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Vor einigen Jahren hieß es die Altstadt von Salzburg stirbt aus. Man fürchtete dasselbe Schicksal zu erleiden wie Venedig. Keine Parkplätze, wenig Geschäfte des täglichen Bedarfs und beengte sowie veralterte Verhältnisse in den Wohnungen machten die Altstadt unattraktiv für Einheimische. Auch die astronomischen Mieten die in keinem Verhältnis zum Wohnungsstandard standen waren abschreckend und für Familien nicht leistbar. Doch in den letzen Jahren tat sich einiges im Bezug auf zeitgemäßes Wohnen in der historischen Altstadt von Salzburg. Neue Investoren investierten und investieren beträchtliche Beträge, um die ehrwürdigen Häuser, die teilweiße weit über hundert Jahre alt sind, mit viel Respekt zum Altbestand auf den heutigen Stand zu bringen. Oft werden auch durch modernen architektonische Elemente Akzente gesetzt, soweit dies im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz ist. Vor allem die rechte Altstadt blühte in den letzten Jahren regelrecht auf. Links der Salzach hat man aber bis Heute großteils mit den oben genanten Problemen zu kämpfen. Dies liegt vor allem an einigen wenigen schwarzen Schaffen, die die Altstadthäuser in Bausch und Bogen kaufen, nicht renovieren und bis auf die lukrativen Erdgeschossflächen leerstehend lassen. Dies ist auch in der berühmten Getreidegasse der Fall wo unten die internationalen Ketten ihre Ware verkaufen und oben die alte Substanz verfällt und leersteht. Spekulation der üblen Sorte eben!
Aber nun ein paar positive Beispiele:


Linzergasse ehem. Gasthof Traube:


Der Innenhof ist direkt an der Felswand des Kapuzinerberges und konnte modern interpretiert werden.




Dachgeschossausbau in der Bergstrasse:





Ein weiterer Dachausbau in der rechten Altstadt:
Da es Aufgrund der exponierten Lage nicht möglich ist das bestehende Dach zu verändern (würde die Dachstrucktur in der Innenstadt zerstören) wurde in das Dach eine aufwändige Terasse eingesetzt.






Kernsaniertes Bürgerhaus in der Imbergstrasse:
 

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Discussion Starter · #2 ·
Altes Rathaus Umbau Salzburg

Spannungsfeld Denkmalschutz und zeitgenössische Architektur



Das gemein Unmögliche - in der Schutzzone der Salzburger Altstadt zeitgenössische Architektur umzusetzen - ist hier durch Mitwirken aller Beteiligten gelungen: Das prämierte Wettbewerbskonzept konnte fast zur Gänze umgesetzt werden. Dank Erweiterung, Freilegung und Durchbruch wurde ein lichtdurchflutetes Entree für den Gemeinderat geschaffen. Politisch wie poetisch geglückte Herzstücke des Konzeptes sind die offene Treppenskulptur, das Dachatrium und die offene Passage mit singulärem Bodenbelag zur Salzach hin.








Quelle: http://www.maxrieder.at/
 

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Discussion Starter · #3 ·
Alt und Neu - moderne Architektur in der Altstadt

Ich finde gerade in Salzburg ist das bauen im Bestand ein wichtiges und sehr ausgeprägtes Thema. Salzburg ist ein schwieriges Pflaster für Architekten da große Teile der Bevölkerung gegen alles neue sind und der Altstadt und Denkmalschutz überall ein Wörtchen mitzureden hat. Deshalb mein Respekt an alle Architekten die sich das antun. Füllen wir diesen Thread mit schönen Beispielen für gelungenes Bauen in der Altstadt!
 

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Discussion Starter · #4 ·
Bezirksgericht Salzburg

Der Altbau wurde behutsam adaptiert, um den Charakter des vom renommierten Architekten Wunibald Deiniger geplanten, 80 Jahre alten Gebäudes zu bewahren. Das Bezirksgericht mit nun 3700 Quadratmetern Nutzfläche stellt eine gelungene Symbiose aus historischen Elementen und modernen Anforderungen an ein öffentliches Gebäude dar.

