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Abriss und Sprengung - Mutwillige Zerstörung seit 1950
Sammelthread für beseitigte Kultur nach der Kriegszerstörung

Abtragen von stark kriegsbeschädigten Ruinen wird nicht behandelt, deshalb erst ab 1950.
Z.B. wurde die Matthäikirche durch Bomben stärkstens zerstört und ihre Ruine bereits 1948 abgetragen, während die Paulinerkirche unbeschädigt war und erst 1968 gesprengt wurde.
Gebäude, die nicht unrettbar stark beschädigt und somit wiederaufbaufähig waren, und trotzdem abgerissen wurden, zählen allerdings, z.B. das Gewandhaus.



Überblick

DDR Abriss
1950 bis 1989, Höhepunkt 1968-1989

2 unzerstörte Kirchen, 2 teilzerstörte Kirchen, 1 unzerstörter Kirchturm

unbekannte Anzahl von Häusern, darunter

Flächenabriss Neuschönefeld, Rabet bis Eisenbahnstraße 1976-79
Flächenabriss Volkmarsdorfer Markt und südlich 1986-91
Flächenabriss Kreuzstraße 1985-86
Flächenabriss Ostvorstadt, 1980er, mehr als 18 Häuser

Diverse kleinräumige und Einzelabrisse u.a. Brühl, Katharinenstraße, Burgstraße, Friedrich-Ebert-Straße

Gründe Ideologie, Schaffung von Bauland für Plattenbauten


BRD Abriss
1992 bis heute, Höhepunkt um 2006

446 Denkmäler zwischen 1990 und 2006
http://www.stadtforum-leipzig.de/pr...forum_Leipzig_Broschuere_Stadtentwicklung.pdf

862 Denkmäler zwischen 2000 und 2013, darunter 1 Kapelle
http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/...le-seit-2000-in-Sachsen-abgerissen-51467.html
http://fs2.directupload.net/images/150201/flujk6zb.pdf

Zusammen heißt das mindestens 416 Denkmäler zwischen 2007 und 2013, also etwa die Hälfte bis 2006 und die andere Hälfte nach 2006, 2006 also "Höhepunkt".

Kleinere "Flächenabrisse" bis 2007 Schwerpunkte Eisenbahnstraße, Wurzner Straße, Ostvorstadt, Friedrich-Ebert-Straße
Desweiteren häufig praktizierte Entkernung in der Innenstadt

Gründe Vernachlässigung und unaufhaltbarer Verfall, Straßenverbreiterung, verfehlte Stadtplanung



Index

1. Universitätskirche St. Pauli
2. Augusteum
3. Markuskirche
4. Johanniskirchturm
5. Karl-Heine-Straße 30
6. Nürnberger Straße 24
7. Nürnberger Straße 26/28
8. Lumumbastraße 1
9. Friedrich-Ebert-Straße 29
10. Friedrich-Ebert-Straße 35
11. Friedrich-Ebert-Straße 52
12. Friedrich-Ebert-Straße 54
13. Friedrich-Ebert-Straße 16 - "Henriette-Goldschmidt-Haus"
14. Friedrich-Ebert-Straße 14
15. Friedrich-Ebert-Straße 18
16. Friedrich-Ebert-Straße 62
17.-20. Friedrich-Ebert-Straße 91, 93, 95, 95a (oder 97?)
21. Alte Friedenskapelle, Bernhard-Göring-Straße 18
22. Bernhard-Göring-Straße 20
23. Friedrich-Ebert-Straße 81 a/b
24. Deutrichs Hof, Reichsstraße 8 + Hof
25. & 26. Schuhmachergäßchen 3 & 5
27. Katharinenstraße 12, Schachersches Haus
28. Sternwartenstraße 40
29. Hotel Goldener Löwe
30. Sommerfelder Straße 32
31. Holzhäuser Straße 74
 

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Discussion Starter · #2 · (Edited)
1. Universitätskirche St. Pauli
1231-1240, Universitätskirche seit 1409
Umbau durch Geutebrück 1831-36
Neogotische Fassade von Rossbach 1897
unwesentliche Kriegsbeschädigung
Sprengung 30. Mai 1968

und

2. Augusteum
1831-36, Albert Geutebrück
1892-97 Umbau durch Arwed Rossbach
relativ starke Kriegsbeschädigung, aber keine Totalzerstörung, wiederaufbaufähig
Sprengung 30. Mai 1968

danach Entfernung der Überreste und Neubau der DDR-Uni bis 1974
Abriss der DDR-Uni ab 2007
Neubau bis 2015

https://de.wikipedia.org/wiki/Paulinerkirche_(Leipzig)
https://de.wikipedia.org/wiki/Augusteum_(Universität_Leipzig)

Für diesen schlimmsten Zerstörungsfall gibt es eine größere Fülle an Bildern.

