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Es gibt einige Aspekte die mich an Wien stören. Vor allem im Vergleich zu Shanghai oder Toronto und anderen Orten in der Welt. Die Qualität, die Gestaltung, das stylishe, jugendliche Element bei Neubauprojekten kommt meiner Ansicht nach nicht vor. Vieles wirkt spröde, altbacken und unattraktiv. Ich glaube und hoffe aber, dass sich das irgendwann ändern wird. Einen Anfang hat das Projekt "Bauernmarkt 21" gemacht. Ein auffallend hochwertiger neuer Ansatz. Das würde man gar nicht vermuten, dass so etwas in Wien entstehen soll, wenn man die letzten Jahre oder Jahrzehnte verfolgt hat.

Ich möchte nun dazu anregen, dass in Wien Projekte entstehen mögen, wie es sie in Shanghai gibt. Vielleicht liest ja hier ein Architekt oder Entwickler mit :).
In Shanghai gibt es einige tolle kleine Flanierprojekte mit stylishen kleinen Häusern, wo es viele Cafes, Restaurants, Buchhandlungen, Kunstgallerien, Boutiquen usw. gibt. Meist werden mehrere kleine Häuser in versetzter Form auf einem Grundstück angeordnet, sodass öffentliche Räume und Plätze entstehen. Immer wieder werden die Gehwege durch Platanen und Bepflanzungen geschmückt. Abends leuchten die LED Reklamen und insbesondere zur blauen Stunde ist der Eindruck ein Traum.
Wie man derlei Projekte in Wien umsetzen kann, da man ja den Shanghai Stil nicht kopieren wird (vor allem nicht die Shikumen), wäre dann im Detail auszuarbeiten.

Ich habe mir gedacht, zur Anregung liste ich einige Namen von Gebieten auf, wie ich mir das für Wien wünschen würde. Jeder kann dann selbst nachforschen, wie diese Projekte aussehen.

* Hengshanfang
* Yongping Lane
* Jiashan Market
* Tianzifang
* Sinan Mansion
* Xintiandi
* Fengshengli
* M50

Das sind einige dies gibt. Andere sind gerade in Bau. In Shanghai entstehen an verschiedenen Orten Flanierviertel die den Fußgänger von der Straße auf das Grundstück führen, auf dem der Fußgänger dann öffentliche Räume und Plätze, Aufenthaltsmöglichkeiten und Konsummöglichkeiten vorfindet. Es wäre ja auch nicht schön, wenn sich das Leben immer nur am Gehsteig abspielt wo daneben die Autos durchfahren. Die Mischung macht es.

Ich könnte mir derlei für Wien sehr gut vorstellen und finde, die Stadt hätte es sogar dringend nötig. Wien ist extrem schön, aber es mangelt an stylischen-modernen Gebieten. Der neue Hauptbahnhof ist nicht wirklich das was ich meine, auch wenn es vielleicht strukturell in die Richtung geht. In St. Marx könnte man so ein Stadtviertel bauen wo es Kunst, Kultur, Cafes, Restaurants, Boutiquen usw. gibt. Stylische Häuser aus Ziegel und Glas, kleine Cafes mit Dachterrasse, Bäume, Pflanzen, eine Wasserfläche, bunte Lichter, Märkte, man könnte dort ein touristisches Highlight setzen, dass in den Reisebüchern zu finden wäre. Ein paar Kunstatteliers dort noch wie im M50 oder dem 798 Art District von Beijing. Dazu Graffitys an manchen Häuserfassaden.

Ich finde, Wien hat Potential aber die Stadt schläft.
 
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Discussion Starter · #3 ·
Was ich noch anfügen wollte. In shanghai werden auch riesige Blöcke in einem recht einheitlichen Look verbaut. da stehen dann schonmal 8 Hochhäuser mit einer Geschäftszeile und einem paradiesisch anmutenden Innenhofgarten. Das muss Wien nicht übernehmen. Mir geht es um die besonderen Stadtviertel indem man als Fußgänger urbanes Leben erfährt. Quasi ein neues Modell für innerstädtische urbane Inseln. In China entstehen generell viele dieser Art. Mir gefällt das immer extrem gut, weil es auch einfach toll gemacht ist mit der Liebe zum Detail. Darum habe ich einige dieser Gebiete genannt damit sich jeder inspirieren lassen kann.
 

