SkyscraperCity banner
1 - 20 of 138 Posts

·
Kansas of Elsass
Joined
·
1,428 Posts
Discussion Starter · #1 ·
Hier ein Artikel aus dem Baublatt, aber schon im Mai erschienen! Bin ich der einzige der darauf aufmerksam geworden ist? habe auch nichts in der Baz weder hier gelesen.Lest es euch durch, ist sehr interessant, vllcht ein Chance für später...




Ein grünes Hochhaus in Basel

Luftiger Traum aus Holz

Es wäre das erste Holzhochhaus der Welt geworden und mit seinen 200 Metern das höchste Gebäude der Schweiz. Da sich bisher jedoch kein Investor gefunden hat, bleibt es bis auf Weiteres ein Projekt auf Papier.





Hochhäuser waren in der Schweiz lange Zeit verpönt. Zu urban, zu modern, geradezu unheimlich waren sie der ländlich geprägten Bevölkerung. Deshalb wurde ihre kurze Blütezeit zwischen den 50er- und 60er-Jahren Ende der 70er-Jahre jäh gestoppt. Seit etwa zehn Jahren findet allerdings ein Umbruch statt. Fachleute sprechen gar von einer Renaissance der Hochhäuser. Unter den inzwischen zahlreichen Projekten findet sich auch eines, das ein besonderes Augenmerk verdient: das 200 Meter hohe Holzhochhaus des Basler Büros Degelo Architekten. Konzipiert wurde das hölzerne Gebäude 2009 für den Chemiekonzern Syngenta in Basel. Als die Firma sich jedoch dafür entschied, ihren Hauptsitz doch nicht in einen Neubau zu verlegen, verlor das Hochhaus seinen Investor. Nun wartet es darauf wiederentdeckt zu werden.

Auf den ersten Blick erscheint das Baumaterial Holz für ein Hochhaus ungeeignet. Zumal jenes von Degelo auch noch 200 Meter hoch ist. Der Planung voraus ging deshalb eine langjährige Studie, die der Architekt 2005 zusammen mit der ETH Zürich und dem Fachmagazin «Hochparterre» in Angriff genommen hatte. Untersucht wurden das Material, die Machbarkeit und die Finanzierung des Holzhochhauses.

Auf die Idee für das aussergewöhnliche Projekt kam Degelo durch sein Elternhaus: «Ich bin in einem Holzhaus aufgewachsen, das über 400 Jahre alt war und keine nennenswerten Beschädigungen aufwies. Und das, obwohl das Haus noch nie mit Chemie behandelt worden ist. Holz ist demnach sehr widerstandsfähig. Voraussetzung ist, das man es richtig verwendet.» Ermutigt durch das Beispiel Chalet, entschloss sich Degelo schliesslich dazu, ein Hochhaus ganz aus Holz zu bauen, das CO2-frei betrieben werden kann und seine Energie selber produziert. Das nach ökologischen Prämissen konzipierte Gebäude soll neben Menschen auch etlichen Pflanzen und Tieren ein Zuhause bieten.

Hochhaus mit Baumrinde geschützt
Ein wichtiger Aspekt des Holzhochhauses ist seine Fassade. Wegen der ökologischen Anforderungen darf das Holz der Fassade, die aus Tannen und Fichten besteht, nicht chemisch behandelt werden, weswegen sie zum empfindlichsten Teil des Gebäudes wird. Wie aber schützt man sie? Mithilfe eines Biologen untersuchte der ehemalige Schreiner Degelo die Rinde eines Baumes auf ihre Verwendbarkeit nach den Grundsätzen der Bionik – der Symbiose zwischen Biologie und Technik. Mit ihr sollte das Schutzprinzip der Rinde auf die Fassade des Holzhochhauses adaptiert werden. Wie sich herausstellte, eigneten sich die Balkone dafür. Sie sind nun sozusagen die Rinde des Holzhochhauses. Pro Etage schliesst sich je einer als Kreis um das Hochhaus (siehe Grundriss unten). Da die Balkone aus den robusten Holzarten Eichen und Lärchen bestehen, können sie der schädlichen Witterung ohne Weiteres standhalten. «Das Einzige, worauf wir achten müssen, ist, dass das Holz schnell wieder trocknen kann, weil es ansonsten fault und damit leicht kaputt gehen kann», erklärt Degelo. Die Balkone wurden deshalb so konstruiert, dass sie gut umlüftet sind. Auf diese Weise kann sie der Wind leicht trocknen.

