscher Architekten (BDA) und die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) für die geplante Wasserverbindung zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen.

Kiel. Das Projekt sei „hervorragend geeignet“, auch nach Eröffnung des Einkaufszentrums Nordlicht die Attraktivität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der gesamten Innenstadt nachhaltig zu steigern. Der Kanal mache die frühere Insellage optisch wieder erlebbar, werde das Gewerbe in der mittleren Holstenstraße ankurbeln, die Altstadt mit dem unteren Teil der Holstenstraße besser verknüpfen und sei maßgeblich durch Bürger in einem öffentlichen Werkstattverfahren initiiert, erklärten Kerstin Langmaack (SLR) sowie Jan O. Schulz, Christian Schmieder und Dieter-J. Mehlhorn (BDA).

Ihr Fazit am Ende des Briefs: „Kiel kann sich dieses Projekt leisten, und Kiel muss sich dieses Projekt leisten“. Die Gesamtkosten werden auf mehr als zehn Millionen Euro veranschlagt. Das Land kündigte an, mindestens 60 Prozent fördern zu wollen.
http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Architekten-werben-fuer-Kleinen-Kiel-Kanal
 

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So, ich war da. Fangen wir mit den Materialien beim Siegerentwurf an. Beton wird wohl nur bei diesem Band an den Schildinseln und sonst unmittelbar am Becken eingesetzt, um die Gestaltung des Bootshafens etwas aufzunehmen. Sonst hängt es von der Spendierfreudigkeit der Stadt ab. Die Materialwahl ist allgemein aber überhaupt noch nicht entschieden.

Diese schwarzen Steine, "heiße Schweden" genannt :), sind aus Faserbeton und sollen wohl eine historische Anspielung sein. Ursprünglich sollten es Findlinge sein, um mit dem Kanal nicht nur an die Zeit vor 1900, sondern auch an Strände und die Eiszeit anzuspielen und das ganze etwas aufzulockern. Heiße Schweden, weil die in Schweden hergestellt werden und sich in der Sonne aufheizen - glaube ich :). Mal sehen, ob die kommen und wie die dann aussehen.

Die Kommentare der meisten Bürger waren übrigens richtig positiv. Da waren sehr viele die einfach gratuliert haben. Und dann gab es natürlich die Meckerrentner.. Todeskino hat sich aber recht wacker geschlagen, fand ich, auch wenn die Moderation durch ihn etwas konfus war.

So, das wärs fürs Erste.
 

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Nagut, ein paar Sachen noch.

Einer der Entwürfe hatte interessanterweise ein geschwungenes Becken zum Gegenstand. Sah sehr interessant aus, der restliche Entwurf war leider nicht so gelungen.

Ihr solltet euch das auch nochmal angucken, am Kleinen Kiel haben einiger der Planer auch interessante Ansätze gehabt, wie einen Balkon oder eine Treppenanlage. Die meisten haben sich wohl auch von dem ABK-Häuschen verabschiedet.

Der Siegerentwurf hatte noch ein interessantes Detail. In der Großansicht war ein drittes Becken eingezeichnet, abseits von Kleinem Kiel Kanal und Bootshafen; der Große Kiel Kanal sozusagen :) Und zwar an der Stelle der bisherigen Kaianlagen bis Kaistraße. Todeskino hat das auch scherzhaft Kiel 2090 genannt. Der Architekt meinte, dass die Stadt tatsächliche solche Phantasien hat, wenn auch nicht den kleinsten Ansatz dafür.
 
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