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Da ich auch längere Zeit in China verbracht habe, beteilige ich ich mal an der Diskussion. Ich fand diese Art von Viertel eigentlich auch immer sehr ansprechend. Enge Gassen, kleine Plätze, dazu viele Cafés, Bars, Restaurants, Shops, Kunstgalerien und das alles in einer Fußgängerzone mit ansprechender Architektur, weit weg vom Straßenlärm. War echt nett.
In Chengdu gibt's auch einige derartige, meiner Meinung nach sehr gelungene Projekte wie die neu gebauten Altstadtviertel oder Taikoo Li. Hier ein paar Bilder, damit man sich was darunter vorstellen kann:

[/url]Chengdu_travel_017 by JianEn Yu, auf Flickr

Chengdu_travel_012 by JianEn Yu, auf Flickr

R0280169_副本 by 别 摸我, auf Flickr

R0280178_副本 by 别 摸我, auf Flickr

Was mich aber an diesen Vierteln extrem gestört hat war, dass es reine Konsumviertel sind, in denen keine Menschen leben. In Peking hab ich in einem Hotel in einem ähnlichen, neu gebauten Altstadt-Shopping-Viertel übernachtet und nach Ladenschluss war in der ganzen, doch recht großen Gegend kein einziger Mensch auf der Straße. Wenn man Abend in's Hotel zurückgegangen ist, hat sich sich angefühlt als wenn man durch eine Geisterstadt laufen würde. War ein bisschen surreal das Ganze.
 

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Und warum gerade Wien? Warum sollten sich nicht auch Oslo, Edmonton, Riad und Nairobi an Shanghai orientieren? Orientieren wir uns doch weltweit alle an Shanghai, und nur an Shanghai und an sonst nichts. Wäre doch wirklich die Erfüllung eines lange gehegten Traumes, keine geschichts-, kultur-, klima- und geographiebezogenen architektonische Alleinstellungs-Städteformen mehr zu haben. Träumen wir nicht alle vom großen Vorbild Shanghai vor unserer Haustüre? Was machen wir noch hier? Ab auf die Barrikaden!
 

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Bei diesen Bildern aus Shanghai und Chengdu - den "Neubau Altbauvierteln" - musste ich an Sarona in Tel Aviv denken. Googlet das mal. Eine Templersiedlung, gebaut von deutschen christlichen Zionisten, die bis vor ein paar Jahren komplett verfallen ist. Vor einigen Jahren wurden die einzelnen Siedlerhäuser renoviert und in einen Park eingebettet. Untertags und frühabends ist es ja ganz nett (in den Häuschen sind Geschäfte und Lokale), aber im Prinzip ist es ein Freilufteinkaufszentrum, das in der Nacht verlassen ist. (hier ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=uh9KiTUb4fs)

Sowas mag ja ganz nett sein, aber es ersetzt kein echte lebendige Innenstadt. Es sind typische Investorenprojekte, die pseudo-öffentliche Räume schaffen. Wenn die Rendite nicht stimmt, dann verfallen die so schnell, wie sie zuvor auf Hochglanz getrimmt wurden. Echtes Stadtleben braucht halt auch eine Mischung aus Wohnen, leben, arbeiten, lernen, einkaufen usw. Ein paar Hochhäuser und dazwischen ein gemanagtes "Altbau" Viertel macht noch keine Urbanität. Als Tourist kanns einem egal sein. Man geht da je eh nur ein paar Stunden hin um was einzukaufen oder was zu essen und trinken. Und dann sind diese Dinger oft ganz nett.

Ich glaub, dass man trotzdem was draus lernen kann. Oft hab ich das Gefühl, weil es in österreichischen Städten noch Altbauten in Hülle und Fülle gibt, schätzt und schützt man die nicht. Das Sarona Viertel hätte man in Österreich wohl gleich abgerissen und durch Wohnblocks ersetzt... Also da finde ich kann man sich durchaus was abschauen, dass man in Neubauvierteln auch das bisschen an Altsubstanz, das es noch gibt, belässt - auch wenn es architekturhistorisch nicht bedeutsam ist. Es gibt den Orten zumindest etwas Identität und Geschichte.
 

