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Discussion Starter · #1 ·
In Basel-Stadt wird zurzeit so viel gebaut wie seit den 70er-Jahren nicht mehr. Isaac Reber, Geschäftsleiter des kantonalen Wohnbauprogramms «Logis Bâle», kann derzeit auf eine beachtliche Zahl von Wohnbauprojekten verweisen, die gut unterwegs sind. Auf der Erlenmatt werden 240 und beim Voltaplatz 200 Wohnungen gebaut, der St.-Jakob-Turm schlägt mit 40 und das Drachencenter mit 26 neuen Wohnungen zu Buche. Zudem werden verschiedene kleinere Projekte umgesetzt. Noch dieses Jahr soll der Spatenstich für das Projekt Volta Mitte mit 100 und das Projekt Markthalle mit 50 neuen Wohnungen sowie einige kleinere Vorhaben erfolgen.

Das Ziel, 5000 Wohnungen in zehn Jahren zu bauen, erreicht «Logis Bâle» aber trotz aktuell guter Zahlen kaum. Die Halbzeitbilanz, die 2006 gezogen wurde, zeigt den Nachholbedarf deutlich: Anstatt 2500 Wohnungen wurden nur 1750 realisiert. Grossrat Peter Zinkernagel (LDP) bemängelte bereits letztes Jahr als Co-Autor der Basler Wohnbaustudie, dass netto gar nur 100 Wohnungen pro Jahr realisiert würden.

Nun legt er mit einem parlamentarischen Vorstoss nach. Zinkernagel möchte, dass die Regierung einen Masterplan «Neuer Wohnraum» erstellt. «Wir brauchen eine Gesamtsicht möglicher Standorte für Wohnungen, einen Zeitplan für die Realisierung, Marketingaktivitäten und zusätzliche Bemühungen, Investoren zu finden», steht in seinem Vorstoss, der von Parlamentariern von fast allen Grossratsparteien unterschrieben wurde.

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über die frage im threadtitel wäre durchaus interessant zu diskutieren.

das ziel 5000 wohnungen in 100 jahren wird man nicht erreichen. deshalb müsste man die frage ob basel genug für den wohnungsbau tut ganz klar mit "nein" beantworten. die nächste frage wäre aber, was müsste basel dann tun um die gesteckten ziele zu erreichen?

tatsache ist, dass die wohnungsstruktur in basel nicht den heutigen bedürfnissen entspricht. 1-3 zi wohnungen machen den grössten teil aus. familienwohnungen sind mangelware. zudem ist der anteil der altbauwohnungen überdurchschnittlich gross.

natürlich ist "logisbale" nicht wirklungslos geblieben. momentan sind sogar über 600 wohnungen im bau. trotzdem, die alten und kleinen wohnungen bleiben, da es anscheinend zu wenig anreize gibt, diese zu renovieren oder gar kleinere wohnungen zusammenlegen.

was denkt ihr, wie könnte basel mehr anreize schaffen? oder ist seitens staat gar nicht mehr möglich und es wird ganz einfach zu wenig investiert seitens eigentümer?
 

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Ich denke auch, dass das Thema ein eigenen Thread verdient hat, zumindest wenn es genug Posts gibt.
Gerade das Ziel mit den 5000 Wohnungen ist doch ein markantes Kern-Projekt der Stadt, welches ja leider bei weitem nicht erfüllt werden kann und wenn ich irgendwo in letzter Zeit gelesen habe und mich nicht täusche, dass Genf in den nächsten Jahren 50`000 Wohnungen bauen will (oder hatte ich da grad nen LSD-Trip?) dann sind ja Basels Relationen geradezu peinlich dürftig.
 

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Kansas of Elsass
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Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.

Ich vermute auch dass wieder vernehrt Familien oder auch normale Leute in die Stadt ziehen werden unter anderem auch wegen den hohen Spritpreisen. Die Oberbaselbieter werden am stärksten betroffen sein. Dies könnte den Wohnungsbau wieder ankurbeln.
 

