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LIBERTINED
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Discussion Starter · #1 · (Edited)
Anm. des Moderators: Dies ist ein Thread für Stuttgart-bezogene Themen, die nichts mit konkreten Projekten zu tun haben. Hier kann gern auch mal ein wenig über den Tellerrand geblickt werden. Es ist Platz für diverse Statistiken, allgemeine Nachrichten & städtebauliche Wunschvorstellungen.

Ich möchte aber inständig dazu anhalten, dass das hier im Rahmen der Netiquette bleibt und Herumgetrolle nicht toleriert wird, wir sind ja nicht im Kindergarten.

Danke & viel Freude! :)
 

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Alphaist
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Stuggi im Stadtgespräch

Danke Max, geit doch!
Ja, und zwar weiterhin als Einzelkämpfer, wobei hier schon User auftuchten, die vollmundig ganz große Dinge angekündigt haben. Aber dieses "Man sollte ..." aka "Mach mal" ist ein weit verbreiteter Wesenszug geworden. Auch im Job gibt es diese Nutzlosen, die selbst nichts auf die Reihe bringen, aber dann ganz schnell hervorgekrochen kommen, wenn bei denen, die machen, mal was schief läuft oder letzteres auch nur vermutet wird.
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #3 · (Edited)
Daran musste ich auch denken. Wahrscheinlich fehlt der Nährboden, auf den sich Setzlinge pflanzen können.

Wenn der erst mal da ist, geht's rund.




Zu S21: Mir wird nach näherer Betrachtung noch einmal bewusst, wie völlig überdimensioniert die Baukörper auf dem S21-Areal sind. Keinerlei Feingefühl für urbane Strukturen erkennbar. Man macht die gleichen Fehler wie in den 60ern und 70ern. Mir schwant da Übles, ganz Übles.

Aber Stuttgarts Innenstadt scheint mir sowieso ein ziemlich hoffnungsloser Fall, bei aller Anteilnahme, die da bei mir mitschwingt. Lichtblicke wie der Phoenixbau machen sich verdammt rar, gar unsichtbar.
 

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Alphaist
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Unterschätz mir die Stuttgarter Innenstadt - auch wenn City bzw. Zentrum gemeint - nicht. Sicher wird sie nie mehr an vorbildliche Aufbaubeispiele herankommen, doch hat sie ihre Hingucker. Damit ist schon das Hauptproblem beschrieben: Das geschlossene Ensemble ist dahin.

Die bisher entstandenen Bauten auf dem A1-Areal gefallen mir übrigens. Es ist genau der richtige Platz im Innenstadtbereich derart großteilig zu bauen und entlastet damit die anderen kleinteiligeren Bestandsviertel.

Die vorderen drei flachen Klötze sollten die "Galeria Ventuno", eine Supermall mit ursprünglich angedacht 200.000 qm, werden. Auf dem Rendering sind entsprechende Gebäudeverbindungen angedeutet. Diese Pläne sind erst einmal passé. Dabei hätten Investoren sogar gewollt, ECE ist bspw. noch nicht in Stuttgart vertreten. Die Parkplatzfrage ist ein nachvollziehbares Argument dagegen gewesen. Daß linke Parteien inzwischen dort am liebsten ein sogenanntes Nahversorgungszentrum vom Ausmaß eines x-beliebigen Kauflands wollen, zeigt hingegen vorhandene Provinzialität und Kleinmut. Wer diese 1a-Lage mit einem Supermarkt versiegeln will und noch meint er täte der Stadtentwicklung damit einen Gefallen, hat nichts verstanden. Auch nicht, daß es keinen Investor geben wird, der Maximalbodenpreise für einen Supermarkt zu zahlen bereit ist.
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #5 ·
In ein entsprechendes Center lässt sich sicher ein großzügiger Tante-Emma-Laden integrieren. Irgendwo muss ja auch der Innenstädter von Welt seine Bedürfnisse stillen können.

Dass Stuttgart seine Glanzlichter hat, ist ja unbestritten. Nur nützt das alles nichts, wenn wie du schon sagst, sich keinerlei Ensemblewirkung einstellen will. Besonders an Kö und rund um den Markt müsste etwas geschehen, da wäre schon sehr viel gewonnen.