Die Schutzfunktion ist jedoch nicht die einzige Aufgabe, die die Balkone zu erfüllen haben. Sie sind zudem Teil einer natürlich konzipierten Klimaanlage. Damit diese auch funktionieren kann, braucht es buschartige Pflanzen, die in Töpfen jeweils an den Aussenrand der Balkone gestellt werden. Dort übernehmen sie einerseits die Funktion eines Geländers und anderseits die einer natürlichen Markise: Im Sommer, wenn die Pflanzen Blätter haben, schirmen sie die Sonne ab, sodass das Hochhaus nicht erhitzt werden kann. Im Winter erzielen sie den gegenteiligen Effekt. Um diesen zu erhöhen, variiert der Balkonboden in seiner Tiefe. Im Norden, wo am wenigsten Sonnen hinkommt, ist der Boden am schmalsten, damit das Licht der Sonne direkter einwirken kann. Im Osten und Westen ist er am breitesten.

Gedämmt wird das Haus mit einer 20 Zentimeter dicken Altpapierflocken-Schicht und die Fenster bestehen aus Isolierglas. Ein ausgeklügeltes System mit dünnen Wasserröhren gleicht die Temperaturen auf Komfortniveau aus. Den Strom für das Gebäude erzeugt eine hauseigene Biogasanlage, die mit den organischen Abfällen der Bewohner «gefüttert» wird. Genutzt werden ausserdem Photovoltaik, Windenergie und Brennstoffzellen.

Wasser wird rezykliert
Bei der Auswahl der Pflanzen zog Degelo wiederum den Biologen zurate. Nicht alle Arten sind geeignet, schon gar nicht für eine Höhe von 200 Metern. Zur Auswahl stehen nun Gewächse wie die Aster, der Perückenstrauch oder die Kletterhortensie. «Es ist aber möglich und erwünscht, dass sich mit der Zeit auch wilde Arten ansiedeln», meint Degelo, der diesen Aspekt besonders spannend findet. Denn dank der Pflanzen erhalte das Hochhaus nicht nur eine aussergewöhnliche Aura, die je nach Art und Jahreszeit von verschiedenen Farben geprägt wäre, sondern schaffe zudem auch Lebensraum für Tiere. Der Architekt denkt dabei an Insekten, Alpensegler, Eichhörnchen und Iltisse. Für die Bewässerung der Pflanzen müssen die Nutzer des Hochhauses nicht besorgt sein. Dafür sorgt nämlich der Regen.

Für die Bewohner des Hochhauses kommt ein herkömmliches Wasserverteilungssystem zum Zuge. Das Besondere daran ist jedoch, dass das Ökosystem des Hochhauses eine Wiederverwendung des Wassers erlaubt, sodass sich der Bezug auf ein Minimum reduziert. Mit anderen Worten: Das Wasser wird rezykliert. Zuerst ist es Gebrauchswasser, danach Toilettenspülung. Die vom Wasser getrennten Exkremente kommen in die Biogasanlage. Das verunreinigte Wasser hingegen wird in die hauseigene, aus Moos bestehende vertikale Kläranlage befördert, wo es gesäubert wird. Danach gelangt es zurück in die Haushalte und der Prozess beginnt von Neuem. Währenddessen kann es sein, dass Wasser verdunstet. Das hat im Sommer zwar den Vorteil einer Kühlung, gleichzeitig aber auch den Nachteil, dass immer weniger Wasser zirkuliert. «Vom konventionellen Wasserverteilungssystem können wir uns daher nicht vollständig lösen», sagt Degelo.

Brandschutz kommt aus der Werft
Ein wichtiger Aspekt während der Planung des Holzhochhauses war der Brandschutz. Hierfür wurde Degelo im Werftbau fündig. Schiffe, die Feuer fangen, sind schwer zu löschen, weil auf ihnen stets Wassermangel herrscht. Salzwasser kann nicht zu Löschzwecken verwendet werden. Deshalb befinden sich auf den Schiffen Sprühnebelanlagen. Bei Brandausbruch kühlen sie die Raumtemperaturen ab, sodass sich keine weiteren Teile entzünden können. Dasselbe System wendet Degelo nun für sein Hochhaus an. Ebenfalls vertieft geprüft werden musste die Statik des Hochhauses. Um die gewünschte Stabilität zu erreichen, bedient sich Degelo der Holzplattenbauweise: «Dank ihr wird das Gebäude sehr steif und schwingt nur sehr gering.»