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Alpen-Häschen der Zukunft
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Salzburg hat halt noch immer die beste Altstadt. ;) :lol:

Was soll denn der Schwachsinn mit Shanghai? China bleibt China & Wien bleibt Wien. In den meisten Ländern blinkt man im Kreisverkehr links, wenn man die dritte Ausfahrt nimmt - nur die Deutschsprachigen Länder habens noch immer ned kapiert wie schlau das ist! Mei. Darum ist Wien so wie es ist und darüber ist die ganze Welt sehr happy. Vor allem jedoch die Chinesen.

Die Tragik der Altbau-Abeisse in Wien ist halt n andres Thema und sehr sehr traurig... Hoffentlich bringt diese neue Bauverordnung dann auch wirklich was?!
 

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Discussion Starter · #13 ·
@ Signorrossi:

Du und i und jeder woaß. Die Wehlistraße die wird hoaß.
 

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Discussion Starter · #15 · (Edited)
Dreidecker, Sozialismus ist nicht Muss sondern kann weg, muss weg, ist wie eine Made im Speck ! Wenn du bist ein Sozi, dann werde ich ganz groggi.

Liebst du meine Gedichte ? Ich würde dir eines verkaufen :).

Dreidecker sinniert auf der Wehlistraße
Über die soziale Signatur
Umblickt in dieser grauen Wüste
Die Schönheit der Sozialbau Agentur
Schmeichelnd welkt er in Erinnerungen
Über die sozialdemokratischen 70er
Leben als Funktion in Behördenarchitektur
Die Schönheit der Sozialbau Agentur

Das war nur für dich. Keinen Applaus bitte. Es schmeichelt mir auch so ;).


Aber du, Dreidecker, scheinst ja leider etwas zu verteidigen was mit sozial nichts zu tun. Nur weil sich etwas sozial nennt, ist es das nicht. Nehmen wir den sozialen Wohnungsbau. Er ist asozial. Sozial ist er nicht, nur weil der an manchen Stellen dringende Bedürfnisse kurzfristig lindert. So betreibt man Symbol- und Symptompolitik aber es ist nicht nachhaltig. Die Sozialbau AG gehört abgeschafft. Der soziale Wohnbau muss beseitigt werden. Es darf sowas in Österreich nicht geben. Es zerstört die Städte und die Strukturen im ganzen Land. Es ist eine Reaktion auf ein Problem aber die Reaktion ist falsch. Ein freier Markt ist sozial. Der soziale Wohnbau ist es nicht. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Förderungen beendet werden und dass die Menschen statt die Hand auf zu halten und in immer neue staatliche Abhängigkeiten zu geraten, wieder lernen, lernfähig zu sein. Das geht nur, wenn man die eigene Haut ins Spiel wirft und für Entscheidungen gerade stehen muss. Das ist in der Politik nicht der Fall und wer abhängig wird, verlernt es. Das ist eines der großen probleme in Österreich und nur eine krise die diesem System den Garaus macht, kann die Menschen wieder rückbesinnen auf Kapitalismus und nachhaltiges, freies wirtschaften. Dann wird auch unsere gebaute Umwelt attraktiver sein.
 
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Discussion Starter · #16 ·
Lieber Dreidecker,

Noch einmal ich. Denn jetzt laufe ich etwas warm :).

Österreich hat ein krankes System und darum funktioniert auch nichts. Es wird immer schlimmer. Die Institutionen werden an ihre Grenzen kommen und vielleicht wird Österreich ein totalitärer Staat. Vieles geht in diese Richtung. Die Lösung ist freier Kapitalismus. Das ist Widerstand. Aber es ist auch das Wachwerden menschlichen Potentials und das Befriedigen unserer Bedürfnisse.

Das meiste was in Österreich gebaut wird gefällt mir nicht. Es ist langweilig. Ich hasse es. Schaue ich in andere Länder, sehe ich überwiegend Projekte die mir total gut gefallen. Ich will aber nicht auswandern und kann es nicht. Ich will hier eine höhere Qualität sehen. Also müssen hier Strukturen geändert werden die bedeuten, dass Interessengruppen ihre Pfründe verlieren zugunsten einer größeren Freiheit und einer größeren Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Darunter auch meiner.

In Österreich hängen viele Menschen und Unternehmen an Schläuchen. Je mehr Staat es gibt, desto schlechter und zugleich teurer wird unser Leben, unsere Umwelt, alles. Das muss beendet werden. Und irgendwann wird es beendet werden. Die Frage ist nur, wieviele Schmerzen die Österreicher dabei spüren werden und ob sie es zuordnen können was aus welchen Gründen passiert. Wenn das System kollabiert, wer kennt schon die Ursachen ? Wer liest die Bücher ?

