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Alphaist
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Discussion Starter · #1 · (Edited)
Auf dem Stuttgart 21-Areal A1 entsteht die neue Stuttgarter Stadtbibliothek. Das bisherige Gebäude Wilhelmspalais an der Kulturmeile wird anschließend zum Stadtmuseum.

Daten zur Bibliothek 21 (Bibliothek des 21. Jahrhunderts)
Architekt: Professor Eun Young Yi (Korea)
Kosten: 74 mio €
Spatenstich: 8. November 2008
Eröffnung: Mitte 2011
Grundfläche: 44 * 44 Meter
Höhe: 40 Meter
Bruttogeschossfläche: 20.180 qm​


Quelle

Yi hat einen großen, kristallinen Kubus konzipiert, der von Wasser umgeben ist und sich darin spiegelt. (...) Von allen vier Seiten wird es Zugänge geben. Die Gebäudehülle soll als Doppelfassade aus Glasbausteinen bestehen. Dazwischen entsteht ein begehbarer Erlebnisraum.
Quelle

Das quadratische Gebäude soll zwei unterirdische und neun oberirdische Geschosse bekommen. Zunächst wurde ein später das Gebäude passierender Stadtbahntunnel für die neue Linie U12 gebaut. Eine öffentlich zugängliche Dachterasse soll herrliche Ausblicke bieten.

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BreitesBündnisDWF
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da geht also doch was in wiedeking-country.
eines noch: stuggi 21 areal - müssten da derzeit nicht noch gleise drauf sein? oder hab ich die orientierung verloren?!
 

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LIBERTINED
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Danke Max, geit doch!


Nein Phänomen, S21 wird nicht nur auf ehem. Gleisanlagen gebaut, ein Teil entsteht (bzw. steht bereits) außerhalb.
 

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Das Gebäude sieht so aus, als wollte der Architekt OM Ungers kopieren. Der Bau ist schon fast ein Klischee. Man denkt an herausragende Architekten aus Deutschland und baut genau so. Schade, ich hätte mir etwas interessanteres gewünscht, den seihen wir mal ehrlich, der Bau ähnelt eher den langweiligen Entwürfen von Ungers und weniger seinen Meisterwerken.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #5 ·
da geht also doch was in wiedeking-country.
Öffentliche Bauten hinstellen ist keine Kunst. Schon mehr, hinterher die Betriebskosten und evtl. Investitionstilgung zu stemmen, wenn wenig private Investitionen stattfinden. Es finden wenig private Investitionen statt.

müssten da derzeit nicht noch gleise drauf sein? oder hab ich die orientierung verloren?!
LOL, wahre Größe, hier ein Patt zu verschenken.


Zur Frage: Ja, Erbse hat´s erfaßt:



Alles, was uns hier so schön hellbraun anstarrt, könnte schon seit ca. fünf Jahren gebaut werden. Jetzt endlich baut die Stadt diese öffentliche Investition, bildmittig. Ferner überlegt man gar, auf einem weiteren Hbf-nahen eigentlichen Filetstück eine Philharmonie zu bauen. Wieder öffentlich. Armutszeugnis.

Der Aufrichtigkeit halber sei angemerkt, daß es inzwischen auf einigen der gezeigten Baufelder zumindest bis 2008 recht konkret scheinende Projektentwicklungen samt Investor gibt. Darunter auch Wohnungsbau, der ja eigentlich erst recht gehen müßte, schenkt man den Meldungen zu Wohnungsknappheit und Attraktivität urbanen Lebens Glauben. Stand heute jedoch: Keine Bauaktivität, und die zweite Jahreshälfte ist angebrochen.


Schade, ich hätte mir etwas interessanteres gewünscht, den seihen wir mal ehrlich, der Bau ähnelt eher den langweiligen Entwürfen von Ungers
Ich finde den Entwurf nicht uninteressant. Relativ klassisch und besitzt einige Merkmale, die am Ende positiven Wiedererkennungswert hinterlassen könnten:
- Form
- Fassade
- Etwas erhöht
- Umgebendes Wasser

- Innen übrigens darf man auf den "Trichter" gespannt sein, wobei mir die relativ kleine Grundfläche keinen allzu megabombastischen Eindruck zu erlauben scheint.



