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Wien. Kaum war in der Nacht auf Freitag die Tinte unter dem Kaufvertrag trocken und Signa offiziell neuer Eigentümer des zweitgrößten österreichischen Möbelhauses Kika/Leiner, wurden die ersten Umbaupläne bekannt. Wie die „Presse“ erfuhr, könnte ein lange gehegter Wunsch von Signa-Eigentümer René Benko in Erfüllung gehen. Der Tiroler Immobilien-Investor ist ja in Deutschland groß im Handelsgeschäft. Dort betreibt Signa die Karstadt-Gruppe mit ihren KaDeWe-Luxuskaufhäusern. Seit Jahren will Signa die Luxusmarke auch in andere Länder exportieren. Laut Informationen dieser Zeitung könnte die Leiner-Filiale in der Wiener Mariahilfer Straße schon bald zum ersten KaDeWe außerhalb Deutschlands umgebaut werden. Der Plan entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie: Wohnt doch der frühere Kika/Leiner-Eigentümer Herbert Koch im Dachgeschoss des Hauses. Er genießt ein lebenslanges Wohnrecht.
https://diepresse.com/home/wirtscha...Benko-plant-KaDeWe-in-der-Mariahilfer-Strasse
 

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^^

MaHü 18

Warenhaus Stephan Esders. Zeichnung nach dem Entwurf des Architekten Friedrich Schachner



Damals


Heute


Warenhaus Stefan Esders

Warenhaus Esders (7, Mariahilfer Straße 18, Karl-Schweighofer-Gasse 2). Ursprünglich stand hier das Haus "Zum roten Krebs", das bis zur Siebensterngasse reichte (1839 demoliert, Areal parzelliert). Als der Kaufmann Stephan Esders in den Besitz des an der Mariahilfer Straße gelegenen Hauses kam, ließ er 1894/1895 nach Plänen von Friedrich Schachner (Baumeister Franz Kupka und Gustav Orglmeister) eines der größten Warenhäuser des damaligen Wien erbauen (Schild "Zur großen Fabrik"; Baukonsens vom 9. April 1894, Eröffnung am 3. April 1895), bei dessen Konzeption er sich Pariser Vorbilder gewählt hatte. Der Architekt musste bei der Raumgestaltung wegen der geringen Dimensionen des Grundstücks und des orthogonalen Grundrisses äußerste Ökonomie walten lassen. Es handelte sich um eine fünfgeschossige Ständerbauarchitektur, zugänglich über einen Eckeingang. Die Räumlichkeiten gruppierten sich um einen glasgedeckten zentralen Innenhof; hier bestand eine ursprünglich dreiarmige Eisentreppe mit breitem Antrittsarm und hufeisenförmig geschwungenen Seitenarmen (Stufenbelag und Balustrade aus Eichenholz). Das Warenhaus war durch seine Pfeilerbauweise (aus Granit, Klinker und mauerummanteltem Eisen) und die Galerien im Inneren epochemachend. Das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß dienten dem Verkauf, im zweiten und dritten Obergeschoß war die Kleiderfabrik untergebracht (Herstellung von Konfektion), im vierten Obergeschoß waren Wohnungen eingerichtet (auch die des Eigentümers). 1898 und 1912 kam es zu Umbauten, 1902 erwies sich ein Zubau als notwendig, außerdem mussten die Wohnungen im vierten Obergeschoß in Lagerräume umgewandelt werden. Vor dem Ersten Weltkrieg bestanden Zweigniederlassungen in Berlin, Breslau, Rotterdam, Brüssel, Paris und St. Petersburg. Nach Esders' Tod (1920) übernahm sein Sohn Bernhard (bis 1933), dann sein Enkel Stefan die Leitung des Unternehmens. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu Plünderungen; erst 1950 trat eine Normalisierung ein. Die Firma hat sich 1964 aufgelöst; das Warenhaus übernahm das Textil-, Teppich- und Möbelhaus Leiner (Umbauten und Modernisierungen, Einbau von Aufzügen und Rolltreppen, Verwendung der oberen Geschosse nun ebenfalls für den Verkauf). 1990/1991 wurde der in der Schweighofergasse angrenzende firmeneigene Parkplatz verbaut, mit einer Tiefgarage versehen (3 Tiefgeschosse, Stellfläche für 250 Pkws; Bemalung der Wände durch Schulklassen der Hauptschulen Neubau-, Neustift- und Kenyongasse) und der Neubaukomplex in das Kaufhaus einbezogen, wodurch sich die Verkaufsfläche von 12.000 auf 30.000 m² vergrößerte (Eröffnung 1991).

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Warenhaus_Stephan_Esders
 

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Das würde der Mariahliferstraße natürlich mehr Glamour bringen als der Leiner mit seinen Kaffeehäferl- und Nachttischlampen-Aktionen. Aber die Frage ist halt, ob so ein Geschäft wie der Leiner nicht auch grundnotwendig ist, wo man die Grundversorgung des Wohnens einkaufen kann, vom Küchengeschirr über Bettwäsche und Lampen bis zum ganzen Wohnzimmer...
 

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Eine Neuausrichtung weg vom Leinerangebot hin zu einem Universalkaufhaus - und nichts anderes ist das KaDeWe - ähnlich wie seinerzeit Gerngroß und Herzmansky wäre mMn ein großer Gewinn für die Mariahilferstraße. Hoffentlich reicht dann auch die Fläche vom alten Leiner; an diejenige des KaDeWe mit ca. 60.000 m² kommt man ohnehin nicht heran.