Am Ende werden wir darüber sprechen müssen unsere Demokratie zu ändern. Denn das was jetzt ist, funktioniert so nicht. Es müsste dezentraler sein, mit viel mehr Autonomie auf subsidiarer Ebene. Gemeinden müssten besteuern dürfen und nicht der Staat. So gäbe es viel mehr Wettbewerb innerhalb des Landes. Es müssten mehr Unterschiede existieren. Sonderwirtschaftszonen in Graz und in Innsbruck, unterschiedliche Regelungen in unterschiedlichen Bundesländern und Städten. Der Zentralismus muss gekürzt werden. Demokratie muss auf der kleinen Fläche, auf begrenztem Raum eingesetzt werden, nicht als Massendemokratie einer zentralistischen Wahl für den obersten Herrscher.

Viele Probleme die wir haben zeigen sich am Ende in einer Architektur die mich nicht hervorholt. Klar, im Zuge der Inflationsgewinner wird für den reichen Geschmack schon was nettes designt. Aber Schönheit und Attraktivität muss massentauglich sein. Also leistbar sein für alle Schichten. Es braucht wie der Kapitalismus demonstriert eine Vergünstigung unseres Lebens, der Produkte, Güter, Dienstleistungen, an mancher Stelle müssen Einkommen sinken damit sie an anderer Stelle wieder neu wachsen können, und nur diese Richtung wird den Ausweg aus den Problemen bieten die wir in unserer jetzigen Epoche von inkompetenten Leuten an vielen Schalthebeln aufgestülpt bekommen haben, natürlich auch mit Zutun der Befürwortung in einem großen teil der Bevölkerung.

Du kannst darüber nachdenken in welcher Welt du leben willst aber ich prophezeie dir, dass die Welt die du gut findest, nicht überleben wird. Sie wird nicht überdauern, weil ihre Strukturen morsch sind und die Personen die sie zu stabilisieren suchen vor Selbstüberschätzung nicht so gut mehr riechen.

Unser System des Interventionismus, des regulierten Kapitalismus, wo die Verlierer der Staatseingriffe an staatliche Abhängigkeit gebunden werden, wo immer neue und künstliche Schläuche von Staatseingriffen, Steuern, Geldpolitik der Zentralbank die Probleme die daraus entstehen versuchen zu stabilisieren...DAS IST DAS PROBLEM. Und je mehr dieser Kreislauf weitergetrieben wird, wird es noch ein paar Punkte geben die daraus folgen. Der Staat wird das Vermögen der Menschen jagen. Er wird Kapitalverkehrskontrollen einrichten und dann die Menschen kontrollieren und zuteilen. Dann wäre der Weg in ein totalitäres System abgeschlossen. Libertäre können dir das schon lange sagen. Dass aber in Wien keine tollen projekte in der Vielzahl entstehen wie in Berlin liegt doch genau daran, dass hier diese Entfaltung verhindert und blockiert wird. Woran denn sonst ? Ich würde jedenfalls nicht unterstellen, dass Österreicher von Natur aus unfähig sind zu interessanter Architektur. Im Gegenteil, sie entwerfen in Deutschland oft interessantere Bauten als in Österreich. Also werden sie hier gehindert ! Es ist entweder zu teuer in Österreich oder die Österreicher sind zu arm um sich tolle Architektur leisten zu können, weil es ja vermietet werden muss oder die Behörden mischen sich ein und dann ist die Frage ob es für Investoren aus dem Ausland genug Freiheit gibt, in Wien zu bauen was und wo man will. Ich bezweifle das, so wie ich Österreich erlebe.
 

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Bitte sucht euch einen Philosophie-Thread. Hier ist das schon sehr off topic.

Lieber Dreidecker,

Noch einmal ich. Denn jetzt laufe ich etwas warm :).

Österreich hat ein krankes System und darum funktioniert auch nichts. Es wird immer schlimmer. Die Institutionen werden an ihre Grenzen kommen und vielleicht wird Österreich ein totalitärer Staat. Vieles geht in diese Richtung. Die Lösung ist freier Kapitalismus. Das ist Widerstand. Aber es ist auch das Wachwerden menschlichen Potentials und das Befriedigen unserer Bedürfnisse.