Leider ist jetzt schon Skepsis angezeigt, nachdem dieses Fassadenmuster präsentiert wurde:


Schön grau Marke Sichtbeton und der kristallin angekündigte Kubus mutierte kurzerhand zu betongefaßter Milchglasoptik. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht ist das nur eine Art Grobmuster.


Als ich in Deinem Beitrag "langweilig" las, entstand in mir für einen Moment die Frage, ob langweilige Architektur schlecht sein müsse. Zumindest in dieser Lage ganz besonders.
 

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Ich gebe zu, ich kenne die Umgebung zuwenig um über die Wirkung des Baus mir ein Urteil bilden zu können. Langweilig hätte ich vielleicht auch nicht gebrauchen sollen, denn gerade "Langweile" kann gerade ein Indiz für einen zeitlosen, dauerhaften Bau sein. Der Bau wird von seiner Kubatur und seiner Formgebung auch in Jahrzehnten kaum negativ auffallen.



Die Milchglassteine in Kombination mit dem hellen Stein sollen wohl an asiatische Shoji-Wände* erinnern. Derartiges kann in dem städtebaulichen Umfeld sehr beruhigend wirken. Ich bin nicht unbedingt ein Freund krampfhaft überall architektonische Solitäre hinzustellen, und halte es sogar für eine Unsitte.
Von daher ist es ein gelungener Entwurf, wenn auch kein großer Wurf ;)

Wobei die Raumwirkung auch auf den Renderings nicht so überzeugend rüberkommt


*Shoji-Wand (musste ich eben erst selbst ergoogeln, kannte den Begriff nicht ;)
 

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Ach was sagt der Kent:
Das Gebäude sieht so aus, als wollte der Architekt OM Ungers kopieren. Der Bau ist schon fast ein Klischee.
und was finden wir im Lebenslauf des Mannes:
1990 Mitarbeit Architekturbüro Oswald Mathias Ungers, Köln
Ein Glück hat der Mann nicht den Wettbewerb in Berlin gewonnen :eek:

Argh, eine ganz miese Ungers-Kopie!
 

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LIBERTINED
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Ich weiß noch nicht recht, was ich von der Bibliothek halten soll.
Eigentlich unterdurchschnittlich für ein öffentliches Prestigeprojekt. Es wird alles von der Fassade abhängen, und was das Muster hergibt, schaut mir grauenhaft aus.

Andererseits wird es von den anderen S21-Bauten geradezu umstellt. Da wird der Kubus kaum auffallen.
 

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LIBERTINED
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Frage: Wenn die Stadtbücherei sich aus dem Wilhelmspalais verabschiedet und dort das Stadtmuseum einzieht, wird der Bau dann auch saniert? Kann mich da an unschöne Fenster und bröckelnden Putz erinnern, ist aber auch eine Weile her.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #10 ·
Du kennst Dich aber echt aus! War mir gar nicht aufgefallen - sofern der Zustand noch besteht. Weiß nur, daß sie die Fenster gelegentlich schön mit bunten Lichtern geschmückt haben. Sanierung wird es auf jeden Fall geben, aber ob dies Fenster und Putz betrifft :dunno:
 

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LIBERTINED
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Herrje. Ein schlechter Bau wird noch schlechter. Das ist man zwar gewohnt, doch in diesem Fall plädiere ich doch dafür, das Geld besser in sinnvolleren Projekten anzulegen.
Für Bibliophile bietet Stuttgart ausreichende Möglichkeiten.


Gerade die Wasserbassins waren für mich das einzige, was noch zur Ehrenrettung dieser Kiste beigetragen hätte.
Was kommst stattdessen? Der graue, öde Einheitsbetonvorplatz nach DIN. Aua. Ganz großes AUA.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #14 ·
Genau mein Reden. Gleichzeitig wollen die die Landesbibliothek erweitern.
Die neue Stadtbibliothek würde m.E. nur als noch größerer Kombinationsbau beider Bibliotheken Sinn machen, Synergien und so. Ein Stadtbibliotheksneubau für 80 Mio € - und das in Wiki-Zeiten :no:

Die Wasserfläche wäre ein wesentliches Schmankerl gewesen, so bleibt nur noch die Form. Milchglas ist ja auch schon Enttäuschung pur.
 

