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Discussion Starter · #1 ·
Wenn die Fanzone am Ring eine Erkenntnis gebracht hat, dann jene, dass auch ohne durchgehenden Autoverkehr auf dieser Strecke die restliche Mobilität in der Stadt nicht zusammenbricht.

Verkehrsexperte Hermann Knoflacher von der Technischen Universität Wien könnte sich sogar vorstellen, Teile des Rings gänzlich sperren zu lassen. Er forderte mehr Mut in der Debatte.

"Es wird Zeit, dass man den ersten Bezirk verkehrsmäßig aufwertet ", schlägt Knoflacher vor. "Der Ring ist eine Lieferstraße, mehr nicht." Er verweist auf das Beispiel Kärntner Straße, deren "Befahrbarkeit "seinerzeit mit Zähnen und Klauen verteidigt worden sei: "Wir haben damals 80.000 Autos am Stock-Im-Eisen-Platz gehabt."

1968 habe man eine Untersuchung durchgeführt, wonach man aus der Kärntner Straße problemlos eine Fußgängerzone machen könnte, was wütende Proteste zur Folge hatte: "Es gab furchtbare Sitzungen im Alten Rathaus, da bin ich übelst beschimpft worden. Die Geschäftsleute haben mich als Killer der Innenstadt bezeichnet."

Bis die Idee in die Tat umgesetzt wurde, habe es eine Art Anlassfall gebraucht. Denn gesperrt werden musste die damalige Verkehrsader letztlich mit dem Bau der U-Bahn auf dem Stephansplatz, schilderte Knoflacher. Dabei blieb es dann auch, und die Kärntner Straße ist heute eine der prominentesten Flaniermeilen Mitteleuropas.




Ich habe mir das schon mal überlegt und würde eine permanente Ringsperre eigentlich nicht schlecht finden.
Die Kärntnerstraße hat sich ja auch zu einer tollen, belebten Einkaufsstraße entwickelt.
Der Ring wäre eigentlich auch ideal um dort weitere Geschäfte rund um die architektonischen Schönheiten zu bilden. Im Moment ist er für Bewohner und Touristen mehr abschreckend als anziehend, da dort Tausende Autos vorbeifahren. Ohne diese Belastung könnten Fußgänger und Fiaker dort ohne weiteres und gemütlich flanieren. Ich glaube, es würde zu einer Aufwertung der gesamten Gegend führen.
 

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Discussion Starter · #4 ·
MHS sowieso. Der Autoverkehr ist dort störend. Dazu müsste man aber das ganze Verkehrsnetz rundherum anpassen. Diese Arbeit will sich keiner antun.

Der Ring soll ja auch nur teilweise gesperrt werden!
Dort könnte man sicher sehr gut flanieren!
Also ich fände das sehr angenehm und denke, es würde Wien nur gut tun.
 

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>>Dagegen. Der Ring ist keine Einkaufsstraße.
>>Dort würde man nicht flanieren wollen, oder?

Das sehe ich auch so. Der Ring ist vor allem in diesen Bereich keine Flaniermeile. Es gibt dort weder großartig viele Anrainer, noch Shops. Ohne künstliche Bespielung wäre das eine tote Zone. Siehe Rathausplatz im Vergleich zum Stephansplatz. Der Rathausplatz muß das ganze Jahr über mit Veranstaltungen (Eistraum, Filmfest, Christkindlmarkt uvm.) "am Leben gehalten" werden, was auch gut gelingt. Am Stephansplatz aber sind immer viele Leute unterwegs, obwohl es dort kein nennenswertes Programm gibt.
 

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Als Nichtwiener kann ich nur spärliche Eindrücke wiedergeben, aber mir kommt vor am Ring ist sehr viel los: Seien es die Touristen die zwischen Heldenplatz, Parlament und Rathaus pilgern oder die ganzen Leute die sich zwischen Karlsplatz und Uni per Tram fortbewegen. Und dass am Rathausplatz viele Events stattfinden spricht ja eher für viele Menschen in der Gegend.

