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Discussion Starter · #1 · (Edited)
das angebot an kunst, ob in museen oder im öffentlichen raum, in basel ist gross. in wenigen tagen startet die art39 und basel wird für 5 tage zum zentrum der kunstwelt. höchste zeit also um auch in dieses forum ein wenig kunst zu vermitteln. mit diesem thread soll das aktuelle kunstgeschehen in basel durchleuchtet werden.




zu beginn einmal die wichtigsten kunstmuseen:


SCHAULAGER










Fondation Beyeler:







Kunstmuseum:






Museum für Gegenwartskunst:




Tinguely Museum:








Kunsthalle:






plug.in:






Vitra Design Museum:








Architekturmuseum:



 

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bemerkenswert finde ich die kunst im öffentlichen raum. zu den bekannten werken gehören sicherlich

der fasnachtsbrunnen von jean tinguely


der hammering man von jonathan borofsky


richard serras "intersection"


und picassos homme aux bras écartés (es handelt sich um eine nachbildung, das original steht im kunstmuseum)



aber in einer etwas anderen disziplin der öffentlichen kunst hat basel, zumindest unter writern, weltruhm erlangt: der 10 km langen (graffiti-) line zwischen basel und muttenz.
 

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Discussion Starter · #3 ·
:crazy2:
aber in einer etwas anderen disziplin der öffentlichen kunst hat basel, zumindest unter writern, weltruhm erlangt: der 10 km langen (graffiti-) line zwischen basel und muttenz.
die strassenkunst gehört für mich auch zum stadtbild, die line ist das aushängeschild sozusagen. noch ein paar pics aus basel für alle denen es auch gefällt :crazy2: (leider bekanntlich nicht allen ... FTP ;))













































































 

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nicht zu vergessen:



die international führende designmesse, welche parallel zur art basel und ende jahr, sozusagen im austausch, parallel zur art basel miami beach in miami stattfindet.
(die messe wurde von einer amerikanischen Veranstaltungsfirma 2005 in miami und 2006 in basel ins leben gerufen. die messe schweiz ist mit 50% daran beteiligt)

@ rübenzahn: richtig coole fotos hast du da. ich glaub ich kenn nicht mal die hälfte dieser malereien... hammer.
 

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Discussion Starter · #7 ·
@ rübenzahn: richtig coole fotos hast du da. ich glaub ich kenn nicht mal die hälfte dieser malereien... hammer.

habe die bilder auch nur zusammengsucht, sind nicht meine. sind aber alle mit basel getagt und einige der writer kennt man von ihrem style her wenn man mit offenen augen durch die stadt geht :)

ich war an der liste07, die bekannteste nebenmesse zur art. sehr empfehlenswert. dieses jahr kommt wieder einen neue messe dazu, aber kenn mich da nicht so aus... werde sicher die eine oder andere besuchen, aus reiner neugierde.

 

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nebst der liste08 und design miami basel finden während der art noch folgende nebenmessen/veranstaltungen statt:

volta4
mittlerweile die zweitgrösste veranstaltung mit rund 70 galerien. sie will visionären galerien eine plattform bieten.

scope
scope bietet auf einladung jungen, noch unbekannten künstlern eine platttform. sie findet neben new york, miami und london dises jahr zum zweiten mal in basel statt.

balelatina
eine messe für junge lateinamerikanische kunst

printbasel
messe für zeitgenössische druckgrafik
 

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Discussion Starter · #9 ·
nebst der liste08 und design miami basel finden während der art noch folgende nebenmessen/veranstaltungen statt:

volta4
mittlerweile die zweitgrösste veranstaltung mit rund 70 galerien. sie will visionären galerien eine plattform bieten.

scope
scope bietet auf einladung jungen, noch unbekannten künstlern eine platttform. sie findet neben new york, miami und london dises jahr zum zweiten mal in basel statt.

balelatina
eine messe für junge lateinamerikanische kunst

printbasel
messe für zeitgenössische druckgrafik
ein spannendes angebot. hmm, ich habe wenn ich mich nicht täusche irgendwo beiläufig gelesen dass dieses jahr eine neue messe dazu kommt. die in deiner liste finden aber alle nicht zum ersten mal statt.
 