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Na ja ob das jetzt mit den 50`000 Wohnungen in Genf realistisch sein wird oder nicht sei mal dahingestellt
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Geo-Online
Mehr Millionäre als Arbeitslose

Der Reichtum der Einwohner dagegen ist nur zu erahnen – in Vierteln mit versteckt liegenden Villen oder den Filialen exklusiver Designer, die sich nicht um Kundschaft sorgen müssen. Schließlich soll Genf die Stadt sein, in der es mehr Millionäre als Arbeitslose gibt und mehr Privatflugzeuge als in London Heathrow. Es sei ein Ort, hat bereits Voltaire gesagt, der nichts anderes zu tun habe, als Geld zu verdienen. Aber unauffällig. Heute mit Rohöl, edlen Uhren und Finanzdienstleistungen. So groß ist auch durch die Mitarbeiter der internationalen Organisationen das Interesse an der Stadt geworden, dass in den kommenden zehn Jahren 50000 neue Wohnungen entstehen sollen.


http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_special/57156.html?p=3&pageview=
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Jedenfalls ein ehrgeiziges Ziel und wenn sie schon nur zumindest die Hälfte schaffen würden, wäre das für Schweizer-Verhältnisse gigantisch, da kann nicht mal Zürich mithalten. In Basel wird nicht mal ein Zehntel erreicht, wobei in der Region schon genug gebaut werden dürfte.
 

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Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.

Ich vermute auch dass wieder vernehrt Familien oder auch normale Leute in die Stadt ziehen werden unter anderem auch wegen den hohen Spritpreisen. Die Oberbaselbieter werden am stärksten betroffen sein. Dies könnte den Wohnungsbau wieder ankurbeln.
Dies bezieht sich auf den ganzen Kanton Genf (450'000 EW, BS: 180'000).


Im übrigens ist in Genf (und Zürich) die Nachfrage sehr viel höher, als in Basel (und Bern).

Wer sich die jeweilige Wohnungsmarktsituation, die Leerstandsquote und die Preise anschaut erkennt das ziemlich schnell.
 

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Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.
in dem gebiet um genf in welchem die 50'000 wohnungen gebaut werden wohnen heute 770'000 menschen. deckt sich in etwa mit der agglo, die neuen agglomerationszahlen sind nach wikipedia 780'000 (stand 2007). auf genfer teritorium sollen "nur" 15'000 bis 26'000 wohnungen entstehen, wobei ich annehme dass hiermit der kanton genf gemeint ist, mit immerhin 430'000 einwohnern. die 50'000 wohnungen sind sogar das minimalziel. die bevölkerungszahl soll von derzeit 770'000 auf bis zu 970'000 im jahre 2025 anwachsen.

es wird somit hauptsächlich das umland wachsen und nicht die stadt genf. doch werden wahrscheinlich in nächster zeit neue hochhäuser entstehen, da die stadt mit gerade mal 15km2 sicher auch einen teil der neubauten übernehmen wird. ich schätze mal so bis höchstens 10'000 wohnungen für die stadt.
 

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Im übrigens ist in Genf (und Zürich) die Nachfrage sehr viel höher, als in Basel (und Bern).

Wer sich die jeweilige Wohnungsmarktsituation, die Leerstandsquote und die Preise anschaut erkennt das ziemlich schnell.
richtig.

die agglomeration basel wächst (wenn auch nicht übermässig) während die bevölkerungszahl in basel stagniert (immerhin ist sie seit 5 jahren nicht mehr rückgängig). dennoch scheint basel, trotz florierender wirtschaft und schweizweitem wegfall des stadtflucht-trends, als wohnort nicht so richtig in die gänge zu kommen. ein grund dafür scheint die wohnungsstruktur zu sein:
1. zu viele kleine wochnungen (die leerstandquote besteht praktisch aus 1-2 zi wohnungen)
2. zu wenige familienwohnungen (bei diesen gibt es im übrigen praktisch keinen leerstand)
3. zu wenige moderne wohnungen (auch bei diesen gibt es kaum leerstand)
ich stelle daher die these auf, dass bei entsprechendem wohnungsangebot, die bevölkerungszahl steigen wird.

der vergleich mit genf ist nicht mal so weit hergeholt. sowohl wirtschaftswachstum als auch steuerbelastung sind ähnlich hoch. natrülich ist genf einiges glamouröser und weltstädtischer als basel (und auch als zürich, nur damit das auch noch gesagt ist...) und hat daher auch einen grösseren reiz.
 