Die Architekten von HALLE 1 haben großen Wert darauf gelegt, auch Elemente aus der Errichtungszeit in das neue Nutzungskonzept zu integrieren: Einerseits sollen großzügige Glasflächen die Offenheit der Justiz nach außen tragen, andererseits passiert man beim Betreten des Hauses das originale Eisentor aus den 1930er Jahren, auch andere historischen Elemente wie Säulen, Geländer oder Stiegenhaus wurden integriert. So belassen wie von Deininger konzipiert wurde der Eingangsbereich aus schwarz-grauem Wachauer Marmor, dieser Naturstein zieht sich als farbliches Gestaltungselement durch das ganze Haus.







Kunst am Bau: Ziffern von barbara_musil


Quelle: Halle 1 Architekten
 

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Discussion Starter · #5 ·
ICT&S Center der Universität Salzburg

Die aktuelle Gestaltung – im Dialog mit der wissenschaftlichen Leiterin Dr. Ursula Maier-Rabler erarbeitet – bezieht sich auf die Inhalte, mit denen sich die MitarbeiterInnen und die 15 KollegiatInnen auseinandersetzen werden. Offenheit, Durchlässigkeit, Flexibilität, Vernetzung, technischer Fortschritt, Gebrauchswert und soziale Begegnung sind Begriffe dazu. An die Architektur stellt das DIE Herausforderung der Moderne: „form follows function“ – und das in einem Haus, dessen Kern auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

Liebevoll detailreiche Restaurierungsarbeiten für Fassaden, Stuckdecken, Barocktüren und Holzböden waren erforderlich, zeitgemäße Materialien wie Glas und Stahl sowie zukunftsweisende Technologien, z.B. für die Datenleitungen, kamen zum Einsatz.

Über den öffentlichen Zugangshof an der Wiener-Philharmoniker-Gasse erreicht man Kolleg, Arbeitsflur, Usabilitylab und Meetingroom. Die Lounge führt am Innenhof vorbei in die Centerleitung, die von der Sigmund-Haffner-Gasse auch direkt zugänglich ist. Im 1. Stock sind Arbeitsräume für ProfessorInnen und AssistentInnen eingerichtet.



 

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Discussion Starter · #6 ·
Kaigasse 32

Das Projekt Kaigasse 32 beweist, dass sich Respekt vor der Geschichte und moderne Ansprüche an Leben, Wohnen und Arbeiten sehr wohl vereinen lassen. Hinter der historischen Fassade offenbart sich High-tech in seiner komfortabelsten Form.











Quelle: Gachowetz.com
 

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Discussion Starter · #7 ·
Neue Residenz - Vom Verwaltungsbau zum Museum

Das Siegerprojekt des EU-weiten Wettbewerbes basiert auf dem Entwurfsgedanken, ein denkmal-geschütztes Gebäude, welches als Museum Kunst und Kultur der Vergangenheit dokumentiert, einerseits in den Bereichen Eingangsportal, Stiegen, Café, Shop und Garderobe zeitgemäß zu gestalten, andererseits aber mit der historischen Substanz verantwortungsvoll umzugehen. Ursprüngliche, originale Raumfolgen und Raum-strukturen wurden herausgearbeitet, zum Teil behutsam rekonstruiert und adaptiert. Der zentrale Innenhof dient dabei als Orientierungshilfe - u.a. wurde das Hauptstiegenhaus so angeordnet, dass Bewegung und Sicht zum Hof orientiert sind.










Quelle: http://www.kamue.at
 

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Discussion Starter · #8 ·
Haydenstrasse 8

Das Haus Haydnstraße 8, dessen straßenseitiger Bestandsbau auf einen im Jahre 1876 von Baumeister Georg Eschlauer errichteten Bau des Historismus zurückgeht, liegt in der Schutzzone II der Salzburger Altstadt und soll durch zwei architektonische Interventionen in seiner Substanz aufgewertet werden. Zum einem wird das Haupthaus um ein 4. Obergeschoß erweitert, zum anderen werden die Hofgebäude zur Gänze neu interpretiert und erweitert.
Die Aufstockung des Haupthauses springt dabei von der Straßenfassade zurück und nimmt mit seiner bewegten Dachlandschaft die differenzierten Strukturen der Umgebung auf. Durch das Vordach an der Straßenseite wird das horizontale Straßenbild verstärkt und zu einem Bild zusammengefügt. Im Hof setzt die plastische Bewegtheit der Körper im 4. Obergeschoß einen spannenden Kontrapunkt zu der schlichten Fassade des Bestands.