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ein spannendes angebot. hmm, ich habe wenn ich mich nicht täusche irgendwo beiläufig gelesen dass dieses jahr eine neue messe dazu kommt. die in deiner liste finden aber alle nicht zum ersten mal statt.
schon möglich, dass eine neue messe hinzukommt. ich hab allerdings bisher noch nichts gefunden.

es gibt ja auch innerhalb der art verschiedene nebenveranstaltungen:

Art on Stage
Große Bühne für große Arbeiten. Michael Elmgreen (Dänemark) und Ingar Dragset (Norwegen) präsentieren hier ihre Performance Drama Queens.
Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

Art Premiere
Dieser Programmpunkt steht dieses Jahr unter dem Motto "Künstler-Dialoge". Hier werden jeweils 1 Werk von 2 Künstlern gegenübergestellt. Das projekt ist kuratiert.

Art Statements
Hier werden 31 Einzelausstellungen junger Künstlerinnen und Künstler gezeigt.

Art Unlimited
Hier werden ca. 60 Kunstwerke gezeigt, die aus den unterschiedlichsten Gründen wohl sonst kaum gezeigt werden könnten. Zu den Arbeiten gehören u.a. Grossskulpturen und –installationen, Videoprojektionen, Wandmalerei und Performances.

Artists Magazines
Die Sonderschau zeigt Zeitschriften und Magazine die von Künstlern produziert bzw. angefertigt wurden.

Public Art Projects
Kunstprojekte im öffentlichen Raum mit Werken von Dan Graham, Luca Vitone, Isa Genzken, Roxy Paine, Thomas Baumann, Conrad Shawcross, Subodh Gupta, Sol Lewitt, Tobias Rehberg und Ugo Rondinone.

Art Film
Im Stadtkino Basel werden Filme von und über Künstler gezeigt.
 

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Discussion Starter · #11 ·
habe auch noch etwas gefunden auf baselarea

Skulpturenwerk DAS VOLK und Benefiz-Auktion in der Imprimerie Basel Vom 2. bis 8. Juni wird die Imprimerie Basel von 30 überlebensgrossen verchromten Ameisen bevölkert. Hintergrund des Ereignisses bildet die Präsentation des Skulpturenwerks „Das Volk“ des Künstlers Leo Stern während der diesjährigen Art Basel.

:)

sowie, neu galerie kommt nach basel:
Laleh June Galerie Basel
Internationale Galerie für zeitgenössische Kunst


ich habe mir auch noch gedacht man könnte auf den riesigen bildschirmen für die euro auf der mittleren brücke kunstfilmchen zeigen. wäre doch angemessen wenn man sie gleich noch für die art gebrauchen könnte. ist eigentlich naheligend diese idee und würde bestimmt nett aussehen, hoffe man hat dies geprüft.
 

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Kansas of Elsass
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Ab dem 5. Juni findet im Vitra Museum eine Austellung statt, mit dem Namen Dubai Next.

Die Ausstellung wird im ehem. Feuerwehrhaus von Zaha Hadid gezeigt :)
Gezeigt wird die kulturelle und Architektonische Entwicklung der Stadt in den letzten 10-15 Jahren.

Die Ausstellung kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Täglich um 16 Uhr. Im Rahmen einer Atchitekturführung, um 11, 13 und 15 Uhr.

Werde vielleicht hingehen, und ich kann allen empfehlen mal die Architektonische Führung zu machen, ein Muss für jeden Skyscrapercity-Freak!
 

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am letzten samstag wurde am kannenfeldplatz die dritte location der renomierten basler galerie von bartha eröffnet. es handelt sich um eine ehemalige autowerkstatt welche zu einem 700 m2 grossen öffentlichen showroom mit bis zu 6,8 m höhe umgebaut wurde. der raum bietet so die möglichkeit auch grössere werke zu zeigen.
der name der architekten weiss ich leider nicht mehr, aber es handelt sich um eines der ersten projekte eines jungen architektenduos.

bilder vom umbau:


 

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EXHIBITION FOR URBAN ARTS

Die Grafitikunst ist wie schon erwähnt eine wichtiger Bestandteil der Kultur in Basel und hat dazu beigetragen, dass einige Künstler aus der Region in ganz Europa bekannt sind. Carhartt trägt diese Kunst mit und hat seit über einem Jahr eine eigene Gallery in Weil am Rhein bei Basel.