Als Nutzung für das Hochhaus sieht der Architekt vor allem Wohnungen und Büros vor. Die oberen Etagen sind für Penthouseappartements reserviert, die mittleren für Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. In den unteren Stockwerken sollen die Büros Platz finden. Die Nutzer werden nichts davon merken, dass das Hochhaus ganz Holz besteht, denn die Wände im Innern des Gebäudes werden allesamt mit Gips verkleidet. Allerdings können auf besonderen Wunsch hin die Wände in Holz belassen werden. Florencia Figueroa


Finanzierung
Ein Holzhochhaus zu bauen, ist möglich. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass der Flächenbedarf für die Stützkonstruktion bei Beton, Stahl und Holz etwa gleich gross ist. Die Frage ist nur noch, die Finanzierbarkeit. Hierfür hat man eine Bilanz erstellt, die genau aufzeigt, wie viel ein Holzhochhaus im Vergleich zu konventionellen kosten würde. Das Investitionsvolumen beträgt ungefähr 215 Millionen Franken. Die Mehrkosten für die ökologische Bauweise, den CO2-freien Betrieb und die Versorgung mit eigener Energie sind erstaunlich gering. Umgelegt auf die Miete wurde ein Mehrpreis von 65 Rappen pro Quadratmeter und Monat errechnet.
 

·
Registered
Joined
·
625 Posts
Hey Sämeli, schon lange nichts mehr gehört von dir...

Schade dass Syngenta keinen Neubau plant in Basel, der Hauptsitz soll aber für 100mio rennoviert werden. Interessantes Projekt aber, ein Hochhaus als Ökosystem, Eichhörnchen und Iltisse sollen es bewohnen und sogar das Abwasser der Toilette wird im Gebäude rezykliert :). Die Höhe dünkt mir ein bisschen viel für solch ein neuartiges Holzhaus, scheint mir irgendwie verständlich dass sich kein Investor findet.
 

·
Kansas of Elsass
Joined
·
1,428 Posts
Discussion Starter · #3 ·
Ja ich lese Regelmässig mit, aber zum Täglich schreiben fehlt mir im Moment die Zeit.... wobei mich in letzter zeit auch wieder mehr mit dem Thema Stadtentwicklung in Basel beschäftige.

Ich studiere in Nürtingen in der Nähe von Stuttgart Stadtplanung, und bin grad im 5. Semester, aber ist mir ein bisschen zu provinziell ausgerichtet das ganze, weshalb ich wahrscheinlich nach Hamburg an die Hafencity-Uni wechseln werde wenn alles klappt.

Es reizt nämlich schon, der gedanke später mal an diesen Projekten in Basel mitzuarbeiten, Basel in 10-20 Jahren wird unglaublich spannend werden!!!

in dem Sinne bis bald liebe Basler sektion

muss jetzt noch Machete im kino angucken ;)
 

·
Registered
Joined
·
3,077 Posts
Umgestaltung Badischer Bahnhof: Fit für die Zukunft

Die zukünftige Nutzung des Badischen Bahnhof sowie die Aufwertung der Rosentalstrasse zur "Basler Bahnhofstrasse": Das waren die zentralen Themen, die gestern Dienstagabend an der Quartierveranstaltung zum "Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof" in der Bar du Nord von rund 70 Interessierten intensiv diskutiert wurden.

Basel, 14. Dezember 2011


Das Schwerpunktprogramm "Stadtentwicklung Basel Nord" wurde Ende 2010 abgeschlossen, die Stadtentwicklung in jenem Gebiet geht aber weiter. Konkret verlagert sie sich vom St. Johann auf die andere Rheinseite zum Badischen Bahnhof im Kleinbasel, wo derzeit das Bau- und Verkehrsdepartement ein Konzept für die zukünftige Nutzung des Badischen Bahnhofs erarbeitet. Gestern fand die zweite Mitwirkungsveranstaltung für die betroffene Bevölkerung aus den Quartieren Hirzbrunnen, Wettstein und Rosental statt.

Bahnof soll besser zugänglich werden

In moderierten Workshops wurden detaillierte Massnahmen zur besseren Zugänglichkeit zum Bahnhof, die zukünftige kommerzielle Nutzung im historischen Hauptgebäude sowie die Aufwertung der Rosentalstrasse diskutiert. Dies waren auch die Themen, die sich in der ersten Anhörung im Januar 2010 als die inhaltlichen Brennpunkte erwiesen hatten.