Ein wenig aus der dominanten Symmetrieachse verschoben, wird vor der Hoffassade ein Lift errichtet, der alle Geschoße des Hauptgebäudes anbindet.







Quelle: http://4-sided.andrew-phelps.com
 

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Discussion Starter · #9 ·
Imbergstrasse 31

Das Projekt Imbergstrasse 31 liegt in einer Zone, die dem strengen Salzburger Altstadterhaltungsgesetz unterliegt. Dort stand über Jahrzehnte das alte Diakonissenkrankenhaus. Nach langem Hin und Her hat die Altstadterhaltungskommission entschieden, dass die Bestandsbauten, welche ursprünglich durchaus hohe architektonische Qualität besaßen, aber im Laufe der Zeit, wie die meisten Krankenhäuser, durch Veränderungen und Vergrößerungen entstellt wurden, bis auf das Ursprungshaus des Ensembles abgebrochen werden dürfen.

Der weiße baukörper war das einzige, was noch von der alten bausubstanz erhalten werden konnte.







Ich finde das Projekt gut gelungen. Es wart den Respekt zum alten und zeigt, das auch modernes bauen im Welterbe möglich ist.

Quelle: halle1
 

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Discussion Starter · #10 ·
Große Aula der Universität

Eines der wohl am heißesten Diskutierten Bauten in Salzburg ist das Foyer der Großen Aula. Ich finde, nun nach dem das gesamte, sogenannte Festspielfoyer samt Hofstallgasse und Furtwänglergarten fertig ist, ist das gesamte Ensemble schlüssig und einer der schönsten Orte in der Altstadt. oder was meint Ihr?










Quelle: Universität Salzburg und http://4-sided.andrew-phelps.com/
 

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the hills have eyes
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Saubere Arbeit, jetzt haben wir auch endlich das nötige Quäntchen Altstadt dazubekommen! :eek:kay:

IM 31 gefällt mir persönlich auch recht gut, wie das mit dem Fels und den umliegenden Villen harmoniert, warum nicht gleich am Rehrl-Platz im selben Stil weiterbauen (an das denkt wieder keiner :dunno:)?

Ja der Festspielbezirk ist mittlerweile wirklich schön und wird bald noch attraktiver wenn die neue Pollerreihe in Betrieb geht und nicht mehr alles zugeparkt sein wird:




…obwohl nicht alle Autos dort eine schlechte Figur machen ;):






http://www.salzburg24.at/poller-reihe-in-hofstallgasse-kommt-erst-im-fruehjahr/3731606
http://www.audi.at/erlebniswelt/film_kultur_sport/kultur/klassik/salzburger_festspiele/
 

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Discussion Starter · #12 ·
Architekturtage 2014 "Bauen im Bestand"

50 Veranstaltungen hat die Initiative Architektur in Salzburg für die landesweiten Architekturtage am 16. und 17. Mai organisiert.
Der Schwerpunkt liegt beim "Bauen im Bestand". In Salzburg nahmen zahlreiche Altstadthäuser, welche aktuell um- und ausgebaut werden Teil.
Heute werden 50 bis 70 Prozent der Bauaufträge für Architekten und bereits mehr als die Hälfte der Baukosten in den Städten werde in "Bauen im Bestand" investiert. gerade in Salzburg, wo man nicht so einfach altes abreissen und etwas völlig neues bauen kann ist Bauen im bestand ein großes Thema.


Im Zuge der Architekturtage haben sich die junge Tiroler Architekten unvoreingenommen an Salzburg und das vielfach denkmalgeschützte Weltkulturerbe angenähert und interessante Ansätze geliefert. (Wenn das so mancher Altstadtschützer gesehen hätte :lol:).