Dass S21 seinen Teil zu einer Entlastung der Innenstadt beiträgt, bezweifle ich nicht, rein ästhetisch wie strukturell ist es in meinen Augen aber ein ziemlicher Reinfall, was die Planungen bislang hergeben. Ich wünsche mir da mehr Kreativität, mehr Nutzungsmischung (wobei da ja von der einen in die andere Richtung tendiert wird) und einfach mehr Vita.
 

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Naja, indirekt ist doch ECE sehr wohl in Stuttgart präsent. Der Betreiber vom Königsbau ist eine 100%ige Tochter.

Daß linke Parteien inzwischen dort am liebsten ein sogenanntes Nahversorgungszentrum vom Ausmaß eines x-beliebigen Kauflands wollen, zeigt hingegen vorhandene Provinzialität und Kleinmut. Wer diese 1a-Lage mit einem Supermarkt versiegeln will und noch meint er täte der Stadtentwicklung damit einen Gefallen, hat nichts verstanden.
Das kommt mir alles so fürchterlich bekannt vor. :(

Den fehlenden Mut zur positiven Veränderung kenne ich aus meiner Heimatstadt zu gut. Da hat man einmal im Vergleich zu anderen Städten, die den Focus des Wiederaufbaus auf Rekonstruktionen, historisierendes Bauen und die Erhaltung vorhandener Strukturen gelegt haben, aufs falsche Pferd gesetzt. Und die Angst, sowas nochmal zu vergeigen, lähmt einen offensichtlich bei jeder Bemühung, aus dem ästhetischen und städtebaulichen Mittelmaß herauszuwachsen.

Stuttgart hat da gegenüber Hannover immer noch den Vorteil, dass es wirtschaftlich prosperiert und Großprojekte wie S21 überhaupt möglich sind.
 

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Königstraße und Nebenstraßen werden sukzessive aufgewertet. Ist allerdings recht zäh. Jedenfalls würde ich behaupten, daß die jüngeren Projekte in dem Bereich alle eher Gewinn als Verlust waren.

Die bisherigen S21-Bauten sind natürlich Geschmacksache. Mir gefallen Glas-Stahl-Bürobauten, wenn sie irgendwas haben. Allerdings stehe ich solchen Bauten gerade im Stuttgarter Kessel inzwischen grundsätzlich kritisch gegenüber, weil sie mir bei den vielen Ausblicken auf die Stadt regelmäßig als Fremdkörper scheinen.

Was a) an der Großteiligkeit
b) an der Dachfarbe/-form liegt.

Von oben betrachtet tendiert Stuttgart daher von rot (Ziegeldächer) Richtung grau-weiß. Grund sind die Flachdächer, aber auch daß die zugehörigen großen Klötze auffälliger/störender sind.
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #8 ·
Cray: Rein subjektiv (vielleicht auch objektiv belegbar) ist aber auf dem Immobiliensektor/in der Baubranche in der niedersächs. Hauptstadt mehr los. Mindestens im zentralen Innenstadtbereich.
 

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Alphaist
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^^ Gut möglich. Liegt evtl. auch daran, daß Hannover in seiner Region zentraler ist? Mir scheint jedenfalls die Bautätigkeit in der Region Stuttgart dynamischer als in Stuttgart selbst.

Den fehlenden Mut zur positiven Veränderung kenne ich aus meiner Heimatstadt zu gut. Da hat man einmal im Vergleich zu anderen Städten, die den Focus des Wiederaufbaus auf Rekonstruktionen, historisierendes Bauen und die Erhaltung vorhandener Strukturen gelegt haben, aufs falsche Pferd gesetzt. Und die Angst, sowas nochmal zu vergeigen, lähmt einen offensichtlich bei jeder Bemühung, aus dem ästhetischen und städtebaulichen Mittelmaß herauszuwachsen.
Sehr gute Erklärung.
 