Konkret geht es darum, den Badischen Bahnhof zum attraktiven Verkehrsknotenpunkt aufzurüsten und fit für die künftigen städtebaulichen Herausforderungen zu machen. Bis anhin führte der Badische Bahnhof jedoch ein städtbauliches Mauerblümchendasein.

Problem Grenzbahnhof

Trotz seiner Funktion als Durchgangs- und Umsteigebahnhof wird der Bahnhof als Portal von und zur Innenstadt nicht wahrgenommen. Immerhin benutzen ihn täglich 12'000 Reisende. Das hängt mit der Besonderheit des Badischen Bahnhofs als Grenzbahnhof zusammen. Er hat sich seit seiner Gründung 1913 kaum verändert, die Stadt ist jedoch gewachsen. Deshalb steht das ganze Bahnhofareal mit seinen Gleisanlagen quer in der Stadtlandschaft: Es riegelt das Hirzbrunnenquartier von der Stadt ab und ist für Reisende nur via Schalterhalle zugänglich.

Wer heute den Hauptausgang des Badischen Bahnhofs verlässt, muss den Weg in die Innenstadt richtiggehend suchen und findet den Eingang zur Stadt doch nicht. Weder gibt es eine "Zürcher Bahnhofstrasse" noch eine andere Wegmarke, die Ortsunkundige schnell und unkompliziert in die Stadt oder an die Messe führt. Die Rosentalstrasse ist der direkteste Weg zur Messe Basel und in die Innenstadt – wirkt aber als eintönige, wenig einladende Durchgangsachse (Bild). Wer umgekehrt aus dem Hirzbrunnenquartier zum Badischen Bahnhof will, muss sich, anstatt direkt vom Quartier aus in die Schalterhalle zu gelangen, zuerst durch die wenig attraktiven Strassentunnels der Maulbeer- und Riehenstrasse quälen.

Immobilienprojekte bringen Quartierveränderungen

Bislang wurde das städtebauliche Potential des Badischen Bahnhofs vernachlässigt. Der Neubau der Messe Basel liegt in unmittelbarer Nähe, der Bahnhof liegt zentral zwischen den Quartieren Rosental, Wettstein und Hirzbrunnen, und ist zudem an das städtische Tram- und Busnetz angeschlossen. Anstoss für das Projekt "Badischer Bahnhof" geben die vielen neuen Investitionen in der nahen Umgebung. Verschiedene Stadtentwicklungsprojekte sind in unmittelbarer Nähe geplant oder bereits realisiert. Projekte wie das Erlenmattquartier, der Wohnungsneubau auf dem Schoren-Areal oder der Bau des Roche-Turms werden Neuzuzüger bringen und Arbeitsplätze schaffen, aber die Quartiere auch neu aufmischen und verändern.

Diese Situation wird neue Herausforderungen an den Badischen Bahnhof stellen. Mehr Personen werden den Bahnhof nutzen. Der öffentliche Verkehr sowie der Fuss- und Veloverkehr müssen aufeinander abgestimmt werden. Die Zugänglichkeit soll verbessert und die Trennung der Quartiere aufgehoben werden. Mit dem Wegfallen der Personenkontrollen ergeben sich auch neue Nutzungsmöglichkeiten in dieser Verkehrsdrehscheibe.

Schwierige Aufwertung der Rosentalstrasse

Obwohl die Mitwirkung der Bevölkerung möglich ist, sind deren Handlungsmöglichkeiten beschränkt und die Umsetzung vieler kreativer Ideen schwierig machbar. Der dringende Wunsch von Workshop-Teilnehmenden beispielsweise, die Rosentalstrasse aufzuwerten und sie als attraktive Verbindung in die Innenstadt zu öffnen, wird sich so nicht umsetzen lassen. Der Messe-Neubau als Quartierriegel sowie die Gebäude der Syngenta verunmöglichen eine attraktive durchgehende Flaniermeile oder eine weitere Öffnung des Quartiers. Ob und wie sich die am Workshop eingebrachte Idee, die Geleislandschaft zu überdachen und, analog zum angedachten Projekt "Central Park" beim Bahnhof SBB, die Dachlandschaft zu begrünen und so auch einen direkten Weg zum Hirzbrunnen Quartier über die Dächer zu ermöglichen, umgesetzt werden kann, wird sich zeigen.

Einigen Wünschen, wie denjenigem nach einer direkten Verbindung von der Rosentalstrasse ins Hirzbrunnenquartier, kann aber entsprochen werden: So wird der Riehener Tunnel im Bahnhof 2013 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Badischen Bahnhofs geöffnet. Für die Gestaltung der Rosentalstrasse wird 2012 ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die vielen Vorschläge werden nun nochmals gebündelt, um dann als konkrete Empfehlungen ins Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof einzufliessen.