Ab dem 4. Juni gibt es eine neue Ausstellung zu bewundern.
Mit den Künstlern: Dare, Deine Heimat, Dome, ECB, Flying Fortress, Herakut, Kiam, Krell, L'Atlas, Mizzo, MFG, Neon, Ruedione, Smash, ...

Carhartt Gallery
Schulsterinsel 9
D-79576 Weil am Rhein

Mehr infos: www.carhartt-gallery.com
 

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Interessanter Artikel über die Kunststadt Basel aus der NZZ:

Die kleine Stadt der grossen Kunstschiffe

Der Museumsstandort Basel wird von den grossen und prestigeträchtigen Institutionen bestimmt


Kunstmuseum Basel

Die Geschehnisse in der Kunststadt Basel werden ganz und gar von den grossen Häusern dominiert. An erster Stelle steht das Kunstmuseum Basel mit seiner ehrwürdigen Tradition und seiner einzigartigen Sammlung – es folgen prestigeträchtige Institutionen wie die Fondation Beyeler oder das Schaulager. Kleineren Kunsträumen fällt es schwer, im Schatten dieser Riesen zu wachsen – und eine Off-Szene gibt es in Basel kaum.

Von Maria Becker

Vor einiger Zeit sagte mir jemand einmal den Satz: «Das Museum ist ein Schiff, durch das Inhalte durchschwimmen.» Ich fand das Bild, das er mir vor Augen stellte, schön. Doch ergibt es Sinn? Wie sollte das Museum ein Schiff sein, und wie sollte da etwas durchschwimmen? Dann müsste es schon gesunken sein und auf dem Grund des Meeres liegen, so dass die Inhalte wie Fische hinein- und herausschwimmen könnten. Das wäre ein merkwürdiger Standort für so ein Museumsschiff. Mit dem gewohnten Museum hätte er nur gemeinsam, dass er – vermutlich – ziemlich dauerhaft wäre. Auch dass Inhalte kommen und gehen, wäre immerhin vergleichbar. Denn diese ziehen ja auch in einem normalen Museum von Ausstellung zu Ausstellung hindurch wie eine flüchtige geistige Substanz.

Reservoire der Phantasie

Michel Foucault hat in seinen «Heterotopien» von 1966 das Schiff als den «Gegenort» schlechthin bezeichnet: «Bedenkt man, dass Schiffe, die grossen Schiffe des 19. Jahrhunderts, ein Stück schwimmender Raum sind, Orte ohne Ort, ganz auf sich selbst angewiesen, in sich geschlossen und zugleich dem endlosen Meer ausgeliefert, die von Hafen zu Hafen, von Wache zu Wache, von Freudenhaus zu Freudenhaus bis in die Kolonien fahren, um das Kostbarste zu holen, was die eben beschriebenen Gärten zu bieten haben, dann wird deutlich, warum das Schiff für unsere Zivilisation zumindest seit dem 16. Jahrhundert nicht nur das wichtigste Instrument zur wirtschaftlichen Entwicklung gewesen ist, sondern auch das grösste Reservoir für die Phantasie.»

Nach Foucaults Definition gehört das Museum ohne Zweifel zu den Heterotopien. Es ist ein Ort, der in der menschlichen Gemeinschaft besondere Funktionen hat und aufgrund dieser Funktionen nach eigenen Regeln konstruiert und organisiert ist. Bilder, Skulpturen, Objekte, Zeichnungen und neuerdings auch Fotos und Filme werden dort aufbewahrt und gezeigt; alle diese Dinge sind Werke von Künstlern aus alter und neuer Zeit. Sie brauchen diesen Ort, denn sonst würden sie zerstreut, vergessen und verkommen, und kein Mensch käme mehr in den Genuss ihrer Strahlkraft, aufgrund deren sie Kunstwerke sind. Im Schutzraum des Museums können sie diese Strahlkräfte entfalten und zu grossen Bögen verflechten, sie können daraus Gebäude bilden und nie gehörte Sprachen erklingen lassen. Die Ansammlung der Kunstwerke im Museum ist – da gibt es eine Analogie zu Foucaults Schiff – auch ein Reservoir für die unendlichen Räume der Phantasie.
Die Stadt Basel liegt am Rhein. Sie ist wohlhabend und – jedenfalls in ihren älteren Quartieren – von zurückhaltender, vornehmer Schönheit. Der Fluss war früher ihre wichtigste Handelsverbindung, und noch heute steuern grosse Fährschiffe durch die fünf Brücken, die beide Teile der Stadt verbinden. Schiffe hatten und haben eine grosse Bedeutung für Basel. Neuerdings werden sogar ihre Museen als Flaggschiffe gesehen, und tatsächlich gibt es da Vergleichbares, auch wenn die Museen natürlich am Ort bleiben und nicht auf dem Rhein weiterfahren. Sie steuern höchstens durch die Gewässer der Zeit.

