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Discussion Starter #1
Der Name ist mir schon öfters aufgefallen, jetzt dürfte es hier konkreter werden.

Nächster Anschlag auf Floridsdorf: 35-Meter-Hochhäuser auf Siemensäcker geplant!

Die Total-Verbauung von Floridsdorf schreitet zügig voran: Nach Donaufeld und Gaswerk Leopoldau steht schon das nächste Großprojekt an: Auf den “Siemensäckern” (Siemens-Gründen) droht eine massive Verbauung mit 35-Meter-Hochhäusern. WIFF-Bezirksrat Oskar Turtenwald: “Ja, Stadterweiterung ist notwendig. Auch in Floridsdorf. Aber das willkürliche Zubetonieren sämtlicher Grünflächen muss ein Ende haben! Und 35-Meter-Hochhäuser sind dann Anrainern sicher nicht zumutbar.” Die Anrainer leisten Widerstand.

Geplant ist die Errichtung von 1.100 Wohnungen auf einer Fläche von 8,2 ha (Heinrich von Buol-Gasse, Steinheilgasse, Siemenswerk). Durchgeführt von der der gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgenossenschaft WOHNBAU. Die Gebäudehöhe beträgt etwa 9 bis 12 Meter “zur Firma Siemens hin werden allerdings in ansteigender Höhe sehr hohe Gebäude bis zu 35 Meter errichtet werden”, heißt es in einem Schreiben des Siedlervereins.

Unter den AnrainerInnen in der Siedlung Wolfsgrube regt sich Protest: 155 AnrainerInnen haben eine Petition unterschrieben (wobei pro Haushalt jeweils nur eine Unterschrift eingeholt wurde). Sie fordern eine sensible, an die Siedlung angepasste Bebauung. “Das sind fast alle Siedlern, nur die drei Obleute der Siedlervereine haben nicht unterschrieben”, so der Gründer der “Bürgerinitiative “Siemensäcker” Helmuth Sommerer. Detail am Rande: Einer der Siedlervereins-Obleute ist Bezirksrat der SPÖ in Floridsdorf!

Interessant ist der Kaufvertrag von Siemens mit der gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgenossenschaft WOHNBAU: Siemens bekommt einen Aufschlag auf den Kaufpreis, wenn mehr als 1.000 Wohnungen errichtet werden. WIFF-Bezirksrat Oskar Turtenwald: “Das ist Geschäftemacherei auf Kosten der Steuerzahler. Wir lehnen deshalb jede Förderung der Stadt Wien für dieses Projekt ab. Außerdem fordern wir eine Rückdimensionierung dieses Projektes sowohl was die Nähe zu den bestehenden Anrainern betrifft und vor allem bezüglich der Höhe. 35-Meter-Hochhäuser auf der grünen Wiese sind ein Irrsinn! Floridsdorf muss ein Grünbezirk blieben!”

Außerdem wurden auf dem Siemens-Grundstück entlang der Siedlung Wolfsgrube Bäume als Ersatzpflanzungen für im 3. Bezirk auf Siemensbesitz gerodete Bäume gesetzt. Diese 35 Meter breite, natürliche Barriere zum Siemens Gelände soll nun ebenfalls teilweise den Wohnbauten zum Opfer fallen (es würden nur 2 von 7 Baumreihen bleiben).
http://www.wiff21.at/naechster-anschlag-auf-floridsdorf-hochhaeuser-auf-siemensaecker-geplant/

Es handelt sich hierbei um ein Europan Projekt, das Slla Architektur gewonnen hat.



http://www.europan.at/wi.html

Der letzte Stand der Dinge:
Nov. 2014 - Feb. 2015

SIEMENSÄCKER
New development on Siemensäcker, Wien
Interdisziplinäres Projektentwicklungsverfahren von Europan 12 Wien/Siemensäcker
SOZIALBAU AG in Kooperation mit der MA21, Wie
http://www.slla.net/news_projects/9
 

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Discussion Starter #4
Helmut Sommerer, Sprecher der Bürgerinitiative, vor dem Areal, wo die Siedlung entstehen wird


Was entsteht auf den "Siemensäckern" (Steinheilgasse, Heinrich- von- Buol- Gasse) im 21. Bezirk genau? 35- Meter- Türme mit 1100 Wohnungen? Die Anrainer fühlen sich von den Planungen völlig ausgeschlossen.