Damit will ich nicht sagen, dass hier solche Menschenmassen ein Ende des MIV erzwingen würden. Aber wenn es den Ring offensichtlich nicht als MIV Fläche braucht (das ist natürlich Ansichtssache), warum dann nicht gleich sperren und die Gegend immens aufwerten? ÖPNV, Taxis, Fahrräder, Inlineskater, Fußgänger usw bleiben und erhalten noch dazu Vorteile.
 

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Discussion Starter · #7 ·
Als Nichtwiener kann ich nur spärliche Eindrücke wiedergeben, aber mir kommt vor am Ring ist sehr viel los: Seien es die Touristen die zwischen Heldenplatz, Parlament und Rathaus pilgern oder die ganzen Leute die sich zwischen Karlsplatz und Uni per Tram fortbewegen. Und dass am Rathausplatz viele Events stattfinden spricht ja eher für viele Menschen in der Gegend.

Damit will ich nicht sagen, dass hier solche Menschenmassen ein Ende des MIV erzwingen würden. Aber wenn es den Ring offensichtlich nicht als MIV Fläche braucht (das ist natürlich Ansichtssache), warum dann nicht gleich sperren und die Gegend immens aufwerten? ÖPNV, Taxis, Fahrräder, Inlineskater, Fußgänger usw bleiben und erhalten noch dazu Vorteile.
Genauso sehe ich das auch. Zumindest den Bereich zwischen Rathaus - VoGa - Heldenplatz, wo viele Touristen unterwegs sind könnte man so aufwerten.
 

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Lasst auch mich meinen Senf dazu geben:

Einer, der den Ring schon seit Kindheit (über 50 Jahre!) zu jeder Jahres- und Tageszeit begangen hat, ihn also von einer Zeit her kennt, wo außer einer rumpelnden Straßenbahn und drei oder vier Autos auf diesem als Prachtstraße angelegten Boulevard nix los war als gähnende Leere, kann Euch sagen, dass der wunderbare Großstadtverkehr, auf beiden Seiten eingebettet in breiten Promenaden, auf denen Leute im Schatten von Bäumen flanieren können, um vieles attraktiver ist, als der Vorschlag einer, seien wir uns ehrlich, langweiligen Fußgängerzone. Ich fände das also nicht als Aufwertung. Die Ringstraße ist NICHT die Prater Hauptallee, eine Fußgängerzone, sondern eine wichtige Arterie einer Großstadt, die die City auf einer Seite umschlingt.
 

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... Und dass am Rathausplatz viele Events stattfinden spricht ja eher für viele Menschen in der Gegend ...
Am Rathausplatz finden viele Events statt weil der Platz mit dem wunderschön beleuchteten Rathaus dafür wie geschaffen ist. Aber an den wenigen Tagen im Jahr wo es weder ein Event noch die dazugehörigen Auf- oder Abbauarbeiten gibt ist der Platz wie ausgestorben. Der Platz wird also nicht bespielt weil soviele Menschen dort sind, sondern damit Leute hinkommen.

Die großen Touristenmassen schieben sich zwischen Museumsquartier (Dort ist übrigens auch ohne große Veranstaltungen in der warmen Jahreszeit immer viel los. Und das eigentlich rund um die Uhr.) Kunst- und Naturhistorischen Museum, Hofburg und der Innensatdt Michaelaplatz-Kohlmarkt hin und her. Dort sind auch die vielen Museen und Shoppungmöglichkeiten. 300 Meter weiter Richtung Parlament, Rathaus und Burgtheater sind schon viel weniger Touristen zu Fuß unterwegs. Sie sitzen dann schon in der Straßenbahn oder dem Sightseeingbus und machen gerade mal eine kurzen Fotostopp.
 

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Der Platz wird also nicht bespielt weil soviele Menschen dort sind, sondern damit Leute hinkommen.
Das ist jetzt so eine Henne/Ei Diskussion. Fakt ist, dass es dort sowohl Events, als auch Menschen gibt.

Übrigens heute im Standard auf Seite 2 wurde die selbe Erkenntnis verkündet: Wien braucht den Ring offensichtlich nicht als MIV Ader.
 