Bilderquellen
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Paulinerkirche_(Leipzig)?uselang=de
https://www.archiv.uni-leipzig.de/geschichte
http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel91872.html
http://www.paulinerkirche.org/tmp/buckel/buckel.htm
http://remus.shidler.hawaii.edu/genes/Saxony/Leipzig/homep.htm
http://www.heimat-leipzig.de/mainpage/exponat.php

1749


1836 Geutebrück'scher Zustand


um 1890


vor 1899


um 1900 Rossbach'sche Fassade














Kontext Augustusplatz um 1930






1950


1953




1950er


1952


1951 Hof


1955


1955


1960er


1966


1968


Sprengung









Danach





2012
 

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Discussion Starter · #6 ·
es wird deprimierend sein, aber nötig, um das Ausmaß der Zerstörung zu dokumentieren
das schlimmste kommt zuerst
und nun ein weiterer Akt DDR-Barbarei

3. Markuskirche, Stadtteil Reudnitz
1884, Gotthilf Ludwig Möckel
1903 Neuausmalung unter Anleitung von Möckel
1943 Zerstörung der Fenster durch Druckwelle, ansonsten keine nennenswerten Kriegsschäden
Sprengung 25. Februar 1978 (Schiff) und 4. März 1978 (Turm) wegen Baufälligkeit

seitdem Grünfläche

https://de.wikipedia.org/wiki/Markuskirche_(Leipzig)

Bilderquellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Markuskirche_(Leipzig)
http://www.gewalcker.de/gewalcker.de/leipzig_markuskirche.htm
http://www.stadtmuseum-leipzig.de/site_deutsch/sammlungen/objektdatenbank/framesetting.html
http://www.bildindex.de

Entwurf von Gotthilf Ludwig Möckel


um 1900


1905, die anderen Häuser existieren noch


ursprüngliche Ausmalung, vor 1903








1905




1957


1978 vor Sprengung


Sprengung 1978


2008, der hohe Baum entspricht etwa dem Turm
 

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Leipzig ist diesbezüglich ja noch recht glimpflich davongekommen (Markus, Andreas, Trinitatis, Johannis). In Dresden hat man auf altstädter Seite fast alle mehr oder weniger zerstörten Kirchen zusammen mit den Trümmern der gründerzeitlichen Vorstädte ersatzlos abgeräumt.
 

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Das … ist … unfassbar …
in der Tat, OMG!

:madwife:

@Saxonia, wohl war..., in Berlin könnte man da auch ein Buch füllen. Solche Threads schmerzen, aber gleichzeitig zeigen sie auch, wie die DDR einen gewissen Kampf und eine Säuberung geführt hat.
 

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Discussion Starter · #10 ·
4. Johanniskirchturm
1746-49 Anbau des barocken Turms an die bestehende Johanniskirche aus dem 16. Jh.
1894-97 Abbruch des Kirchenschiffs und neobarocker Neubau von Hugo Licht unter Beibehaltung des barocken Turms
1943 Beschädigung von Schiff und Turm
19. Februar 1949 Abriss des stark zerstörten Kirchenschiffs
1956 Sanierung des Turms, Schutz durch Notdach
Sprengung 9. Mai 1963

seitdem Grünfläche

ein Verein bemüht sich um den Wiederaufbau, aber leider bisher ohne großen Erfolg
http://www.johanniskirchturm.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Johanniskirche_(Leipzig)

Bilderquellen
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Johanniskirche_(Leipzig)?uselang=de
http://www.johanniskirchturm.de/

1887, barocker Turm, Schiff 16. Jh., davor Luther-Melanchthon-Denkmal


um 1900 nun mit neobarockem Schiff




um 1930, dahinter Grassimuseum


Kriegsschäden vor Abbruch des Schiffes 1949




1951


Sanierung 1956


1957 mit Notdach


1963 vor Sprengung


Sprengung



Trümmer




2009

http://www.panoramio.com/photo/22529471
 

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Allein Bachs Grab wäre es wert gewesen, die Kirche zu erhalten.
 