"Wir wollen das Projekt nicht kippen. Aber wir wollen endlich Klarheit", so der Sprecher der Bürgerinitiative, Helmut Sommerer. Weder von der Politik noch von den Siedlerobleuten kämen Infos. Ein Sprecher von Planungsstadrätin Maria Vassilakou (Grüne) dazu: "Das Projekt ist noch nicht so weit. Im Mai oder Juni wird es den Anrainern vorgestellt. Dann können sie noch immer ihre Ideen einbringen."

Bezirksrat Ossi Turtenwald (WIFF) bleibt skeptisch: "Nach der Totalverbauung von Donaufeld und dem Gaswerk Leopoldau nun das nächste Großprojekt. Das willkürliche Zubetonieren von Grünflächen muss aufhören."
http://www.krone.at/Wien/Geheimes_Siedlungsprojekt_in_Floridsdorf-Anrainer_im_Unklaren-Story-443886
 

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Ist halt die Hauptstadt, müssens halt zu mir rausziehen da im nördlichen Umland kann einem das nicht passieren.
Wenns dann wieder billiger wird, kann ich wenigstens wieder zurück.
 
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Ich will hier net pauschalisieren, aber, dass der Sprecher der Bürgerinitiative net mal zu wissen scheint was für ein Gebäude denn da genau hinkommt, zeigt mMn ganz gut, dass es schon des öfteren bei BIs zu einem generellen Ablehnen von Änderungen jeglicher Art kommt.

Wobei man sagen muss, dass die Aussage "Wir wollen das Projekt nicht kippen. Aber wir wollen endlich Klarheit" eigentlich schon mal positiv ist. Ist ja nachvollziehbar, dass die wissen wollen was dort hinkommt.

Diesen Holler mit dem "Zubetonieren" kann ich allerdings nicht mehr hören!

Wien wächst, und da werden wir mehr Infrastruktur und Wohnungen brauchen. Wir können also entweder die Äcker um Strasshof oder Gänserndorf "zubetonieren" oder eben recht gut erschlossene Freiflächen in städtischerer Lage. Manchereiner hätte aber offenbar lieber grenzenloses Suburbia vom feinsten.
 

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Discussion Starter #12
Ich finde das Bild so genial! Erstens sieht es so aus als würde der Architekt sein Projekt vorstellen. :) Und zweitens der eingezäunte Grünbereich im Hintergrund. :lol: Sind diese Siemensäcker eigentlich öffentlich zugänglich, hat man irgendwas davon? Bitte nehmt uns nicht das Grün weg. Die Frage ist nur welches? Das hinter dem Zaun? Wie schön war es damals als wir noch neben einem Zaun mit einer undefinierten Grünfläche wohnen durften, wie im Paradies hat es ausgesehen. Ich möchte ja nicht gegen BIs und ihre Argumente sein, aber wie soll man sowas ernst nehmen?

Alles was nur ein bisschen einen Hauch von Stadt und Strukturiertheit in die Gegend bringt, das Grün überhaupt zugänglich macht, kann nur ein Gewinn sein. Es sollte eigentlich eine BI geben, die dafür steht, dass dort endlich mal was gebaut wird. Bitte, bitte, bitte wir wollen das Areal nutzen.
 