Schulung des Auges

Die Zeit hat manchen Wandel für die Stadt und ihre Museen gebracht. Basel besitzt die älteste öffentliche Kunstsammlung Europas, aus der das Flaggschiff ihrer heutigen Museumslandschaft, das Kunstmuseum, hervorgegangen ist. Weitere Museen und Hallen für die Kunst – nur von ihnen soll hier die Rede sein – kamen im Laufe der Zeit hinzu, Sammler- und Künstlermuseen wurden gegründet, und Basel wurde zu einer Stadt für die Kunst im besten Sinne. Städte mit vergleichbarer Einwohnerzahl besitzen in der Regel höchstens ein Kunsthaus, und dies allenfalls von regionaler Bedeutung. Als Standort für Kunstmuseen ist Basel, gemessen an seiner Grösse, einmalig, und durch die weltweit berühmte Messe Art konzentriert sich hier seit jüngerer Zeit auch das Geschäft mit der Kunst auf einmalige Weise.

Geht man der Frage nach, warum in Basel die museale Kultur (sie ist nicht die einzige Form von Kultur, die hier gedeiht) so gut wachsen konnte, so stösst man auf eine besondere Pflege des Geistes. In der Stadt hat es Tradition, dass Wissenschaft und Künste im Sinne des Humanismus gepflegt werden. Dazu gehört, dass der bildenden Kunst der gebührende Raum gegeben wird. Sie sorgt nicht nur für eine Pflege des Geistes, sondern auch für eine Schulung des Auges. Ästhetische Bildung hat immer mit einem Anspruch zu tun, und sie schlägt sich in vielen Bereichen der Öffentlichkeit nieder, unter anderem im Äussern der Stadt.

Mäzenatische Tradition

Basel wusste und weiss, dass es sich und seinem Bild nach aussen etwas schuldig ist. Wer sich und seinem Anspruch etwas schuldig ist, wird dafür auch entsprechende Mittel einsetzen. Die Stadt stellt der Kultur ein grosszügiges Budget bereit, das an anderen Orten als unproduktive Verschwendung angesehen würde. Die staatlichen Mittel allein könnten jedoch nicht leisten, was Basel als Standort für die Kunst ausmacht. Die Stadt hat eine mäzenatische Tradition, für die es in der Schweiz – und auch in Deutschland – nichts Vergleichbares gibt. Die privaten Förderer der Kunst entstammen einem Bürgertum, das sich der Stadt auf höchstem Niveau verpflichtet fühlt und selbstverständlich Einfluss auf die Kulturpflege der Stadt für sich in Anspruch nimmt. Und wo die diskrete private Finanzkraft so stark ist, da steht auch die Wirtschaft nicht zurück. Das immens teure Unternehmen der für 2009 projektierten Van-Gogh-Ausstellung im Kunstmuseum – finanziert durch die UBS – zeigt, dass man gewillt ist, dem staatlichen Haus zum ganz grossen Auftritt zu verhelfen.