Die dreistündige Veranstaltung wurde vom Bau- und Verkehrsdepartement in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilsekretariat Kleinbasel organisiert.


Stadtteilentwicklung Badischer Bahnhof
mj. Bereits 2007 formulierte der Neutrale Quartierverein Hirzbrunnen in einem Schreiben an das Stadtteilsekretariat Kleinbasel Vorschläge zur Verbesserung der Zugänglichkeit zum Bahnhof, der Beleuchtung der Rad- und Fussgängerwege bei den Eisenbahnbrücken Riehenstrasse und Maulbeerstrasse sowie zum Thema Veloabstellplätze am Bahnhof. Ausserdem wurde eine Gesamtplanung unter Miteinbezug der Bevölkerung angeregt. Thema: Überwindung der Barrierewirkung des Bahnhofs für die Quartiere.

Auch von politischer Seite wurden diesbezüglich Massnahmen gefordert. In der Folge wurde der Badische Bahnhof in den Politikplan 2009-2012 aufgenommen und im Richtplan Basel-Stadt 2009 als “siedlungsstruktureller Schwerpunkt” festgelegt. Damit wurde der Auftrag an das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt, ein Konzept für die "Stadtteilentwicklung Badischer Bahnhof" zu entwickeln. Im Dezember 2010 bewilligte der grosse Rat einen Kredit von 465’000 Franken zur Konzepterarbeitung und zur Umsetzung von Sofortmassnahmen. Darin verankert war auch die Vorgabe, dass die Bevölkerung bei der Konzeptentwicklung mitreden kann.

Bis Mitte 2012 muss ein Konzept vorliegen, die darin vorgeschlagenen Massnahmen solle innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren umgesetzt werden.


Partizipation und Stadtentwicklung
mj. Mit der neuen Verfassung des Kantons Basel-Stadt ist am 30. Oktober 2005 auch deren Paragraph 55 vom Volk angenommen worden und am 13. Juli 2006 in Kraft getreten. Er schreibt vor, dass Staat und Verwaltung die Quartierbevölkerung, sofern diese besonders betroffen ist, in ihre Meinungs- und Willensbildung einbeziehen müssen. Das Stadtteilsekretariate Kleinbasel und Basel-West, zusammen mit den neutralen Quartiervereinen, sind die Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Verwaltung. Sie initierten die Mitwirkung der Quartierbevölkerung bei Stadtentwicklungsprojekten.

Quelle: www.onlinereports.ch
 

·
Registered
Joined
·
1,208 Posts
Wie bereits oben erwähnt will Syngenta in den nächsten Jahren den Haupsitz modernisieren und rund 100 Mio investieren.

Aus der Brochure "Syngenta in der Schweiz":

"Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat von Syngenta haben 2010 ein über Monate mit internen und externen Fachleuten ausgearbeitetes Gesamtkonzept grundsätzlich unterstützt und die erste Bauphase bewilligt. Die Bauarbeiten werden gemäss Planung im Herbst 2011 beginnen. Mit diesem Investitionsentscheid in der Höhe von rund 100 Millionen CHF für die erste Phase ist ein deutliches Bekenntnis zum Syngenta-Hauptsitz in Basel verbunden. Die Bautätigkeit wird hauptsächlich von der Arealseite her erfolgen und zur Rosentalstrasse hin keine merklichen Veränderungen bringen. Im Innern der Gebäude jedoch sollen attraktive Arbeitsplätze entstehen, die den Bedürfnissen der künftigen Benutzerinnen und Benutzer voll gerecht werden."

Wohl in diesem Zusammenhang wurde heute ein Baugesuch publiziert:

Projekt: Abbruch Personalrestaurant und Neubau an anderer Stelle, Anbau eines Bürogebäudes, Umbau und Sanierung von zwei Bürogebäuden sowie der unterirdischen Autoeinstellhalle, mit Baumfällungen und Ersatzpflanzungen
Bauherrschaft: Syngenta Crop Protection AG
 

·
Registered
Joined
·
1,208 Posts
Umbauprojekt Syngenta Areal Rosental (Quelle: syngenta.com)

Syngenta gestaltet ihren Hauptsitz in Basel zu einem unabhängigen, klar identifizierbaren und einzigartigen Standort um, der die Unternehmensidentität reflektieren wird.
Angestrebt wird ein hochfunktionales und effizientes Arbeitsumfeld mit modernen und flexiblen Gestaltungselementen sowie einem attraktiven grünen Aussenbereich, um Innovation und Wissensaustausch zu fördern.
Der Entscheid, rund CHF 100 Millionen in dieses Projekt zu investieren, ist ein klares Bekenntnis zum Geschäftsstandort in Basel.