Das meiste was in Österreich gebaut wird gefällt mir nicht. Es ist langweilig. Ich hasse es. Schaue ich in andere Länder, sehe ich überwiegend Projekte die mir total gut gefallen. Ich will aber nicht auswandern und kann es nicht. Ich will hier eine höhere Qualität sehen. Also müssen hier Strukturen geändert werden die bedeuten, dass Interessengruppen ihre Pfründe verlieren zugunsten einer größeren Freiheit und einer größeren Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Darunter auch meiner.

In Österreich hängen viele Menschen und Unternehmen an Schläuchen. Je mehr Staat es gibt, desto schlechter und zugleich teurer wird unser Leben, unsere Umwelt, alles. Das muss beendet werden. Und irgendwann wird es beendet werden. Die Frage ist nur, wieviele Schmerzen die Österreicher dabei spüren werden und ob sie es zuordnen können was aus welchen Gründen passiert. Wenn das System kollabiert, wer kennt schon die Ursachen ? Wer liest die Bücher ?

Am Ende werden wir darüber sprechen müssen unsere Demokratie zu ändern. Denn das was jetzt ist, funktioniert so nicht. Es müsste dezentraler sein, mit viel mehr Autonomie auf subsidiarer Ebene. Gemeinden müssten besteuern dürfen und nicht der Staat. So gäbe es viel mehr Wettbewerb innerhalb des Landes. Es müssten mehr Unterschiede existieren. Sonderwirtschaftszonen in Graz und in Innsbruck, unterschiedliche Regelungen in unterschiedlichen Bundesländern und Städten. Der Zentralismus muss gekürzt werden. Demokratie muss auf der kleinen Fläche, auf begrenztem Raum eingesetzt werden, nicht als Massendemokratie einer zentralistischen Wahl für den obersten Herrscher.

Viele Probleme die wir haben zeigen sich am Ende in einer Architektur die mich nicht hervorholt. Klar, im Zuge der Inflationsgewinner wird für den reichen Geschmack schon was nettes designt. Aber Schönheit und Attraktivität muss massentauglich sein. Also leistbar sein für alle Schichten. Es braucht wie der Kapitalismus demonstriert eine Vergünstigung unseres Lebens, der Produkte, Güter, Dienstleistungen, an mancher Stelle müssen Einkommen sinken damit sie an anderer Stelle wieder neu wachsen können, und nur diese Richtung wird den Ausweg aus den Problemen bieten die wir in unserer jetzigen Epoche von inkompetenten Leuten an vielen Schalthebeln aufgestülpt bekommen haben, natürlich auch mit Zutun der Befürwortung in einem großen teil der Bevölkerung.

Du kannst darüber nachdenken in welcher Welt du leben willst aber ich prophezeie dir, dass die Welt die du gut findest, nicht überleben wird. Sie wird nicht überdauern, weil ihre Strukturen morsch sind und die Personen die sie zu stabilisieren suchen vor Selbstüberschätzung nicht so gut mehr riechen.

Unser System des Interventionismus, des regulierten Kapitalismus, wo die Verlierer der Staatseingriffe an staatliche Abhängigkeit gebunden werden, wo immer neue und künstliche Schläuche von Staatseingriffen, Steuern, Geldpolitik der Zentralbank die Probleme die daraus entstehen versuchen zu stabilisieren...DAS IST DAS PROBLEM. Und je mehr dieser Kreislauf weitergetrieben wird, wird es noch ein paar Punkte geben die daraus folgen. Der Staat wird das Vermögen der Menschen jagen. Er wird Kapitalverkehrskontrollen einrichten und dann die Menschen kontrollieren und zuteilen. Dann wäre der Weg in ein totalitäres System abgeschlossen. Libertäre können dir das schon lange sagen. Dass aber in Wien keine tollen projekte in der Vielzahl entstehen wie in Berlin liegt doch genau daran, dass hier diese Entfaltung verhindert und blockiert wird. Woran denn sonst ? Ich würde jedenfalls nicht unterstellen, dass Österreicher von Natur aus unfähig sind zu interessanter Architektur. Im Gegenteil, sie entwerfen in Deutschland oft interessantere Bauten als in Österreich. Also werden sie hier gehindert ! Es ist entweder zu teuer in Österreich oder die Österreicher sind zu arm um sich tolle Architektur leisten zu können, weil es ja vermietet werden muss oder die Behörden mischen sich ein und dann ist die Frage ob es für Investoren aus dem Ausland genug Freiheit gibt, in Wien zu bauen was und wo man will. Ich bezweifle das, so wie ich Österreich erlebe.
 