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I got really angry when I saw it. I confess I can't see this thread, it disturbs me. I thought all these buildings were destroyed during the war, but not! They have been torn down after war. It explains why people hate communists! I think communism is some kind of mental and moral disease. It should already have been vanished on the earth.
 

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Discussion Starter · #13 · (Edited)
^^While the communists did do a lot of damage, probably more houses have been demolished since 1990 than before. Admittedly, the communists destroyed more significant buildings like churches, the Gewandhaus and old buildings in the city center, and also tore down entire neighborhoods, whereas the more recent destruction has been mostly limited to individual houses further away from the center. Here's an example of one such house>

5. Karl-Heine-Straße 30, Ecke Zschochersche Straße, Stadtteil Lindenau an der Grenze zu Plagwitz
1890
Abbruch Herbst 2004

seitdem Freifläche

Bilderquellen
http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=s0030620
http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=s0018612
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:M4_burning_leipzig.jpg
http://www.bildindex.de
http://www.panoramio.com/photo/17646464
Google SV

um 1900, rechts


um 1930, rechts


1945, rechts, Kriegsszene, aber Haus unbeschädigt


1996


2004




2008, ein geringer Teil der Erdgeschossmauern blieb stehen
 

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Was soll das dann eigentlich immer? Hatten die keine Lust / kein Geld mehr, die Mauerreste auch noch niederzulegen oder warum sieht man das immer wieder, dass so ein kleiner Rest über bleibt?
 

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Discussion Starter · #17 ·
^^Man muss sich eigentlich glücklich schätzen, wenn die Fläche nach dem Abriss so anspruchsvoll gestaltet wird, denn meistens entsteht eine einfache Brachfläche.

6. Nürnberger Straße 24, Ecke Auguste-Schmidt-Straße, Südostvorstadt
um 1885
Abbruch Juli 2010

Grund ist der Abbruch des Eckgebäudes Nürnberger Straße 24 / Auguste-Schmidt-Straße 17. Durch den Befall mit „echtem Hausschwamm“ seien Teile der Decke und das Treppenhaus bereits eingestürzt. Das ganze Gebäude drohe, in sich zusammenzufallen. Bauordnungsamt und Denkmalpflege hatten sich laut Mitteilung seit mehr als sechs Jahren um eine Sanierung bemüht. Das Haus sei in der Zeit mehrfach verkauft worden, kein Eigentümer habe aber in die notwenige Instandsetzung investiert. Nun bestehe keine Alternative mehr zum Abbruch.
http://nachrichten.lvz-online.de/le...g-bis-montag-gesperrt/r-citynews-a-38827.html

seitdem Brachfläche

Bilderquellen
http://www.bildindex.de
http://nachrichten.lvz-online.de/le...g-bis-montag-gesperrt/r-citynews-a-38827.html
http://www.panoramio.com/photo/54661899
http://www.stadtbild-leipzig.de/Baustelle/Abriss/Abriss.html
http://www.flaechen-in-leipzig.de/brachen/flaechen_angebot.asp?sel=102,0,0,35987


1992, rechts


2009, rechts, Nr. 26/28 fehlen bereits, siehe nächsten Beitrag


2010


Abbruch Juli 2010








2013, Zustand bis heute unverändert
 

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Discussion Starter · #18 ·
7. Doppelwohnhäuser Nürnberger Straße 26/28, Ecke Seeburgstraße, Südostvorstadt
1850/60 (Nr. 26), 1874 (Nr. 28)
Abbruch nach 1992, vor 1998

seitdem teilweise überbaut, teilweise Parkfläche

Bilderquellen
http://www.bildindex.de
Google SV

Mai 1992, Seite zur Nürnberger


Schmalseite zur Seeburgstraße


2008, Neubau Pflegeheim von 1998-2000 und Parkfläche
 

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Discussion Starter · #19 ·
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