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Rapperswil: Heute reicht die «IG Hochhaus ? nein danke» Einsprache gegen das geplante Hochhaus Nachtweid ein
Von einem Zeichen unserer Zeit sprechen die Stadtbildplaner. Die Anwohner reichen heute Einsprache ein. Am Hochhausprojekt Nachtweid am Lattenhofweg scheiden sich die Geister. Enden könnte das Ganze in einer Urnenabstimmung über die Umzonung.
Philipp Wyss


Das Hochhausprojekt der Architektengemeinschaft Oberholzer und Rüegg ist das fünfte Projekt für die Parzelle 535 am Lattenhofweg in Rapperswil. Sämtliche in den vergangenen Jahren involvierten Architekten planten an dieser Stelle einen Riegel. Dazu wäre auf Grund der identischen Ausnützung wie beim geplanten Hochhaus die gesamte Wiese, inklusive jene der bestehenden Remise im Fortsatz der Kosthäuser, bebaut worden. Auch die Architektengemeinschaft Oberholzer und Rüegg entwarf in einem einjährigen Prozess zunächst ein solches Projekt. Weil Rapperswil aber über wenig Bauland verfügt, hatte Stadtbildplaner Heinz Schöttli die Idee, den Längsbau aufzustellen. Auf dem Zeichentisch der Architekten entstanden die Pläne für das Hochhaus.

Widerstand aus der Nachbarschaft

Auf dem Land zwischen der Jona, der Bahnlinie, der Holzwiesstrasse und den ehemaligen Kosthäusern am Lattenhofweg soll ein 46 Meter hohes Gebäude erstellt werden. Dazu ist im nördlichsten Teil des Rapperswiler Stadtgebiets eine Umzonung von der zwei- in die viergeschossige Wohn- und Gewerbezone nötig. Und dazu regte sich vor geraumer Zeit Widerstand. Dieser kommt mehrheitlich aus den umliegenden Wohnungen in der ehemaligen Spinnerei Brändlin, die sich in Jona befinden, den Kosthäusern und der unter Heimatschutz gestellten Papiermühle. Diese Liegenschaften wurden vor Jahren sanft renoviert und wieder bewohnt.

Verdichtung für Rapperswil sinnvoll

Paul Knill, Mitglied der Stadtbildkommission, sprach anlässlich einer Informationsveranstaltung der UGS Rapperswil-Jona am Montagabend von «einem kräftigen Volumen», als er über das geplante Hochhaus redete. «Aber auch der Hügel Geisrain, die Bahnlinie, der Fluss, die Strasse sowie die umliegenden ehemaligen Industriebauten sind kräftige Elemente.» Knill ist überzeugt, dass sich das Hochhaus harmonisch in die Landschaft setzen wird. Brigitte Rüegg-Schaefer, im Rapperswiler Stadtrat für das Ressort Bau und Liegenschaften zuständig, sagte vor den rund 90 Anwesenden: «Eine solche Art der Verdichtung macht für Rapperswil Sinn. Es ist die einzige Möglichkeit, neuen und interessanten Wohnraum zu generieren. Das Hochhaus lässt die darumliegenden Flachbauten leben und zerdrückt sie nicht.» Weitere, vergleichbare Verdichtungsprojekte sind nicht geplant.
Ganz anders sehen das die Anwohner der 31 umliegenden Parteien und in der Enklave Vogelau. In der Zwischenzeit zählt die «Interessengemeinschaft Hochhaus ? nein danke» 40 Mitglieder. Zudem wurden neun Spenden verbucht. Thomas Biedermann von der IG: «Wir Bewohner in diesem Gebiet schauen das Hochhaus von unten an. Das ist eine andere Perspektive, als sie die Planer von oben haben.» Biedermann stehen nach eigenen Aussagen «die Nackenhaare zu Berg», wenn er die Dimensionen des Projektes sieht. «Wir wussten schon beim Kauf unserer Wohnungen, dass auf der Wiese irgendwann gebaut werden wird. Wir haben auch Modelle gesehen. Aber nie war von einem Hochhaus die Rede.» Der IG stösst weiter sauer auf, dass Jona die Kontroverse um den Bau Rapperswil überlässt. «Vielleicht fehlte auf Grund der Vereinigungsabstimmung das politische Feingespür», glaubt Biedermann. «Aber es kann doch nicht sein, dass Rapperswil als Auftakt des Siedlungsgebiets ein Hochhaus plant, während man auf der Holzwiesstrasse oder im Zug nach Jona fährt. Zumal Rapperswil und Jona ab 2007 eine Stadt sind.»

Problem von Rapperswil ? und Jona

Die Rapperswiler Behörden betonten in der Angelegenheit stets, dass das Projekt mit Kanton, Heimat- und Denkmalschutz, Feuerpolizei, Wasserbau und der Nachbargemeinde Jona abgesprochen war. Eine Nachfrage eines Wohnungseigentümers an der Holzwiesstrasse beim Bauamt Jona ergab, dass die Joner Behörden über das Projekt informiert wurden, abgesprochen war die Angelegenheit aber nicht. Dem widerspricht Reto Klotz, Bausekretär in Rapperswil: «Sämtliche Stellen waren involviert. Auch die Gemeinde Jona. Erste Skizzen eines Hochhauses stammten ja gar vom Joner Stadtbildexperten.»

Einsprache wird heute eingereicht

Die am 23. April gegründete IG hat mit Jürg Bereuter einen Juristen beigezogen. Er wird heute, am letzten Tag der Frist, Einsprache gegen das Projekt einreichen. Auf welche Punkte der FDP-Kantonsrat aus Rorschacherberg eingehen wird, wollte die IG gestern nicht sagen. Die Einsprache wird durch den Stadtrat behandelt, der zeitliche Ablauf ist offen.
Die Einsprache könnte in weiteren Schritten vor das kantonale Baudepartement und vor das Verwaltungsgericht gezogen werden. Anschliessend wird die Umzonung für 30 Tage dem fakultativen Referendum unterstellt. Dann wären rund 250 Unterschriften von Rapperswilern nötig, um eine Urnenabstimmung über die Umzonung zu erreichen.
 
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