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Discussion Starter #13 (Edited)
Da ich gestern in den „Old Pics of Vienna“ Thread einen interessanten Otto Wagner Entwurf für den 22. Bezirk gepostet habe, der damals (1911) unter dem Namen Idealplan für die Großstadt veröffentlicht wurde und ich nachher ein bisschen recherchiert habe, hier ein paar wirklich tolle Anekdoten von Otto Wagner, die wie ich finde, auch noch hundert Jahre später passend wie eh und je sind. Ich habe mir mal diesen Thread ausgesucht, weil es auch hier wieder um so ein ähnliches Thema geht. Eines vorweg, mit Herrn Wagner habe ich mich (shame on me) noch nicht wirklich auseinandergesetzt, vor allem nicht im Detail. Natürlich kenne ich seine Bauwerk und ein bisschen von seiner Lebensgeschichte, aber was ich gestern gelesen habe, hat mich zu tiefst fasziniert. Eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, also beginne ich mal bei den Zeichnungen die damals für einen Wettbewerb angefertigt wurden. Was für eine Meisterleistung und das ohne AutoCad. In Wirklichkeit sehen diese Renderings ähnlich aus wie heute, nur das man sie wirklich per Hand zeichnen muss. Wahnsinn was für ein Künstler man sein musste, um all diese Inhalte wirklich darstellen zu können. Die Leute müssen ein Gefühl für Raum und Dimensionen gehabt haben, einfach faszinierend. Beispiel1 und Beispiel 2. Die Schattierungen, die Details - ich kann es fast nicht glauben. Vor allem gab es damals nicht so viele Anhaltspunkte, wie man die Stadt planen könnte. Heutzutage ist man oft mit ein paar Häuserblöcken überfordert und hat quasi hundert gute Beispiele, die man kopieren könnte. Man ignoriert sie aber lieber und mach ein "eigenes" Ding. Der zweite Sache die ich wirklich interessant fand, war Wagners Repertoire. Vom Städtebau über Zinshäuser bis zu Verkehrsstation, er konnte sozusagen jeden Auftrag erfüllen. Für die Gebäude entwarf er sogar die Fliesen, Möbel, Eingangstüren, sogar Details wie Türklinken, selber. Wenn man bedenkt bei wie vielen Wettbewerben er mitgemacht hat und der dazugehörende Aufwand für ein Gebäude, ist das schon sehr beachtlich.

Zurück zur „Großstadt“ Thematik und dem dazu verfassten Plan für den 22. Bezirk (geplant waren 39. Bezirke!!), den es damals noch nicht in der aktuellen Form gab. Man stelle sich vor, die Planer von damals, wären mit ihren Ideen fertig geworden, wie würde Wien heute aussehen. Die BIs hätten eine große Freude mit ihm gehabt, Wagner war im Grunde die personifizierte Antithese zu der ihren "bla,bla,bla".

Im März 1910 erhielt Otto Wagner im Namen der Columbia University eine Einladung von Professor A.D. Hamlin, nach New York zu kommen. Er bat ihn um eine Stellungsnahme - einen Vortrag – beim internationalen Kongress für städtische Kunst in New York. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Laut Otto Wagner muss die Kunst dem Umstand, dass unsere Lebensweise etwas stetig Werdendes ist, aber auch dem Zeitgeist Ausdruck verleihen. „Die Kunst hat daher das Stadtbild der jeweiligen Menschheit anzupassen.“ Er stellt jedoch fest, dass zum damaligen Zeitpunkt ein Einfluss der Kunst auf das Werden der Großstadt nahezu ausgeschlossen war; wegen der völligen Gleichgültigkeit der Allgemeinheit, und nicht aus ökonomischen Zwängen
Otto Wagner bemängelte somit die fehlende Baukultur! Es war wohl nie wirklich besser.