Öffnung zur Gegenwart

Die öffentliche Kunstsammlung Basel – auf das Kunstmuseum und das Museum für Gegenwartskunst verteilt – ist die grösste und bedeutendste Sammlung der Schweiz. Sie konnte sich im Laufe ihrer Geschichte auf ihre hochkarätige Präsenz verlassen und tut es heute noch. Zuwächse von einzigartiger Qualität wie durch die Werke der Stiftung Im Obersteg und andere beweisen, dass der vorhandene Bestand eine gewisse Sogkraft besitzt und zur Steigerung einlädt. Die Arbeit mit der Sammlung gehört zum Auftrag des Hauses und liefert bei vielen Ausstellungen die Ausgangsbasis für werkspezifische und inhaltliche Ideen. Mit der Leitung durch Mendes Bürgi seit 2001 gehört zudem die Öffnung des Schwerpunkts klassische Moderne zur Gegenwart hin zum Programm.
Ein Kennzeichen des Kunstmuseums ist, dass es sich bisher in auffälliger Weise der Eventkultur verschlossen hat. Die Nähe zur Universität und damit zur Forschung steht an oberster Stelle. Die Wechselausstellungen folgen – ich möchte es asketisch nennen – der Aufgabe des visuellen Präsentierens und Vermittelns auf höchstem Niveau, das heisst, man verlässt sich darauf, dass die Kunst für sich sprechen kann und keiner leichtbekömmlichen Aufbereitung bedarf. Das Publikum wird nicht da abgeholt, wo es ist, sondern soll dort hinkommen, wo die Kunst es hintragen kann. Kunst soll nicht nur unterhalten, sondern auch fordern – ein Anspruch, der unzweifelhaft schon beim Eintritt in die tempelartige Eingangshalle des Museums spürbar ist.

Asketische Haltung

Es ist klar, dass ein derartiger Anspruch mit dem wirtschaftlichen Denken unserer Zeit in Konflikt geraten muss. Die jüngsten Diskussionen um eine teilweise Privatisierung innerhalb der Strukturen des Kunstmuseums zeigen dies deutlich. Wo es vor allem auf Durchsatz und Besucherzahlen ankommt, ist eine asketische Haltung schon fast eine Provokation. Bleibt dem Kunstmuseum nichts anderes, als im Mainstream der immer mehr forcierten Eventkultur mitzuziehen? Oder kann es sich auf den Stolz und den Anspruch seiner Stadt und ihrer Bürger verlassen, die ihr «Flaggschiff der Kunst» auf einem Niveau bewahrt sehen wollen, das keiner Diskussionen bedarf?
«Für mich ist eine Stärke hier, dass man zusammenarbeitet und nicht gegeneinander. Es muss aber auch einen gewissen Wettstreit geben. Eine Kunststadt lebt von der Vielfalt.» Sam Keller, Leiter der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel, bringt auf den Punkt, was wesentlich zum Kunststandort Basel gehört: Es ist die Spannung zwischen den einzelnen Institutionen und ihrer Eigenart und Dynamik. Das private Museum setzt in erster Linie auf die publikumswirksame Attraktivität seiner Wechselausstellungen und scheut sich nicht, seine Nähe zur Sammlung des Kunstmuseums auf seine Weise zum Strahlen zu bringen. Dass die Eingangsschwelle für das Publikum hier vergleichsweise niedrig liegt, tut den Institutionen keinen Abtrag, sondern trägt zum Synergieeffekt zwischen ihnen bei.
Wie abhängig allerdings ein Privatmuseum von der Offenheit seiner Finanzierer ist, zeigt die jüngste Entwicklung des Tinguely-Museums. Da man nicht mehr gewillt ist, die einseitige monografische Struktur des Hauses mit einem ideenreichen, aber kostspieligen Programm aufzubrechen, ist seine bisherige Präsenz als einer der wichtigen Kunstorte Basels mehr als fraglich. Die Maschinenhalle am Rheinufer wird zu dem, was Tinguelys Freund Luginbühl schon am Beginn darin sah: einem Mausoleum.