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Das ist jetzt so eine Henne/Ei Diskussion. Fakt ist, dass es dort sowohl Events, als auch Menschen gibt.
Glaub mir, es kann sehr öd sein dort. Das ist nicht der Rathausplatz von Graz oder Kopenhagen. Die Leute sind am Graben und auf der Kärntner Straße, also dort wo schon Fußgäüngerzone ist. Die wird man jetzt durch eine neue FGZ ohne Geschäfte, Lokale, etc. nicht auf den Ring locken.
 

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>>Dagegen. Der Ring ist keine Einkaufsstraße.
>>Dort würde man nicht flanieren wollen, oder?

Das sehe ich auch so. Der Ring ist vor allem in diesen Bereich keine Flaniermeile. Es gibt dort weder großartig viele Anrainer, noch Shops. Ohne künstliche Bespielung wäre das eine tote Zone. Siehe Rathausplatz im Vergleich zum Stephansplatz. Der Rathausplatz muß das ganze Jahr über mit Veranstaltungen (Eistraum, Filmfest, Christkindlmarkt uvm.) "am Leben gehalten" werden, was auch gut gelingt. Am Stephansplatz aber sind immer viele Leute unterwegs, obwohl es dort kein nennenswertes Programm gibt.
Ich stimme insofern zu als man für eine eventuelle Sperre von Teilen des Rings auch ein Konzept zu dessen Nutzung vorlegen müsste. Als Geschäftsstraße eignet es sich sicherlich nicht. Falls man andere vielversprechende Nutzungsmöglichkeiten vorschlagen kann wäre es sicherlich eine genauere Prüfung wert.

Bzgl. Rathausplatz vs Stephansplatz, beide können kaum miteinander verglichen werden. Letzterer ist das unumstrittene Zentrum Wiens. Der Rathausplatz hat auch eine ganz andere Funktion. Einerseits bietet er Erholungsmöglichkeiten im mit viel Grün und großen Bäumen, andererseits bietet die zentrale Achse einen hervorragenden Veranstaltungsraum. Aufgrund der Form eignet sich dieser Platz auch besser für Veranstaltungen all der Stephansplatz.

Meiner Meinung nach erfüllen beide Plätze sowohl Stephansplatz als auch Rathausplatz ihre Funktion ziemlich gut.

Was möglicherweise sinnvoll wäre, wäre den Ringradweg ev. auf Kosten einer Fahrspur geradlinig zu gestalten und vom Fußgängerweg zu entflechten. Diese würde nicht nur die Kapazitäten des Fußgängerwegs auf ein vernünftiges Maß erweitern (der ganze Ring wäre zu viel), andererseits würde es die Hauptverkehrsader des Radverkehrs deutlich aufwerten. Problematisch könnte diesbezüglich die Straßenbahn sein. Diese eine Spur hineinzuverlegen um Platz für einen solchen Radfahrweg zu machen könnte etwas teuer sein.
 

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Am Rathausplatz finden viele Events statt weil der Platz mit dem wunderschön beleuchteten Rathaus dafür wie geschaffen ist. Aber an den wenigen Tagen im Jahr wo es weder ein Event noch die dazugehörigen Auf- oder Abbauarbeiten gibt ist der Platz wie ausgestorben. Der Platz wird also nicht bespielt weil soviele Menschen dort sind, sondern damit Leute hinkommen.
Der Platz wird nicht bespielt damit man die Leute dort hinschaufeln kann, sondern weil er für Veranstaltungen optimiert ist. Wenn dem nicht so wäre, könnte man ihn deutlich anders gestalten. Als Veranstaltungsplatz braucht man aber eine große freie Fläche.

Die großen Touristenmassen schieben sich zwischen Museumsquartier (Dort ist übrigens auch ohne große Veranstaltungen in der warmen Jahreszeit immer viel los. Und das eigentlich rund um die Uhr.)
Das Museumsquartier ist meiner Ansicht nach ein sehr gelungenes zeitgenössisches Beispiel eines funktionierenden autofreien zentralen Platzes. Er eignet sich aber bei weitem nicht so für große Veranstaltungen wie der Rathausplatz. Das mach auch nichts, denn erstens hat man den Rathausplatz, und zweitens liegt die Spezialisierung des MQ ja auch wo ganz anders.
 
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