Skyscraper City Forum banner
1 - 18 of 18 Posts

·
Registered
Joined
·
239 Posts
Discussion Starter · #1 · (Edited)
Adresse: Schwere-Reiter-Straße / Infanteriestraße / Heßstrasse, München Schwabing-West, Deutschland
Höhe:
Stockwerke: 4, 8 bzw. 11
Baustart: 2008
Bauende: 2010
Stadtbezirk: Schwabing
Grunstücksfläche: 5,5 ha
Architekt: Kazunari Sakamoto
Investoren: bauhaus münchen GmbH & Co. KG
CONCEPT BAU - PREMIER GmbH
GBWAG Bayerische Wohnungs-Aktiengesellschaft
GEWOFAG Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG München
GWG Gemeinnützige Wohnstätten- und Siedlungsgesellschaft mbH
Südhausbau Verkaufsgesellschaft mbH
WOGENO München eG
Weblinks: http://www.werkbundsiedlung-wiesenfeld.de/
Info über den Architekten
Neue Zürcher Zeitung
Baunetz
Concept Bau

Text von der Werkbundsiedlung-Wiesenfeld Website:

Die Werkbundsiedlung Wiesenfeld entsteht auf der Grundlage des städtebaulichen Konzepts des japanischen Architekten Kazunari Sakamoto. Die zwölf über den Wettbewerb ausgewählten Büros haben über den Sommer 2006 Testentwürfe für die einzelnen Haustypen der Werkbundsiedlung erarbeitet. Das Planungsreferat erstellt nun den Bebauungsplan, das Büro Sakamoto wird hierfür sein Konzept für das Gesamtareal auf Basis der in den Testentwürfen gewonnenen Erkenntnisse fortentwickeln. Anschließend werden die Bauherren die Architekturbüros mit der Planung der einzelnen Gebäude beauftragen.

In Ergänzung der Arbeit an städtebaulichen und architektonischen Fragen startete der Werkbund gemeinsam mit den Bauherren Qualitätsprojekte in vielfältigen Bereichen. Ziel dabei ist beispielsweise der frühzeitige Aufbau einer funktionierenden Nachbarschaft in der Werkbundsiedlung, um sie zu einem lebendigen, attraktiven Wohnquartier werden zu lassen. Es wird überlegt, welche organisatorischen und baulichen Voraussetzungen für die Erreichung dieses Ziels notwendig sind.

Schon jetzt beginnt beispielsweise die Wogeno, als genossenschaftlicher Bauherr im Rahmen der Werkbundsiedlung, mit der Einbeziehung zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner in die Planung. Ein weiteres Ziel sind gut gestaltete und handwerklich gut gemachte Möbel, ein wichtiges Merkmal der historischen Werkbundsiedlungen. Hier gibt es die Idee, dass eine Kooperation von Schreinern die Möbelentwürfe von Architekten umsetzt und dann den zukünftigen Mietern der Werkbundsiedlung die in Kleinserien hergestellten Möbel zu einem mit Massenwaren konkurrenzfähigen Preis anbietet. Für weitere Qualitätsprojekte gibt es eine Vielzahl von Ideen. Fachdiskussionen auf den Werkbundtagen begleiten die Planung. Dabei werden soziale und demographische Fragestellungen ebenso behandelt wie technische und gestalterische Themen.

Renderings/Übersichten:












 

·
Banned
Joined
·
850 Posts
ich kann mir vorstellen dass dieses projekt ziemlich erfolgreich wird.
so wie ich das sehe hat fast jede wohnung eine terrasse/balkon/loggia oder in den türmen zumindest eine tolle aussicht + jede durchschnittlich grosse wohnung ist in alle 4 himmelsrichtungen orientiert + grosse fenster + dachgärten.
zudem besteht praktisch der gesamte aussenraum aus sinnvoll nutzbaren plätzen oder gärten. äusserst selten für zeitgenössischen wohnbau.
 

·
Registered
Joined
·
239 Posts
Discussion Starter · #6 ·
Grundsätzlich hat man sich für den Sakamoto-Entwurf entschieden. Jetzt geht es wohl darum, wie viel an dem Ursprungsentwurf verändert wird. Natürlich hat das Projekt wegen seiner Aussergewöhnlichkeit viele Gegner. Unter anderem wird erwägt, die Bauhöhe zu begrenzen auf z.B. 6 oder 7 Stockwerke. Haupteinwand sind ausserdem die hohen Baukosten, da die Grundrisse der Wohnungen Aussenwänden nach fast allen Himmelsrichtungen vorsehen d.h. Aufzüge, Treppenhäuser, Anschlüsse etc. pro Wohnung sind verhältnismässig teurer. Mache Politiker argumentierten auch, dieser "verschwenderische Umgang mit Raum und Ressourcen" widerspreche dem aktuellen Trend in Richtung Kampf gegen den Klimawandel...