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Lieber Dreidecker,

Noch einmal ich. Denn jetzt laufe ich etwas warm :).

Österreich hat ein krankes System und darum funktioniert auch nichts. Es wird immer schlimmer. Die Institutionen werden an ihre Grenzen kommen und vielleicht wird Österreich ein totalitärer Staat. Vieles geht in diese Richtung. Die Lösung ist freier Kapitalismus. Das ist Widerstand. Aber es ist auch das Wachwerden menschlichen Potentials und das Befriedigen unserer Bedürfnisse.

Das meiste was in Österreich gebaut wird gefällt mir nicht. Es ist langweilig. Ich hasse es. Schaue ich in andere Länder, sehe ich überwiegend Projekte die mir total gut gefallen. Ich will aber nicht auswandern und kann es nicht. Ich will hier eine höhere Qualität sehen. Also müssen hier Strukturen geändert werden die bedeuten, dass Interessengruppen ihre Pfründe verlieren zugunsten einer größeren Freiheit und einer größeren Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Darunter auch meiner.

In Österreich hängen viele Menschen und Unternehmen an Schläuchen. Je mehr Staat es gibt, desto schlechter und zugleich teurer wird unser Leben, unsere Umwelt, alles. Das muss beendet werden. Und irgendwann wird es beendet werden. Die Frage ist nur, wieviele Schmerzen die Österreicher dabei spüren werden und ob sie es zuordnen können was aus welchen Gründen passiert. Wenn das System kollabiert, wer kennt schon die Ursachen ? Wer liest die Bücher ?

Am Ende werden wir darüber sprechen müssen unsere Demokratie zu ändern. Denn das was jetzt ist, funktioniert so nicht. Es müsste dezentraler sein, mit viel mehr Autonomie auf subsidiarer Ebene. Gemeinden müssten besteuern dürfen und nicht der Staat. So gäbe es viel mehr Wettbewerb innerhalb des Landes. Es müssten mehr Unterschiede existieren. Sonderwirtschaftszonen in Graz und in Innsbruck, unterschiedliche Regelungen in unterschiedlichen Bundesländern und Städten. Der Zentralismus muss gekürzt werden. Demokratie muss auf der kleinen Fläche, auf begrenztem Raum eingesetzt werden, nicht als Massendemokratie einer zentralistischen Wahl für den obersten Herrscher.

Viele Probleme die wir haben zeigen sich am Ende in einer Architektur die mich nicht hervorholt. Klar, im Zuge der Inflationsgewinner wird für den reichen Geschmack schon was nettes designt. Aber Schönheit und Attraktivität muss massentauglich sein. Also leistbar sein für alle Schichten. Es braucht wie der Kapitalismus demonstriert eine Vergünstigung unseres Lebens, der Produkte, Güter, Dienstleistungen, an mancher Stelle müssen Einkommen sinken damit sie an anderer Stelle wieder neu wachsen können, und nur diese Richtung wird den Ausweg aus den Problemen bieten die wir in unserer jetzigen Epoche von inkompetenten Leuten an vielen Schalthebeln aufgestülpt bekommen haben, natürlich auch mit Zutun der Befürwortung in einem großen teil der Bevölkerung.

Du kannst darüber nachdenken in welcher Welt du leben willst aber ich prophezeie dir, dass die Welt die du gut findest, nicht überleben wird. Sie wird nicht überdauern, weil ihre Strukturen morsch sind und die Personen die sie zu stabilisieren suchen vor Selbstüberschätzung nicht so gut mehr riechen.