Nur der Baukünstler weiß zwischen Schön und Alt und nur Alt zu unterscheiden; „ihm ist jede baukünstlerische Zuchtlosigkeit fremd“
„Der repräsentative Ausdruck einer Stadt entsteht durch das bestehende Schöne und durch das neu zu schaffende Schöne.“ Laut OW sind absichtlich erzielte Krümmungen von Straßen und unregelmäßige Platzlösungen, nur dann künstlerisch begrüßt, wenn sie aus der Verkehrsorganisation oder durch Terrainverhältnisse entstehen. Man kann es nicht rustikalen Zufällen überlassen, wie Feldwegen, Wasserläufen, einem Baum etc. – sich zum Fundament der künstlerischen Großstadt zu erheben.
.„Es besteht auch kein Zweifel (!) darüber, daß die Mehrzahl der Menschen lieber in einer Großstadt wohnt, als in einer kleinen Stadt, oder auf dem Lande. OW erklärt die Vorteile der Großstadt vor allem durch den Beruf, aber auch mittels des Komforts und sämtlichen geistigen und physischen Hilfsmitteln die hier zu Verfügung stehen. Dem Zeitvertreib im guten und im schlechten Sinn und schließlich die Kunst. Er schlug die Mehrung der Stockwerke bei Wohn- und Geschäftshäusern bis zu sieben bis acht Geschoßen, ja bis zum Wolkenkratzer vor.
Wagner hält fest: „Da (..) die einzelnen Bezirke nach einem wohl erwogenen Plane in genau vorherbestimmten Intervallen entstehen, also eine Gruppe kleiner um das Zentrum sich lagernder Städte bilden werden“ (hier kommt auch Wagner auf die Idee von Subzentren und einem Städte-Agglomerat zu sprechen)“, erscheint es richtig, jedem einzelnen Bezirke seine genügenden Luftzentren (..) zu geben, als die Annahme eines Wald- und Wiesengürtels zu projektieren; ist doch die Anlage eines um die Stadt sich ziehenden Gürtels wieder nur eine festgestellte Einschließung, die sicher zu vermeiden ist. Die Ausdehnung einer Großstadt muß unserem heutigen Empfinden nach eine unbegrenzte sein.“
Den größten Einfluss auf das Stadtbild hat die ‚Stadtphysiognomie’. Sie hat die Aufgabe den ersten Eindruck so angenehm wie möglich zu machen. Die Stadtphysiognomie ist abhängig vom pulsierenden Leben im Stadtbild = ‚Mimik’ der Großstadtphysiognomie. Wo immer der Maßstab des mehr oder weniger Guten angelegt wird, immer ist die schönheitliche, also künstlerische Qualität die ausschlaggebende.
Was sind die Dinge, die einer Stadt die einnehmende Physiognomie verleihen?

Wagner sagt es sind die Radialstraßen gesäumt von nicht unterbrochenen Ketten schöner Läden, welche die Menge hastig durcheilt. Es sind Straßen die sich für den Bummel eignen und den „Spaziergänger durch gegenseitiges Begaffen“ befriedigen. Der Luxus einer Anzahl schöner und guter Restaurants; als auch Plätze „auf welchen sich auf hoher künstlerischer Stufe stehende Bauwerke und Monumente etc. dem Beschauer überraschend bieten“ Kommen hinzu die besten Verkehrsmittel, eine einwandfreie Straßenreinigung, die allen Komfort umfassende, jeder sozialen Stellung Rechnung tragende Unterkunft, so sind damit die Hauptbedingungen eines günstigen Großstadteindrucks für die künstlerisch indifferente Allgemeinheit angeführt.“
Bei der Regulierung des zukünftigen XXII. Wiener Stadtbezirkes, stellt OW einen Plan dar, der seine Prinzipen in der Anwendung verdeutlicht.

Bezirkskarte/Aufteilung:





So hätte der 22. Bezirk (im Bereich des 21. Bezirk) aussehen sollen: :uh:



Durch die Systematisierung erlaubt Wagners Plan, die Hauptdispositionen jedes einzelnen Bezirks (Verkehr, Hygiene, künstlerische Gestaltung) zu behandeln, bevor er der Verbauung zugeführt wird. Jedoch gibt es Banken, die Staats- und Landesvertretungen und die großen Kunstsammlungen, die nahe der Zentren verbleiben müssen. Gegensätzlich wird es auch Einrichtungen geben, die eine große Distanzierung vom Zentrum gestatten, so wie: Friedhöfe, Depots, Ballonhallen, Kasernen, Sportplätze jeder Art (auch für Aviatik) etc.
Was die Verkehrsversorgung anbelangt, rekapituliert Wagner, dass es Aufgabe der Stadt sei alle Verkehrsmittel in ihre Hand zu bekommen. Erforderlich wird:
X ein konstanter Zonenverkehr und
X ein konstanter Radialstraßen-Pendelverkehr.