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Keinerlei Feingefühl für urbane Strukturen erkennbar. Man macht die gleichen Fehler wie in den 60ern und 70ern. Mir schwant da Übles, ganz Übles.
Möglicherweise wirken die Baukörper in den Modellen/Visualisierungen massiger als sie tatsächlich sind. Die Größe der Parzellen erscheint mir eigentlich eher moderat.
Grundsätzlicher Unterschied zu den genannten Jahrzehnten dürfte die Rückbesinnung auf eine Blockrandbebauung auf S21-A1 sein, im Gegensatz zu den vielen eigensinnig querliegenden Klötzen der damaligen Zeit.
Daß linke Parteien inzwischen dort am liebsten ein sogenanntes Nahversorgungszentrum vom Ausmaß eines x-beliebigen Kauflands wollen, zeigt hingegen vorhandene Provinzialität und Kleinmut. Wer diese 1a-Lage mit einem Supermarkt versiegeln will und noch meint er täte der Stadtentwicklung damit einen Gefallen, hat nichts verstanden.
Nein: Wer diese abgehängte Ecke als 1a-Lage bezeichnet hat nichts verstanden!
Wünschenswert ist natürlich eine höherwertige Alternative als so ein verramschtes Kaufland. Aber ich bin ebenso der Ansicht, dass eine Mall vom Ausmaß eines Breuningerlandes der Innenstadt, die ohnehin bereits mit viel zu vielen 1-Euro-Ecken zu kämpfen hat, nur schaden wird.
Besonders an Kö und rund um den Markt müsste etwas geschehen, da wäre schon sehr viel gewonnen.
Marktplatz geschenkt. Die Königstraße halte ich jedoch für eine der ansehnlichsten Großstadt-Fußgängerzonen in Deutschland, was Qualität und Zustand der Bebauung, Mieterstruktur und Sauberkeit angeht.
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #11 ·
Letzterem (Sauberkeit & Struktur) stimme ich zwar zu, aber architektonisch ist sie genauso beliebig und minderwertig wie viele andere Haupteinkaufsstraßen. Besonders an der Südseite. Das fängt ja schon am Schlossplatz mit diesem unsäglichen Betonklotz der Stuttgarter Zeitung an. Dahinter (Richtung Heuss-Straße, glaube ich) wird es noch ärger.

Einzig die einsehbaren historischen Bezugspunkte (Kirche mit dem Schillerplatz, Königsbau, diese Kirche am Schlossplatz) geben der Kö noch eine gewisse Anmutung.
So weit ich mich nach einem Blick in eine historische Fotografiensammlung entsinnen kann, hatte die Straße vor dem Krieg prächtige Kaufhäuser aus Historismus und Jugendstil zu bieten. So etwas fehlt der Straße heute (ähnlich dem Kaufhof an der Düsseldorfer Kö).

Im Prinzip wäre es gar nicht schwer, ein großartiges historisches Ensemble der Stuttgarter Innenstadt wiederherzustellen und der Stadt ein Stück ihrer Identität zurückzugeben.

Mit dem Schlossplatz, dem Alten Schloss & Schillerplatz ist nördlich die entsprechende Substanz vorhanden, südlich könnte man mit Rekonstruktionen und historisierenden Neubauten die beginnende Kö aufwerten (vorallem weg mit dem Betonklotz!), dann weiterführen über eine teilrekonstruierte Stiftstraße samt der anschließenden kleinen Gassen und schließlich über die Kirchstraße auf einen möglichst vollständig rekonstruierten Marktplatz führen! Unter dem modernen Rathausbau sollen sich ja sogar noch Reste des Gründerzeitrathauses befinden.

Das wären insgesamt gar nicht so viele Bauten, aber die Wirkung wäre maximal! Was meinen die Stuttgarter?
Ich weiß, dass das Rekonstruktionsklima bei euch ganz schlecht ist. Aber das war es in Hildesheim oder Frankfurt auch, bevor dort die Marktplätze rekonstruiert wurden.
 