Im Dienst der Kunst

Private und staatliche Museen stehen in Basel in einem fruchtbaren Spannungsfeld, das seine Attraktivität als Kunststadt bedingt und dynamisch macht. Die Öffentliche Kunstsammlung und die auf die jüngste Kunst ausgerichtete Kunsthalle ergänzen sich in bester Lage, die Fondation steht als völlig anders geartetes und manchmal auch herausforderndes Gegengewicht dem Kunstmuseum gegenüber. Dazwischen gibt es noch eine weitere Institution, die weder in Basel noch sonst irgendwo in der Welt Vergleichbares kennt. Das Schaulager im Industriequartier Münchenstein besitzt mehr als alle anderen Institutionen den Charakter eines Experiments für die Bewahrbarkeit moderner Kunst und damit auch den Charakter einer einzigartigen Forschungsstation. Privat finanziert und mit nur einer – streng didaktisch ausgerichteten – Ausstellung im Jahr stellt es sich ganz in den Dienst der Kunst – jenseits von publikumswirksamen Ansprüchen und Strategien.
Das Schaulager als zugänglicher Ort für alle Formen der heutigen Kunstproduktion ist eine Hybride zwischen allen Institutionen. Es verweist damit auch auf einen noch nicht vorhandenen Ort für die allerneueste Kunst, der in seiner Nähe entstehen wird. Die Hochschule für Gestaltung – bis anhin auf viele Gebäude innerhalb der Stadt verteilt und von den grossen Kunstinstitutionen als innovativer Ort so gut wie nicht wahrgenommen – wird künftig auf dem Dreispitz-Areal alle ihre Studiengänge vereinen und zudem neuen Raum für Ausstellungen und Experimentelles bieten. Mit einem Ort, der das präsent macht, was noch jenseits aller Musealisierung ist, was noch am Anfang aller Kunstmöglichkeiten steht, wird Basel ein neues, ungeheuer spannendes Element als Kunststadt gewinnen. Es ist zu hoffen, dass es innerhalb der grossen Kunstschiffe ein kleines, aber umso beweglicheres Schiff bildet, das neue Gefilde erschliesst.

Kleinere Institutionen, «Off-Spaces» und Plattformen für junge Kunst

Basel als Kunststandort ist entschieden dominiert von den grossen Häusern der staatlichen und privaten Museen. Wer hier Kunst erleben will, sucht in der Regel nicht nach experimentellen kleinen Kunsträumen, den «Off-Spaces», die es selbstverständlich auch gibt. Kaskadenkondensator, Ausstellungsraum Klingental, Lodypop, Kunstraum Riehen, Vrits, Plug-in und etliche weitere sind die Orte, die einer Kunst Raum geben, die sich erst erproben will. Der «Schalter», zwei winzige ehemalige Büroräume in einem Kleinbasler Hinterhof, ist ein Forum für die Kunststudenten der Hochschule für Gestaltung. Und natürlich gibt es seit 2007 auch «Shift», das Festival der Computerkunst im Dreispitzareal, das schon dort stattfand, wo die Hochschule ihre künftigen Ateliers und Ausstellungsräume errichten wird.

Auch eines der grösseren Kunsthäuser gehört eher zur jungen, entdeckungsfreudigen Szene. Das Kunsthaus Baselland, genau an der Grenze zum Stadtkanton gelegen, hat seine Räume in einem grosszügigen ehemaligen Firmengebäude und eigentlich mehr Platz, als es mit Kunst füllen kann. Malerei, Installation und schwere, ausgreifende Objekte können hier gezeigt werden, die Räume sind ideal, um Experimentelles auszuprobieren. Das Kunsthaus Baselland ist zwar kein Ort für die ganz junge Szene direkt nach dem Hochschulabgang, doch es sieht seine Aufgabe nicht zuletzt auch darin, weniger bekannte Künstler aufzubauen. Das Kunsthaus sei eine Art «Streitfläche», sagt Sabine Schaschl, die Leiterin. Verschiedene Standortprobleme kämen hier zusammen: Gross - Klein, Stadt - Land, Finanzen usw. Anders als die um vieles besser finanzierte Kunsthalle im Stadtzentrum, die sich durchaus auch einmal experimentierfreudig zeigt, muss das Kunsthaus Baselland mit einem minimalen Budget auskommen und immer wieder improvisieren: «Man muss es spielerisch nehmen.» Und ein Sprungbrett für Künstler, Galeristen und Kuratoren ist es allemal. Doch eines ist sicher: Im traditionsbewussten Basel gibt es viel zu wenig experimentelle Luft. Junge Künstler werden gut gefördert, doch wenn sie sich mit einer lebendigen Szene auseinandersetzen wollen, bleibt ihnen meist nichts anderes, als sich in Zürich oder in den grossen Szene-Städten Deutschlands wie Berlin und Köln umzuschauen.
 