Die Durchführung dieser Systematisierung des Großstadtwachstums bedarf großer Mittel. Dabei dürfte von Ökonomie eigentlich gar nicht die Rede sein bei einem Projekt wie diesem, denn „das Beste ist ist diesem Fall kaum genügend“. Ziel sollte sein, dass jeder beliebige Punkt der Stadt mit höchstens einmal Umsteigen zu erreichen ist. Auch hierbei muss unbedingt der Künstler zu Wort kommen, um den, so OW, „die Schönheit vernichtenden Einfluss des Ingenieurs für immer zu brechen und die Macht des Vampyrs ‚Spekulation’, der heute die Anatomie der Großstädte nahezu illusorisch macht, auf das Engste einzudämmen“..
Auch wird zugegeben werden müssen, dass unsere künftige allgemeine Wohnweise nur dieserart zu lösen ist. Das ersehnte Einfamilienhaus in der noch ersehnteren Gartenstadt kann nie die allgemeine Befriedigung hervorrufen, weil durch den Zwang der Lebensökonomie, durch Vermehrung und Verminderung der Familienmitglieder, durch die Änderung des Berufs (!) und der Lebensstellung etc. ein beständiger Wechsel des Erwünschten der Millionenbevölkerung eintritt. Die Wünsche die aus diesen Tatsachen entspringen, können nur durch das Mietshaus und nie durch das Einzelwohnhaus erfüllt werden“.
„ Es muss endlich klipp und klar ausgesprochen werden, dass Wohnungen in Häusern, in Baublöcken in vier bis sechs Parzellen geteilt, von denen jeder mit einer Front an einen Garten, Platz oder Park liegt und auf drei Seiten mit 22 Metern breiten Straßen umgrenzt ist, welche Wohnungen aller kulturellen Errungenschaften aufweisen, also gesund, schön, bequem und billig sind, sicher besser zu unserem Tun und Lassen passen, als solche deren Entstehen auf ganz unrichtigen Vorraussetzungen basiert sind. Der Hinweis auf Tradition, Gemüt, malerische Erscheinung etc. als Grundlage von Wohnungen moderner Menschen ist unserem heutigen Empfinden nach einfach abgeschmackt. Die Anzahl der Großstadtbewohner, welche vorziehen in der Menge als ‚Nummer’ zu verschwinden, ist bedeutend größer als die Anzahl jener, welche täglich einen ‚guten Morgen’ oder ‚wie haben Sie geschlafen’ von ihren sie bekrittelnden Nachbarn im Einzelwohnhaus hören will.“
Abschließend:

Wagner kritisiert abschließend, dass Wien trotz der günstigen Prämisse der Jahre seit 1850 kein auf höherem künstlerischen Niveau stehendes großstädtisches Bild, als Sempers äußeren Burgplatz und den nicht einwandfreien Schwarzenberg Platz (wir wissen, was mit jenen Plätzen bis heute geschehen ist) hervorbrachte. Wohingegen die Ringstraße ihre Entstehung einem glücklichen Zufall verdankt.

Er schließt mit dem Aufruf: „Mögen der Vertreter der Großstädte sich ganz besonders vor Augen führen, dass eine Großstadt ihren Zweck, der befriedigenden Aufenthalt einer Millionenbevölkerung zu sein, nur dann ganz erfüllen kann, wenn die Großstadt auch schön, dies aber ist nur zu erreichen durch die Kunst.
 

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Wenn ich das richtig verstanden habe, spricht Wagner Zeile für Zeile das aus, was du schon immer gedacht und dir gewünscht hast für die Stadt! :lol:
Wenn man bedenkt, dass das vielleicht zumindest ansatzweise verwirklicht worden wäre, und der Erste Weltkrieg nicht ausgebrochen wäre, dann wäre Wien wohl eine der Pilgerstätten der Stadtplaner!
 
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Hit, bist du dir sicher, dass der Ausschnit aus dem 21. bzw. 22. ist? Das passt nicht ganz mit den Straßenverläufen zusammen. Beim Großplan sieht man, dass die Straßen der einzelnen Gebiete in Transdanubien fast alle geradlinig sind. Beim unteren Plan sind die begrenzenden Zonenstraßen aber beide abgewinkelt.