Gepfuscht, verschandelt und ruiniert

"Es wird gepfuscht, verschandelt und ruiniert" - unter diesem Titel präsentiert das Theater "Ohne Titel" ein "Amt für Altstadtbeschwerden", bei dem "Fachleute für Architektur" den Ärger der Bürger über modernes Bauen "entgegennehmen und bearbeiten". Hinter dem Projekt "Spaghettiarchitektur" verbirgt sich ein Kinderprogramm, bei dem mit Nudeln und Heißklebepistole Architektur gespielt wird. Und nicht weniger spielerisch geht es beim Projekt "Franziska, lass mich schweben" zu. Dabei wird auf dem Residenzplatz mit Schalungsrohren aus Plastik praktisch funktionell gebaut - als eine Art performatives Lego-Spielen für laienhafte Stadtarchitekten unter Anleitung. :banana::banana:
 

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Discussion Starter · #13 · (Edited)
Villa Imberg

Eisl Architektur hat hier bei der Abdaptierung einer Stadtvilla wirklich gute Arbeit geleistet. Der Kontrast zwischen Altbau und dem Beton-Glas Lift könnte nicht unterschiedlicher sein. Toll auch was aus dem sehr niedrigen Dach herausgeholt wurde.






 

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Discussion Starter · #16 · (Edited)
Max Ott Platz 1

Das Projekt MOP Fünfhaus ist nicht wirklich eines meiner lieblings Projekte. Ich finde bei dem Dachaufbau wäre eindeutig mehr drinnen gewesen.
Schade auch, dass man die alte Fassade nicht rekonstruiert hat. Trotzdem gibt es ein paar Details die ganz gut gelungen sind, wie z.b. die Glasfassaden über mehrere Ebenen oder der Respekt Abstand zwischen Altbau und Neubau.



... dann sah es wirklich nicht mehr schön aus










Quelle:
www.ibt.at
http://www.fdt-gmbh.at/
 

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the hills have eyes
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Ich finde auch dass das Gebäude und dadurch der ganze Platz mehr Potenzial hätte. Es hätten mindestens drei oder vier Stockwerke (Aufstockung) anstatt zwei sein müssen so dass es entweder spitz oder rund abschließt. So aber fehlt das Highlight am ganzen Platz und es wirkt irgendwie abgezwickt.
Schade, denn das hätte so etwas wie das Flat Iron Building werden können (wenn man von der Größe her einmal absieht ;)):









http://www.reise400.de/new-york/flatiron-building.aspx
 

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Discussion Starter · #20 · (Edited)
Augustinergasse

Im Innenhof an der Felswand des Mönchsberges ist im Jahr 2003 ein schwebender Glaskubus entstanden welcher in einem kontrast zum straßenseitigen aufwendig renovierten Altbau steht.







Die Häuser an der Westseite des Mönchsberges würden wohl die Wenigsten als integralen Bestandteil der Salzburger Altstadt begreifen. Tatsächlich bildete die Augustinergasse bis zur Erweiterung der Schutzzone im Jahre 1995 eine Art Pufferzone.

Auf dem Bauplatz befinden sich zwei Altstadthäuser, die diese Geschichte irgendwie spiegeln. Das eine stammt aus dem späten 18. und das andere, mit einem traufseitig zur Straße orientierten Giebeldach aus dem späten 19. Jahrhundert. Beides bescheidene, um nicht zu sagen dürftige Bespiele ihrer Epoche. Wie es das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz verlangt, war für beide Gebäude ein Feststellungsbescheid erlassen worden. In diesen Erkenntnissen, wird denn bei architektonisch eher bedeutungslosen Gebäuden, gerne ihre Bedeutung für das Stadtbild und Stadtgefüge festgestellt, sprich sie sind zu erhalten. Vor dieser Situation standen Planer und Bauherr, die an dieser Stelle ihr komplexes Konzept eines kulinarischen Zentrums mit Restaurant und Barbetrieb, Kochschule, Feinkostladen und einem Geschäft für Tischkultur verwirklichen wollten.

Um das Ensemble mit den beiden Bestandsbauten und den in den Tiefen des Mönchsberges liegenden Kavernen zu einer funktionellen Einheit zusammenzuschließen, ersann der Architekt ein von hohen Metallstützen getragenes, gläsernes Brückengebäude, das als Klammer die disparaten Elemente vereint. Dieser Neubau setzt sich in Struktur, Form und Material scharf von den Bestandsgebäuden ab. Die divergenten Objekte wurden auf diese Weise quasi zu den Wohnstätten für die unterschiedlichen funktionellen Anforderungen, sodass das Gebäudekonglomerat die Komplexität des Programms spiegelt. Das “Magazin” in der Augustinergasse ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass das historisch Beiläufige intelligenter Erneuerung bedarf, um eine Zukunft zu besitzen.



Quelle. Planquatr.at
 
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