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ein guter und treffend geschriebener artikel, welcher am schluss unfreiwillig basels grosses dilemma aufzeigt:
Doch eines ist sicher: Im traditionsbewussten Basel gibt es viel zu wenig experimentelle Luft. Junge Künstler werden gut gefördert, doch wenn sie sich mit einer lebendigen Szene auseinandersetzen wollen, bleibt ihnen meist nichts anderes, als sich in Zürich oder in den grossen Szene-Städten Deutschlands wie Berlin und Köln umzuschauen.
basel ist in einigen wenigen dingen top aber letztlich zu klein um alles bieten zu können. gerade weil man in diesen dingen mit grossstädten mithalten kann, wird man an denen gemessen. klar führt das zu einem "aber".

irgendwie schade aber was solls. ich geh jetzt einen carlsbergfreien bierstand suchen...
 

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Grosszügige Schenkung zu Gunsten der Öffentlichen Kunstsammlung Basel

Der Kanton Basel-Stadt erhält die Geldmittel zum Kauf der Parzelle „Burghof“ geschenkt, um darauf einen Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Basel zu bauen.

Mit grosser Freude und Dank darf der Regierungsrat bekannt geben, dass die Basler Kunstmäzenin Frau Dr. h.c. Maja Oeri dem Kanton Basel-Stadt den für den Erwerb des „Burghofs“ an der Dufourstrasse 5 erforderliche Geldbetrag geschenkt hat. Damit kann der Kanton die Parzelle „Burghof“ an der Dufourstrasse erwerben und darauf in den nächsten Jahren im Sinne der Schenkerin den dringend benötigten Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Basel errichten. Ein sehr wichtiges Anliegen der Öffentlichen Kunstsammlung kann damit in nächster Zeit erfüllt werden.

Um seine Ausstrahlung noch zu stärken und den Anforderungen an ein zeitgemässes Kunstmuseum von Weltrang zu genügen, braucht das Kunstmuseum Basel dringend mehr und geeigneten Raum für Sonderausstellungen, aber auch für die bessere Präsentation und Vermittlung seiner bedeutenden Sammlung. Die einmalige Chance, eine Parzelle in unmittelbarer Nachbarschaft des Kunstmuseums zu erwerben, kann nun vom Kanton Dank der grosszügigen Schenkung von Frau Dr. h.c. Maja Oeri genutzt werden. Maja Oeri hat der Stadt Basel bereits in der Vergangenheit mit Ihrem Engagement für das Museum für Gegenwartskunst, mit der Schenkung des Laurenzbaus für das Kunstmuseum und dem innovativen Schaulager wichtige Impulse gegeben und wesentliche Entwicklungen im Bereich der Bildenden Kunst ermöglicht.

Der Erweiterungsbau soll eine ideale Ergänzung zum Angebot der bedeutenden Kunsthäuser Basels werden, er soll mit einer attraktiven und überzeugenden Architektur einen starken Akzent setzten und somit die Bedeutung und Ausstrahlung der Kultur- und Kunststadt Basel stärken. Durch diese Schenkung wird die Voraussetzung geschaffen, unzählige Besucherinnen und Besucher der Öffentlichen Kunstsammlung Basel zu erfreuen. Die Absicht des Regierungsrats, die Öffentliche Kunstsammlung Basels noch wirkungsvoller zu positionieren, kann auf der Basis dieser grosszügigen Schenkung umgesetzt werden.

Der Regierungsrat wird jetzt das Projekt des Erweiterungsbaus für das Kunstmuseum vorbereiten und die Vorlagen für den Grossen Rat ausarbeiten lassen. Nach Durchführung eines Architekturwettbewerbs sollen die rechtskräftigen Parlamentsbeschlüsse bis spätestens Ende 2010 vorliegen, damit in den Jahren 2011 bis 2014 das Projekt realisiert und gebaut werden kann. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus ist für 2015 vorgesehen.

Der Regierungsrat ist bereit, einen substanziellen Beitrag an die Planungs- und Baukosten zu leisten. Er vertraut darauf, dass auch namhafte Beiträge von Privaten für die Erreichung der angestrebten Zielsetzung geleistet werden.

(medienmiteilung regierungsrat)

das grundstück befindet sich gegenüber des kunstmuseums, eingangs st. alban-vorstadt.
 
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