Das Bauvorhaben sieht eine umfassende Sanierung des an die Rosentalstrasse grenzenden Syngenta-Gebäudes 1004 sowie das daran angebaute und sich im Arealinnern befindende 1007 vor.

Alte Befestigungen, Fussböden, Wände und sanitäre Anlagen etc. werden komplett ersetzt. Architektonisch werden die neuen Arbeits-, Rückzugs- und Pausenbereiche so gestaltet, dass Zusammenarbeit und informeller Wissensaustausch gefördert werden.



Daten & Fakten zum Umbau

Erste Bauphase: Gebäude 1004 und 1007
Geplante Investitionen: CHF 100 Mio.
Anzahl Arbeitsplätze nach Renovierung: rund 1000
Anzahl Stockwerke: 8
Gebäudehöhe: 36 Meter
Geplanter Baustart Gebäude 1007: Sommer 2012
Geplante Fertigstellung Gebäude 1007: 2. Halbjahr 2013
Geplanter Baustart Gebäude 1004: Anfang 2014
Geplante Fertigstellung Gebäude 1004: Frühjahr 2015
 

·
Registered
Joined
·
638 Posts
Obwohl vom Hauptthema dieses Threads (Syngenta) wegführend, finde ich Don Calos Link zum Bad Bf doch sehr aufschlussreich:
(...) Deshalb steht das ganze Bahnhofareal mit seinen Gleisanlagen quer in der Stadtlandschaft: Es riegelt das Hirzbrunnenquartier von der Stadt ab und ist für Reisende nur via Schalterhalle zugänglich.

Wer heute den Hauptausgang des Badischen Bahnhofs verlässt, muss den Weg in die Innenstadt richtiggehend suchen und findet den Eingang zur Stadt doch nicht. Weder gibt es eine "Zürcher Bahnhofstrasse" noch eine andere Wegmarke, die Ortsunkundige schnell und unkompliziert in die Stadt oder an die Messe führt. Die Rosentalstrasse ist der direkteste Weg zur Messe Basel und in die Innenstadt – wirkt aber als eintönige, wenig einladende Durchgangsachse (Bild). Wer umgekehrt aus dem Hirzbrunnenquartier zum Badischen Bahnhof will, muss sich, anstatt direkt vom Quartier aus in die Schalterhalle zu gelangen, zuerst durch die wenig attraktiven Strassentunnels der Maulbeer- und Riehenstrasse quälen.
(...)
Quelle: www.onlinereports.ch
Und weil's so schön ist, gleich nochmal der m.E. entscheidende Satz:
Deshalb steht das ganze Bahnhofareal mit seinen Gleisanlagen quer in der Stadtlandschaft
Dazu folgende dumme Frage: Wenn dem so ist: Nützt die ganze offenbar angedachte Aufwertungskosmetik da überhaupt was, oder würde man nicht besser den ganzen Bahnhof aufheben, stattdessen unter der Messe einen neuen, zentralen Hauptbahnhof für Kleinbasel bauen, und das Areal des Badischen für zukunftsträchtige Projekte nutzen, die sonst mangels geeigneter Flächen auf der Strecke bleiben?
 

·
Registered
Joined
·
2,501 Posts
^^

Was mich ein wenig wundert ist dass man die Umgebung des Badischen BAnhhofs verglichen mit dem Central-Bahnhof eher ein wenig vernachlässigt. Weshalb baut man nicht auch neue Geschäftshäuser (wie das Christoph Merian oder Jakob Burckhardt Haus) um den BAdischen BAhnhof herum?
Ich denke auf Seite Richtung Riehen/Eglisee sollte es sicher Platz geben. Für mich wirkt jedoch das Areal eher ein wenig provinzmässig und eine Aufwertung würde nicht schaden.
 

·
trauch
Joined
·
1,177 Posts
^^
Das würde erstens bedeuten, dass sämtliche Personenzüge unter der innenstadt durchgehen, nicht nur die S-Bahnen. Das wäre eine ganz andere Kapazität.

Zweitens gehört das Land und der Bahnhof der Deutschen Bahn, Basel kann also nicht frei darüber bestimmen.