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Alphaist
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Das fängt ja schon am Schlossplatz mit diesem unsäglichen Betonklotz der Stuttgarter Zeitung an. Dahinter (Richtung Heuss-Straße, glaube ich) wird es noch ärger.
Ist die Buchhandlung "Wittwer". "Stuttgarter Zeitung"-Schriftzug ist nur Werbung. Genau hier hatte ich schon beiträgelang zumindest fassadenverschönerung zur WM 2006 gewünscht. Da hat die Stadt schon das Glück, daß Automobilkonzerne ihre bedeutendsten Museen bauen und dann geizt sie an diesem Schandfleck wegen ein paar Fördermitteln zur Fassadenaufhübschung herum, so daß die teuren Nachbarbauten alle abgewertet sind.

Dahinter Richtung Heuss-Straße hat sich zuletzt einiges zum Besseren getan.

So weit ich mich nach einem Blick in eine historische Fotografiensammlung entsinnen kann, hatte die Straße vor dem Krieg prächtige Kaufhäuser aus Historismus und Jugendstil zu bieten.
Allerdings war sie m.E. nicht gespickt mit solchen Prachtbauten. Stellenweise dürfte der heutige Bestand dem historischen optisch überlegen sein.

Mit dem Schlossplatz, dem Alten Schloss & Schillerplatz ist nördlich die entsprechende Substanz vorhanden, südlich könnte man mit Rekonstruktionen und historisierenden Neubauten die beginnende Kö aufwerten (vorallem weg mit dem Betonklotz!), dann weiterführen über eine teilrekonstruierte Stiftstraße samt der anschließenden kleinen Gassen und schließlich über die Kirchstraße auf einen möglichst vollständig rekonstruierten Marktplatz führen! Unter dem modernen Rathausbau sollen sich ja sogar noch Reste des Gründerzeitrathauses befinden.
Für mich wäre der vollständig rekonstruierte Marktplatz Wunsch- und Ankerprojekt. Damit wäre wie von Dir schon ausgeführt vom Schloßplatz über das Renaissance-Ensemble am Schillerplatz zum Marktplatz eine Hauptachse gewonnen, die sich im Großstadtvergleich sehen lassen kann.

Dahinter schließt sich der ohnehin erhaltenen Altstadtteil um den Hans-Im-Glück-Brunnen an und weiter geht´s entweder Richtung Tübinger oder Vis-a-vis B14 ins Bohnen- Leonhardt- und Heusteigviertel. Zusammen mit der Kulturmeile hätte Stadtinteressierter damit schon einiges an recht abwechslungsreichem Altbau zu sehen bekommen, ohne auch nur einen Schritt zu den wahren Stadtperlen, nämlich den Halbhöhenlagen, Aussichtspunkten und Parks, gesetzt zu haben.

Wer natürlich nur historischer Altstadt willen nach Stuttgart reist, nutzt die Stadt bis auf den Schillerplatz besser als Basis für Ausflüge nach Esslingen (älteste Fachwerkzeile Deutschlands), Ludwigsburg (Barockstadt), Bietigheim, Leonberg, Backnang, Weil der Stadt oder Strümpfelbach...

Unter dem modernen Rathausbau sollen sich ja sogar noch Reste des Gründerzeitrathauses befinden.
Durch die Sanierung vor ca. 5 Jahren sind alle Hoffnungen, dort könne sich was tun, erst mal dahin.
 

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Meinungen zu Stuttgart

it reminds a little (but only a little) of paris doesnt it?
Germans Rule!
What a fantastic district! Stuttgart looks amazing!
Really, Stuttgart looks amazing...
Germany is fantastic.
it reminds a little (but only a little) of paris doesnt it?
yea, i was thinking the same thing when i was looking at the pictures
Heusteigviertel is so beautiful! This is what German cities should look like! Thanks for the pics!

But all the highrise districts look awful imo ... as they do in most German cities.
Stuttgart is wonderful , this area even more ...
It reminds me on Paris - Montmatre and a little bit to SF with a german architecture .
Nice city, although i only drive by it on the Autobahn. The setting is marvellous within the hills and the Neckar Valley.
discuss
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #14 ·
Es stimmt schon, abseits des Grusels in Form innenstädtischer Betonklötze ist Stuttgart in Zügen eine echte deutsche Großstadtperle. Die Stadt könnte so viel mehr sein, wenn sie wollte. An den Kommentaren siehst du ja, dass vorallem Auswärtige gern das Schlechte übersehen, was dem Deutschen nicht so eigen ist, der ja immer alles perfekt will.
Also muss das Schlechte beseitigt werden.