Man darf also in der Tat gespannt sein, was vom Ursprungsentwurf übrig bleibt. Die ersten Reaktionen auch in diesem Forum zeigen, dass dieses Projekt das Potenzial hat, die Eintracht und Langeweile im Münchner Wohnungsbau zu unterbrechen...
 

·
Registered
Joined
·
239 Posts
Discussion Starter · #8 · (Edited)
Tja, dieser Artikel wirkt ja einigermassen ernüchternd. München sollte sich wohl wirklich an seinen Glanzmoment im modernen Städtebau erinnern, den Olympiapark! Damals wurden öffentliche Gelder in etwas außergewöhnliches investiert - und die Stadt hat einen Park mit Wahrzeichen-Charakter geschenkt bekommen. Das Olympische Dorf ist heute weltweit eines der wenigen gelungenen Beispiele der Siedlungsarchitektur der 60er Jahre.
Seht selbst: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=467916
Infos zur Werkbund-Weissenhofsiedlung Stuttgart von 1927:
www.weissenhof.de/
www.weissenhofsiedlung.de
www.weissenhof2002.de

Das ist jetzt ein bißchen off-topic: Die Investoren muss man natürlich auch verstehen. Die wollen maximalen Profit erzielen, und das erreicht man nun mal nicht gerade mit Sozialwohnungen. Ich begreife nicht, warum nicht wenigstens im Top-Segment, das in München ja nun mal wirklich seine Kunden findet, ein bisschen mehr in architektonische Qualität und Außergewöhnlichkeit investiert wird. Ich weiss von Städten wie Amsterdam und London, dass dort derzeit zu Hauf unglaublich spannender und aussergewöhnlicher Wohnraum gebaut wird. Da werden Unsummen investiert, allerdings kann auch gewinnbringend wieder verkauft und vermietet werden. Welche Stadt in Deutschland, wenn nicht München, hätte den Markt für außergewöhnlichen Wohnraum im Top-Segment? Warum macht's hier keiner?
 

·
LIBERTINED
Joined
·
45,346 Posts
Dieses Projekt kann einen gewissen Lego-Charme nicht leugnen... Auf der anderen Seite aber auch interessant, dass man sich an sowas überhaupt rantraut, Respekt!
Ich plädiere allerdings auch für reichlich höherwertigen Privatresidenzbau, das hätte München jedenfalls verdient. Überhaupt ist es doch sinnvoller, auch architektonisch qualitative Gebäude in der Stadtlandschaft empor wachsen zu lassen, damit lassen sich wesentlich höhere Preise erzielen - und sie werden wesentlich dauerhafter (und dadurch später auch flexibler und verträglicher für Mutter Natur durch nicht erforderlichen Abriss o.Ä.), darüber hinaus bereichern sie das Stadtbild weit mehr - warum also Allerweltsbauten nach Schema F bauen?

Mehr Mut ist die umgehend einzuschlagende Richtung im Wohnungsbau! :cheer:
 

·
Registered
Joined
·
239 Posts
Discussion Starter · #15 ·
Bereits am 08.05.07 war in der Frankfurter Rundschau folgendes zu lesen:

"Die Werkbundsiedlung Wiesenfeld wird kommen. Mit dem Siegerentwurf, woran sich weit über München hinaus Hoffnungen auf eines der ehrgeizigsten Wohnbauvorhaben knüpften, dürfte sie aber nichts mehr zu tun haben."

Link zum vollstädigen Artikel: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/architektur/?cnt=1130461
 

·
Registered
Joined
·
239 Posts
Discussion Starter · #16 ·
Aus dem Baunetz vom 15-06-07: Neuer Planungsstand für Münchner Werkbundsiedlung / Der Entwurf wurde hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit überarbeitet

"...Die wesentlichen planerischen Veränderungen betreffen die Vergrößerung der Gebäudegrundflächen und eine Differenzierung der Baulängen und -breiten je Haustyp und damit eine deutliche Reduzierung der Gebäudeanzahl."

Kommentar von Baunetz:

"...Bleibt zu hoffen, dass das Projekt diesen Charme in den kommenden „Optimierungsphasen“ beibehält. Und nicht zu einer zweiten Theresienhöhe verkommt."

Vollständiger Artikel: http://www.baunetz.de/db/news/?news_id=84087











Zum Vergleich: Ursprünglicher Entwurf
 
1 - 18 of 18 Posts
Top