Und drittens: Von der Idee her toll, aber dann doch lieber ganz radikal:
- Einen Nordbogen unterirdisch, wo alle Züge aus Frankreich und Deutschland in einen unterirdischen Bahnhof SBB einfahren.
- Durch die Innenstadt einen S-Bahntunnel.
- S-Bahnen durch die Innenstadt, den Nordbogen und den Südbogen fahren lassen: full service :)
 

·
Registered
Joined
·
1,497 Posts
Hm, erste Phase... das lässt doch Hoffen auf eine zweite Phase wo ggf. weiterer Platz geschaffen wird und vielleicht wird ja das Hochhaus ersetzt? :) würde im Prinzip Sinn machen an dem Ort. Die ganze Anlage würde bedeutend Aufgewertet, standesgemäss sozusagen.
 

·
Registered
Joined
·
1,208 Posts
Hm, erste Phase... das lässt doch Hoffen auf eine zweite Phase wo ggf. weiterer Platz geschaffen wird und vielleicht wird ja das Hochhaus ersetzt?
Das dachte ich auch. Der Platztbedarf wird wohl da sein. Ein solches Projekt gab es ja mal (von H&dM), verschwand dann aber in Syngentas Schubladen.

 

·
Registered
Joined
·
1,497 Posts
Das dachte ich auch. Der Platztbedarf wird wohl da sein. Ein solches Projekt gab es ja mal (von H&dM), verschwand dann aber in Syngentas Schubladen.

Hm, durch den Wegfall des einen Gebäudes gem. Plan würde das ja hinkommen :) oder? :banana:

Oh, Erinnerungen... war eine Zeitlang öfters im 1008 :)
 

·
Registered
Joined
·
2,501 Posts
^^
Das würde erstens bedeuten, dass sämtliche Personenzüge unter der innenstadt durchgehen, nicht nur die S-Bahnen. Das wäre eine ganz andere Kapazität.

Zweitens gehört das Land und der Bahnhof der Deutschen Bahn, Basel kann also nicht frei darüber bestimmen.

Und drittens: Von der Idee her toll, aber dann doch lieber ganz radikal:
- Einen Nordbogen unterirdisch, wo alle Züge aus Frankreich und Deutschland in einen unterirdischen Bahnhof SBB einfahren.
- Durch die Innenstadt einen S-Bahntunnel.
- S-Bahnen durch die Innenstadt, den Nordbogen und den Südbogen fahren lassen: full service :)
Gehört ein Teil des Landes hinter dem Badischen BAhnhof nicht der Sauter AG? Ok die haben glaub vor kurzem ihre Gebäude auch erweitert, aber ein finanziell propes Unternehmen könnte in den Schoren sicher Land aufkaufen und was richtig prunkvolles hinstellen. Etwas was Arbeiter, Leute anzieht, was das Umfeld des Badischen Banhofs attraktiver macht.
 

·
Registered
Joined
·
638 Posts
^^
Das würde erstens bedeuten, dass sämtliche Personenzüge unter der innenstadt durchgehen, nicht nur die S-Bahnen. Das wäre eine ganz andere Kapazität.
Richtig. Für sämtliche Personenzüge Richtung Weil-Deutschland (inkl. Wiesental, aber ohne Hochrhein) stünden zwei Gleise zur Verfügung. Das reicht bei weitem. (Bei der aktuellen Herzstück-Planung haben wir ja das Problem, dass die Linie nur zur Hälfte ausgelastet wäre.)

Zweitens gehört das Land und der Bahnhof der Deutschen Bahn, Basel kann also nicht frei darüber bestimmen.
Auch darin seh ich kein wirkliches Problem. Erstens fallen Entscheidungen dieser Tragweite immer auf der politischen Ebene; Landeigentümer werden nötigenfalls enteignet. Zweitens wäre die DBAG der grösste Gewinner einer solchen Rochade, denn sie könnte ihr Land einer wesentlich intensiveren Nutzung zuführen, als wenn sie ein paar überzählige Eisenbahnwaggons darauf rumstehen lässt.

Und drittens: Von der Idee her toll, aber dann doch lieber ganz radikal:
- Einen Nordbogen unterirdisch, wo alle Züge aus Frankreich und Deutschland in einen unterirdischen Bahnhof SBB einfahren.
- Durch die Innenstadt einen S-Bahntunnel.
- S-Bahnen durch die Innenstadt, den Nordbogen und den Südbogen fahren lassen: full service :)
Von mir aus gern so radikal wie möglich - verstehe aber nicht ganz, auf welcher Route die Züge aus Frankreich und Deutschland dann in den unterirdischen Bahnhof SBB einfahren würden, und was du unter Südbogen verstehst.