Ganz wichtig wäre wie gesagt die angesprochene Rekonstruktion des Stadtraums Schlossplatz-Kö-Schillerplatz-Marktplatz als Anker. Da wären gar nicht so viele Neubauten nötig und der Effekt auf die Stadtwirkung wäre maximal.


Ansonsten fehlt Stuttgart mE Wasser. Ganz recht, Wasser. Es gibt den Neckar, klar, aber der ist einfach nicht wirklich präsent im Stadtbild.
Mir geht es vorallem auch um ein städtisches Gewässer mit echtem Erholungswert. Vgl.bar mit dem Schweriner See oder dem Hannoveraner Maschsee. Sowas fehlt Stuggi.

Da es so etwas nicht gibt, muss es geschaffen werden. Platz genug wäre z.B. im Park bei Schloss Rosenstein, da ist im Prinzip nur Wiese. Und die ist auch im Sommer nicht allzu frequentiert, da der ebenfalls recht ausgedehnte Schlossgarten schon voll in Beschlag genommen wird.
Im Rosensteinpark könnte man zentral einen ausreichend großen Badesee schaffen, der echten Mehrwert für die Stadt schaffen könnte.

Hat man in Stuttgart je über solch eine Option nachgedacht?
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #15 ·
Ach ja, nebenbei könnte Stuggi auch mal ein anständiges Hochhaus gebrauchen.

Der Tagblatt-Turm ist schon etwas älter.
 

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"Etwas" ist gut. ;)

Vor allem finde ich, dass seine bauhistorische Qualität zwar unbestritten ist, die ästhetische aber etwas zu wünschen übrig lässt.

Solche Kommentare gibt es hier in Fotothreads auch über Hannover. Da wird sich gerne mal mit Lob für deutsche Städte überschlagen. ;) Nichtsdestotrotz hat Stuttgart wirklich ein paar echte Schätze, die einem halt nur nicht immer à la München auf dem Präsentierteller serviert werden.

Der größte 'optische Vorteil' für das Gesamtbild Stuttgarts ist wie gesagt immer noch die geographische Lage und die Umgebung. Architektonisch könnte man allerdings hier und da mehr daraus machen.
 

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Discussion Starter · #17 ·
Zerstört oder nicht, Freiburg war auch schwer getroffen, man hätte mehr daraus machen können, nein müssen. Der sture Fortschrittsglaube war eben stärker und ist es auch heute noch.


Für mich übrigens der Top-Rekokandidat in Stuttgart, der sofort wiederaufgebaut gehört: Neues Lusthaus, Renaissancebaukunst par excellence!

(Ich weiß um Baugeschichte & Standortwechsel, aber einer der großartigsten Bauten dieser Zeit darf nicht auf ewig ein Ruinendasein fristen!)


Da gibt es nicht zufällig Bestrebungen, eine Initiative oder gar nur Ideen?
 

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Initiative gibt es. Aber wo Du recht hast, solchen Initiativen ist in Stuttgart wenig Erfolg beschieden. Nicht zuletzt weil die Initiatoren hier - vielleicht mehr als z.B. in Leipzig - Schwätzer sind und eben bei der Lokalpolitik auf wenig Echo stoßen. Der Kreis deckt sich häufig mit S21-Gegnern usw. Zur Kritik oder Ideen reicht es, zur Umsetzung oder eigener Kreativität nicht.
 

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Ansonsten fehlt Stuttgart mE Wasser. Ganz recht, Wasser. Es gibt den Neckar, klar, aber der ist einfach nicht wirklich präsent im Stadtbild. Mir geht es vorallem auch um ein städtisches Gewässer mit echtem Erholungswert. Vgl.bar mit dem Schweriner See oder dem Hannoveraner Maschsee. Sowas fehlt Stuggi.