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Ein Stadtbibliotheksneubau für 80 Mio € - und das in Wiki-Zeiten :no:
Die Stadtbibliothek Stuttgart hat im neuen Gebäude geplant 500.000 Medien (aktuell: 420.000) und erwartet einen Anstieg der Besucher von 1 Million auf 1,3 Millionen. Die Stadtbücherei hat derzeit 6 Millionen Ausleihen sowie 3000 Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen jährlich.

Öffentliche Büchereien sind im Regelfall nicht primär für den Sachkunde-Bereich, sondern vor allem Belletristik. Und die findet man nicht auf wikipedia. Für die Sachkunde sind eher die Landesbibliotheken (meist mit 90% Präsenzbestand) zuständig.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #16 ·
Ist eigentlich Privatsache.
Hier mischt sich der Staat - in dem Fall traditionellerweise - wieder in etwas ein, was ihn nichts angeht und gar keine Not tut. Lieber wird an Schwimmbädern und anderer Infrastruktur sowie öffentlichen Gütern gespart, die wirklich Staatssache sind.

Daß die Prioritätensetzung so verkommen ist, liegt in diesem Fall auch daran, daß sich Bibliotheken und Medien von Politikern recht leicht in einen modischen Bildungszusammenhang stellen lassen.
 

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Lieber wird an Schwimmbädern und anderer Infrastruktur sowie öffentlichen Gütern gespart, die wirklich Staatssache sind.
... Stadtbüchereien sind großteils seit hunderten Jahren essentielle kommunale Infrastruktur jeder größeren deutschen Stadt, die was auf sich hält. Länger als kommunaler Betrieb von Schwimmbädern jedenfalls - die Nürnberger Stadtbibliothek ist beispielsweise seit 630 Jahre nachweisbar, auch die Lübecker Stadtbibliothek hat an die 400 Jahre aufm Buckel. Es gibt - bis auf Straßen und Kanalisation natürlich - kaum städtische Infrastruktur mit ähnlicher Tradition.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #18 · (Edited)
Nicht von ungefähr habe ich genau Tradition erwähnt.

Die Zeiten haben sich aber grundlegend geändert. Früher war die Verfügbarkeit viel geringer und Otto Normalbürger konnte sich Bücher wohl auch schwerer leisten, schon weil sie damals relativ teurer waren. Heute gibt es in jeder Kleinstadt einen Buchladen, man kann Bücher oder andere Medien privat leihen, tauschen oder auf Flohmärkten erstehen. Man kann Bücher bequem im Internet bestellen, Entwicklungen wie eBooks oder umfangreiche Digitalisierungen werden zunehmen, erst recht wenn die Bibliothek in ein paar Jahren eröffnet haben wird.

Wenn ich ein Buch lesen möchte, dann kaufe ich es. Wenn ich schwimmen möchte, baue ich jedoch weder Hallen- noch Freibad. Wieso muß die Allgemeinheit für meinen privaten Lesehunger bezahlen? Und dann noch 80 Mio € allein an Baukosten für die städtische Hauptbibliothek einer Großstadt. Hohe laufende Kosten für Medien und Betrieb kommen hinzu. Etwas anderes sind natürlich wissenschaftliche Bibliotheken, darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Außerdem bezweifle ich explizit, daß Bibliotheken die kulturelle Bildung der Gesellschaft fördern wie dies gern behauptet wird. Vielleicht besteht ein minimaler Effekt, welcher zu den Kosten in keinem Verhältnis steht. Lesertypen werden auch ohne Bibliotheken an ihren Lesestoff kommen, s.o., Nichtlesertypen werden auch durch Bibliotheken nicht zu Leseratten, da hilft es auch nicht wenn dort eines Tages Schulklassen durchgeschleust werden.
 

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Alphaist
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Discussion Starter · #20 ·
Danke, so gefiel´s schon wieder besser. Doch ob das Rendering neu ist, fragt sich, weil noch Wasserflächen um das Gebäude zu sehen sind.
 
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