Ich glaub das war eher wo südlich bei Inzersdorf. Leider fehlt auf dem kleinen Detailplan die Bezeichnung der Straßen. Is zwar nicht wichtig, aber ich hab daheim Ottos Wagner gesammelte Werke, da is das mit Beschriftung drin, werd mal nachgucken nachm Dienst :D

Wagner war wirklich eine Ausnahmeerscheinung unter den Architekten. Der war ja eigentlich noch Stadt- und Verkehrsplaner und Künstler. Alles bis ins kleinste Detail durchgeplant, die großen wie die kleinen Dinge. Der hat sich wirklich über alles Gedanken gemacht.
Leider wurden viele seiner Pläne nicht umgesetzt weil viele einflussreiche Personen, aber auch die Wiener, oft gegen die als zu schlicht empfundene Architektur waren. Paradebeispiel ist ja das Stadtmuseum am Karlsplatz, bei dem Wagner ja eigentlich der Gewinner der Vergabe war, er aber wegen immer wieder aufkommender Kritik seinen Entwurf mehrfach umplanen musste, bis das Projekt irgendwann undurchführbar war.

Weil wir grad bei Anekdoten über Wagner sind, an die Aussage - hab ich wo in den oben erwähnten Büchern gelesen - erinnere ich mich noch:

"Der Karlsplatz ist kein Platz, wird nie einer sein. Der Karlsplatz ist eine Gegend!"
Auf den Punkt gebracht, und stimmt bis heute :lol:
 

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Discussion Starter #16


Gegenüber "Heute" bestätigt Siemens die Pläne, nennt aber keine Details. Bezirkschef Georg Papai dazu: "Es gibt derzeit ein Planungsverfahren. Es müssen aber noch einige Fragen geklärt werden." Für ihn steht fest: "Wenn die Wohnungen kommen, wollen wir die Infrastruktur verbessern. Die Linien 28A oder 29A sollen angebunden werden, auch ein Kindergarten wird entstehen."

Die Obleute der umliegenden Kleingartenvereine sind bereits in das Projekt eingebunden. Möglicher Vorstellungstermin: Ende April.
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,1136433
 
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Bezirkskarte/Aufteilung:





So hätte der 22. Bezirk (im Bereich des 21. Bezirk) aussehen sollen: :uh:


Abschließend:
Sorry fürs Nochmalige OT, aber ich hab mal in meinem Ausstellungskatalog von "Ungebautes Wien" vom Wien Museum nachgeschaut. Wir hatten irgendwie beide Recht :lol:

Das Bild zeigt den XXII. Bezirk, aber den nach Wagners Plänen, wie man auf Bild eins sieht in der Gegend am Wienerberg. Man siehts net so gut weil die Zahlen a bissl pixelig sind, aber bei Kaiserebersdorf steht XX, beim Laaer Berg XXI und beim Wienerberg steht XXII.

Eigentlich eh blöd, dass ich da net gleich draufgekommen bin, du hast ja die Wagnersche Bezirkskarte mitgepostet :D
 

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Discussion Starter #19
Danke fuer die Aufloesung. Ich koennte mir Wagners Modell fuer einen fiktiven 22 Bezirk auch gut fuer die Siemensaecker vorstellen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. :) Hauptsache wieder mehr klassischen Staedtebau, fangen wir gleich mal dort an.
 
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Najo 3, unten bei der Sterngasse is schon recht flach bzw. reicht das Gebiet lt. dem obigen Plan ja von der Laxenburger bis zur Breitenfurter Straße, von der Achse Raxstraße/Wienerbergstraße bis auf schätzomativ Höhe Inzersdorf runter.

@Hit: Ja bitte! Bissl mehr städtischen Blockrand bitte. was für die Gegend bei den Siemensäckern eher komisch ist sind die kleinen Bauten, net, dass dort jetzt städtisch dicht gebaut werden soll. So wie ich es auch komisch find, dass zw. DC und Floridsdorf Einfamilienhäuser stehen. Da sieht man den Vergleich ganz gut. Um 1900 hat man dicht erweitert, 60 bis 70 Jahre später hat man dort Einfamilienhausgegenden gewidmet.
 
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