Da es so etwas nicht gibt, muss es geschaffen werden. Platz genug wäre z.B. im Park bei Schloss Rosenstein, da ist im Prinzip nur Wiese.
Sage ich schon lange und wünschte mir daher - wo immer möglich - die wasserreiche Variante, z.B. beim Wettbewerb Killesberg (Messenachnutzung). S21 böte mit seiner recht großen Erweiterung des Rosensteinparks die beste Chance für ein richtiges Gewässer > Pfütze. Beim Imperativ bin ich dabei: Ja, muß geschaffen werden! Es ist nämlich wirklich schlimm: Wer See-Feeling möchte, muß bis Heilbronn (1 Badesee), Tübingen (1 Badesee), Rems-Murr-Kreis (ein paar Badeseechen) oder in den Raum Karlsruhe (mehrere Badeseen) fahren. Der einzige nennenswerte Stuttgarter See ist hoffnungslos überfüllt.

Immerhin tut sich am Neckar jetzt ordentlich was hinsichtlich Renaturierung. Etliche Projekte eines Masterplans sind gebaut, in Bau oder geplant. Bei Ludwigsburg soll gar ein See entstehen; ich bezweifle jedoch, daß dieser als entsprechender Badesee ausgelegt wird.

Was wirklich gut ist, ist die Bädersituation. Es gibt neben den obligatorischen Frei- und Hallenbädern eine ganze Reihe sehr guter und abwechslungsreicher Wellness-Oasen in der Region. Stuttgart verfügt - weithin unbekannt - über die größten Mineralwasservorkommen Westeuropas bzw. nach Budapest über die zweitgrößten Europas. Daher auch der Name Bad Cannstatt - wer sich das mal fragte. Entsprechend befinden sich allein in Stuttgart drei Mineralbäder, die man besucht haben muß!

Umso paradoxer: Sitzt auf immensen Wasservorräten und besitzt doch keine das Stadtbild bereichernen Seen. :eek:hno:


Ach ja, nebenbei könnte Stuggi auch mal ein anständiges Hochhaus gebrauchen.
Der Trump Tower wärs gewesen. Die Stuttgarter hatten damals auch allerhand Argumente gegen den Fernsehturm, heute lieben sie ihn. Viele lernen eben nie. Wäre an sich nicht schlimm, wenn sich solcher Charakter hier nicht auch noch durchsetzte.

Die wenigen entstandenen jüngeren Midrises sind übrigens gar nicht schlecht: Bülow-Turm, Colorado und LBBW-Turm. Von den geplanten Bosch-Twins hört man nix mehr.


Nichtsdestotrotz hat Stuttgart wirklich ein paar echte Schätze, die einem halt nur nicht immer à la München auf dem Präsentierteller serviert werden.

Der größte 'optische Vorteil' für das Gesamtbild Stuttgarts ist wie gesagt immer noch die geographische Lage und die Umgebung.
Du sagst es!
Ohne Übertreibung kann man Stuttgart m.E. die sich am meisten unterscheidende >500.000-Stadt Deutschlands nennen. Die "Wettbewerber" sind ja allesamt "Flachstädte", ob im Norden oder selbst Süden. Trotzdem werden an Stuttgart die gewohnten Standardmaßstäbe angelegt, während niemand eine hügelige Topographie für Hamburg, München & Co fordert.

Ebenso wird München nicht das Fehlen eines Hafens oder stadtbildpräsenten Flusses angelastet. Ein solcher ist eben ein Pluspunkt für Hamburg oder Dresden im Vergleich mit München. Doch bei Stuttgart scheint es ein Minuspunkt für Stuttgart zu werden. Dabei ist durchaus wahr, daß der Neckar das Stuttgarter Zentrum nicht tangiert. Andererseits fließt er immerhin durch geschätzt zehn Stadtteile. Manchmal häßlich als Industrieneckar, manchmal jedoch aber auch schön gesäumt von Weinbergen - sogar Steillagen. Welche Großstadt hat solches schon auf ihrer Markung zu bieten?

Grundsätzlich sind mir Bremen, Dresden, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart lieber als fünf Hamburgs und fünf Münchens.
 
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