P.S.: Die Züge von/nach der deutschen Hochrheinstrecke würden gemäss meiner Idee bei Birsfelden den Rhein überqueren und via St. Jakob in den Bahnhof SBB geleitet (und von dort wendefrei weiter Richtung Freiburg).
 

·
trauch
Joined
·
1,177 Posts
Von mir aus gern so radikal wie möglich - verstehe aber nicht ganz, auf welcher Route die Züge aus Frankreich und Deutschland dann in den unterirdischen Bahnhof SBB einfahren würden, und was du unter Südbogen verstehst.
Nordbogen: Abzweig an der deutschen Grenze Richtung Westen - New Basel - St. Louis - Elsässerbahn - Bahnhof SBB

Südbogen: bestehende Strecke Bahnhof SBB - Rheinbrücke - (ehemaliger) Bad. Bahnhof

Herzstück: Bahnhof SBB - Marktplatz - Messeplatz - (ehemaliger) Bad. Bahnhof

P.S.: Die Züge von/nach der deutschen Hochrheinstrecke würden gemäss meiner Idee bei Birsfelden den Rhein überqueren und via St. Jakob in den Bahnhof SBB geleitet (und von dort wendefrei weiter Richtung Freiburg).
Du willst also wegen einer regionalen S-Bahnlinie einen neue Strecke bauen? Oder erstehe ich da etwas falsch?
 

·
Registered
Joined
·
1,497 Posts
Du willst also wegen einer regionalen S-Bahnlinie einen neue Strecke bauen? Oder erstehe ich da etwas falsch?
Wenn ich richtig gelesen habe, hat Basel die Mittel beschlossen (10% der kosten) um die hochrheinstrecke ca. 2016 zu elektrifizieren und die SBB wird sich auch auf die 2016 Neuausschreibung des Betriebs der Strecke Basel - Schaffhausen bemühen was S-Bahn Betrieb und auch SBB Schnellzüge bis Schaffhausen oder weiter beinhaltet. Ergo nicht "nur" wegen der S-Bahn.

Ich könnte auch mit einer Umfahrung des Bad. Bahnhofes leben in der Form einer Kurve die von ca. Sportplatz Rankhof zur Brücke führt. So würde der Bad. Bahnhof umfahren und direkt via Roche - Breite der Bahnhof SBB angefahren um ca. 10 Minuten Schneller... :) Naja, nur eine Idee. Währe die allerbilligste Variante für einen starken Zentralbahnhof.
 

·
trauch
Joined
·
1,177 Posts
P.S.: Die Züge von/nach der deutschen Hochrheinstrecke würden gemäss meiner Idee bei Birsfelden den Rhein überqueren und via St. Jakob in den Bahnhof SBB geleitet (und von dort wendefrei weiter Richtung Freiburg).
O.K., ich beginne zu verstehen, was du dir gedacht hast. Du meinst die Benützung des Hafengleises durch den Hardwald. Dann wäre der Aufwand sicher etwas geriuger, aber dennoch: Man müsste zweigleisig bauen und dann ist auch der Güterverkehr noch im Weg. So schnell wird der Hafen Birsfelden nicht aufgegeben... Aber eine visionäre Variante, und darin bewegen wir uns ja, wenn wir den Badischen Bahnhof aufheben wollen :nuts:
 

·
Registered
Joined
·
638 Posts
Ob mit oder ohne Benützung des Hafengleises, das wäre erst noch aufgrund des Kapazitätsbedarfs abzuklären. Hätte mir das ganze etwa so vorgestellt (Variante ohne Benützung des Hafengleises):


By friedmund at 2012-02-01 - Copyright Karte: Swisstopo
 

·
trauch
Joined
·
1,177 Posts
^^

Danke für deine Karte! Ich würde auf die Station Birsfelden Hard allerdings verzichten und dafür St. Jakob anfahren. Birsfelden ist mit dem 3er-Tram und den Buslinien 80 und 81 gut erschlossen.

In Anbetracht, dass am Rheinufer (heutige Grenzacherstrasse) anstelle der heutigen Familiengärten ja eine grössere Überbauung vorgesehen ist und eine S-Bahn-Haltestelle "Landauer/Bäumlihof" angesagt wäre, würde ich - rein visionär - nur jeden zweiten Zug der Hochrheinbahn über St. Jakob führen.
 
1 - 20 of 138 Posts
Top