Für Kafeehäferl- und Nachttischlampenaktionen gilt es genug Alternativen, und sei es der City Ikea, wenn der denn einmal kommt.
 

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Das ist aber nicht nett wenn Benko die lainer-kette kauft und das erste was er macht ist quasi den flagship store zu schließen. Fast könnte man glauben der Deal mit lainer wurde vor allem wegen dem prestigeträchtigen Standort "mariahilferstraße" eingefädelt um KaDeWe in Österreich einzuführen. Aber als Besitzer kann er es machen. Und ich hoffe er besinnt sich der alten Fassade und führt sie wieder in den alten, prestigeträchtigsten Zustand zurück. Die Bausubstanz scheint ja tatsächlich nich die alte zu sein.
 

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Kommt eh der City Ikea :D
Was kein gleichwertiger Ersatz ist und die dortige Einrichtungsgeschäftsecke der Marihailher potentiell verkrüppeln würde. Der Leiner ist ja nicht das einzige Geschäft dieser Branche dort.

Andererseits kommt es darauf an was in einem "KaDeWe" so verkauft wird und für welche Zielgruppe. Ich kenn mich da nicht so aus. Ist das bloß Luxuszeugs oder schon auch für den regulären Markt auch?
 

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Ich würde das Sortiment schon eher gehoben bezeichnen.
Allerdings war ich nur einmal vor ca. 5 Jahren im Berliner KaDeWe.
Fündig wird dort aber auch der „Mittelstand“.
Will sagen: Das passt gut in die Mariahilfer. Für die Favoritner zu gehoben, für die Inner Stadt zu wenig. Jetzt ganz oberflächlich gesagt ;)
 

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Dennoch wäre ein Angebot wie vom Leiner notwendig, sonst hast du einerseits nur das billige Zeugs vom Ikea mit inkompatibler Bettwäsche und für ganz Europa einheitlichem Dekozeug und andererseits die Luxusartikel vom KaDeWe. Man braucht aber auch was von der Mitte - Qualität zu erschwinglichen Preisen... Mir würde das Angebot schon fehlen.
Es ist der Kaindl verschwunden (in den 90ern), dann der Slama (vor einigen Jahren) und jetzt der Leiner - wo bekommt man das Angebot dieser Geschäfte? Im Baumarkt?
 

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Dennoch wäre ein Angebot wie vom Leiner notwendig, sonst hast du einerseits nur das billige Zeugs vom Ikea mit inkompatibler Bettwäsche und für ganz Europa einheitlichem Dekozeug und andererseits die Luxusartikel vom KaDeWe. Man braucht aber auch was von der Mitte - Qualität zu erschwinglichen Preisen... Mir würde das Angebot schon fehlen.
Es ist der Kaindl verschwunden (in den 90ern), dann der Slama (vor einigen Jahren) und jetzt der Leiner - wo bekommt man das Angebot dieser Geschäfte? Im Baumarkt?
Der Slama fehlt mir auch; die Kaindlware haben längst die Baumärkte vorrätig und in der Hadikgasse - fast mit U-Bahnanschluss - ist ein weiterer Leiner.

Ob das Warensortiment des künftigen KaDeWe im oberen bis Luxussegment sein wird, wird sich zeigen, erscheint mir aber sehr wahrscheinlich. MMn fehlt soetwas in der ersten Wr. Einkaufsstraße schon lange.

Im Übrigen hat sich die Mariahilferstraße immer schon als sehr wandlungsfähig erwiesen. Als ab 1988 die Ungarn (der Rest des Ostblocks dann ein Jahr später) per Bus oder mit dem Zug gleich zum Westbahnhof gefahren sind, war die Mariahilferstraße ein Pflichtbesuch. Die vielen rot-weiß-grün dekorierten Billig(st)läden waren unübersehbar. Nach einigen wenigen Jahren waren die alle wieder verschwunden.

Alles in allem glaube ich, ein hochpreisigeres Kaufhaus ist dort nicht fehl am Platz.
 

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Das mag ja alles sein. Man bekommt Zeugs auch anderswo, nur ist genau das eben ein Verlust für die Einkaufsstraße aus der das abwandert. Da braucht man nichts schönreden. Es kommt zunehmend zu einer Angebotsverängung. Das ist natürlich generell eine Tendenz aber wer eine funktionierende Einkauffstraße will, kann das kaum positive sehen.


Ein hochpreisige Kaufhaus ist ja schön und gut (auch wenn ich skeptisch bin ob das der Markt hergibt oder es schlicht zu einem Abfluss aus dem 1. kommt) aber wenn das auf Kosten des Kernangebots der Einkaufsstraße gibt, dann sehe ich das durchaus einmal skeptisch, auch wenn es nicht nur negativ ist natürlich.

In dem Licht der Entwicklung rund um Leiner ist die Entwicklung des IKEAs umso kritischer für die Mariahilferstraße. Unter Umständen könnte sich der Einrichtungscluster zum Westbahnhof hin verlagern (Interio und Betten Reiter wären ja schon dort). Das würde den Verlust durchaus kompensieren können.
 
G

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Vielleicht versucht man für Leiner einen kleineren, weniger teuren Standort zu finden? Wobei sich allerdings die Frage stellen würde wo der in der Gegend wäre.
 
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