Unser System des Interventionismus, des regulierten Kapitalismus, wo die Verlierer der Staatseingriffe an staatliche Abhängigkeit gebunden werden, wo immer neue und künstliche Schläuche von Staatseingriffen, Steuern, Geldpolitik der Zentralbank die Probleme die daraus entstehen versuchen zu stabilisieren...DAS IST DAS PROBLEM. Und je mehr dieser Kreislauf weitergetrieben wird, wird es noch ein paar Punkte geben die daraus folgen. Der Staat wird das Vermögen der Menschen jagen. Er wird Kapitalverkehrskontrollen einrichten und dann die Menschen kontrollieren und zuteilen. Dann wäre der Weg in ein totalitäres System abgeschlossen. Libertäre können dir das schon lange sagen. Dass aber in Wien keine tollen projekte in der Vielzahl entstehen wie in Berlin liegt doch genau daran, dass hier diese Entfaltung verhindert und blockiert wird. Woran denn sonst ? Ich würde jedenfalls nicht unterstellen, dass Österreicher von Natur aus unfähig sind zu interessanter Architektur. Im Gegenteil, sie entwerfen in Deutschland oft interessantere Bauten als in Österreich. Also werden sie hier gehindert ! Es ist entweder zu teuer in Österreich oder die Österreicher sind zu arm um sich tolle Architektur leisten zu können, weil es ja vermietet werden muss oder die Behörden mischen sich ein und dann ist die Frage ob es für Investoren aus dem Ausland genug Freiheit gibt, in Wien zu bauen was und wo man will. Ich bezweifle das, so wie ich Österreich erlebe.
Wie sieht es denn in Shanghai aus?
Haben die auch die Bücher von Hayek und Mises gelesen bevor sie viele tolle Wolkenkratzer bauen konnten? :cool:

Das passende Forum ist natürlich ortneronline.at, dort können Sie Ihrem Patriotismus freien Lauf lassen ;-)
 

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@ Shanghainese: du wiederholst dich.

Zu deinem Gedicht:
Du schreibst: "Schmeichelnd welkt er in Erinnerungen" - ein etwas talentierterer Dichter hätte vielleicht die Formulierung "schwelgt" genommen.
Oder wolltest du damit sagen, dass ich die 70er schon als Erwachsener mitgekriegt hätte, und jetzt meinem Tode entgegenwelke?
Aber: Erinnerungen an die Siebziger habe ich tatsächlich noch welche, und zwar folgende: Es ist immer besser geworden. Die Leute haben gut verdient, jeder hatte einen Job, die Regierung hat viel unternommen, dass Jobs erhalten bleiben, breite Bildungsmaßnahmen wurden in Gang gesetzt, von denen ich sehr profitierte, der Staat wurde modernisiert, der Rechtsstaat gegen Behördenwillkür in Fahrt gebracht, die Frauen fanden den Weg in die erste Reihe, die Kirche und die Konservativen wurden zurückgedrängt. Dass die Architektur nicht schön war, fiel mir als Kind vom Land nicht auf, aber die Leute wohnten nun in Wohnungen und nicht mehr in abbruchreifen Keuschen wie viele bis dahin.
Dann kamen die Hayeks und es gab keine Jobs mehr, die Löhne und Gehälter wurden so niedrig wie möglich gehalten, die großen Industrie-Flaggschiffe wurden versenkt, verkauft, filettiert, die öffentlichen Verkehrsmittel mussten plötzlich ordentlich abspecken, jeder musste irgendwo Nachteile in Kauf nehmen. Ja, und ein paar wurden natürlich reich, sehr reich, ungeheuer reich. Weiß auch nicht, wie das zusammenhing.
Natürlich kann einem das gefallen. Muss aber nicht.
 

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Ich weiß nicht, wovon du hier schreibst, Shanghainese. Österreich ist eine vollkommene Demokratie (immerhin Platz 16) und ich kann nicht erkennen, dass es massiv schlechter wird. Wir haben keinen Autokraten an der Macht, der den Staat versucht unter Kontrolle zu bringen. Und unsere soziale Marktwirtschaft ist das Erfolgsmodell schlechthin. Zeig mir ein System, in dem die Wohlstandsverteilung gleichmäßiger ist. Architektur ist nicht immer ein Ausdruck von Freiheit, schau dir die ganzen Palais in Wien an. Hübsch zum Ansehen, aber aus einer sehr ungleichen Zeit. Den Mangel an coolen Gebäuden in Wien schiebe ich jetzt eher auf den Kapitalismus. Gewinnmaximierung muss sein. Natürlich trägt die Bauordnung und die MA19 auch ihr Schäufelchen dazu bei. Aktuell bringt diese Kombination halt meist nur Boxen heraus.
 
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