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Aber warum ist denn das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Genf so viel tiefer als in Basel? Persönlich möchte ich nicht in Genf leben, muss ich aber sagen... Die Stadt hat meiner Meinung nach null Charme.
 

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@hausmeister:

Ich gebe dir schon recht, aber (und jetzt spreche ich nur von Zürich - von Genf weiss ich es nicht) in Zürich sind es nicht nur die grossen/modernen Wohnungen, sondern auch (wenn nicht sogar noch gefragter) die günstigen. Apropos günstig. Die Mietpreisunterschiede zwischen ZH und BS sind schon recht gross bei einem vergleichbaren Angebot (war selber erstaunt. Die Mietpreise in Basel steigen nur sehr schwach, während sie in Zürich stark ansteigen (ein bisschen weniger als in Genf - dort hat man aber noch mehr "Nachholbedarf").

Ich glaube schon, dass Basel mit besserem Angebot mehr Leute anziehen kann und finde es auch wichtig dass man den Wohnungsbau in den Städten wieder beschleunigt, aber von einer prekären Situation in Basel zu sprechen und mit Genf und Zürich zu vergleichen wiederspiegelt die Situation nicht wirklich :)
 

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Ich glaube schon, dass Basel mit besserem Angebot mehr Leute anziehen kann und finde es auch wichtig dass man den Wohnungsbau in den Städten wieder beschleunigt, aber von einer prekären Situation in Basel zu sprechen und mit Genf und Zürich zu vergleichen wiederspiegelt die Situation nicht wirklich :)
nein, von prekär spricht niemand. und ich behaupte auch nicht, die struktur sei daran schuld, dass in basel keine zustände wie in genf herrschen (was ich im übrigen auch nicht für erstrebenswert halte). ich denke, ziel von basel sollte sein, die einwohnerzahl längerfristig stabil zu halten. und eine vernünftige und zeitgemässe wohnungsstruktur ist dabei unumgänglich.

es kann übrigens auch gut sein, dass der wachstumstrend in genf (und zürich) ganz plötzlich vorbei ist. und dann wird man möglicherweise auf 50'000 wohnungen sitzen (frag mal bei der ubs nach, die kennen sich aus mit unbegrentem wachstum im wohnungsmarkt;))
 

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richtig.

die agglomeration basel wächst (wenn auch nicht übermässig) während die bevölkerungszahl in basel stagniert (immerhin ist sie seit 5 jahren nicht mehr rückgängig). dennoch scheint basel, trotz florierender wirtschaft und schweizweitem wegfall des stadtflucht-trends, als wohnort nicht so richtig in die gänge zu kommen. ein grund dafür scheint die wohnungsstruktur zu sein:
1. zu viele kleine wochnungen (die leerstandquote besteht praktisch aus 1-2 zi wohnungen)
2. zu wenige familienwohnungen (bei diesen gibt es im übrigen praktisch keinen leerstand)
3. zu wenige moderne wohnungen (auch bei diesen gibt es kaum leerstand)
ich stelle daher die these auf, dass bei entsprechendem wohnungsangebot, die bevölkerungszahl steigen wird.

der vergleich mit genf ist nicht mal so weit hergeholt. sowohl wirtschaftswachstum als auch steuerbelastung sind ähnlich hoch. natrülich ist genf einiges glamouröser und weltstädtischer als basel (und auch als zürich, nur damit das auch noch gesagt ist...) und hat daher auch einen grösseren reiz.
ein ausgewogeneres angebot an wohnungen würde klar etwas nützen, trotzdem versteh ich nicht wieso basel so stark auf familienwohnungen setzten will, abgesehen von einigen quartieren wird das dichte basel nie zur familienstadt. die vororte werden auch in zukunft kinderfreundlicher bleiben.

der druck ins basler zentrum ist aus verschieden gründern bisher kleiner. die lage, das angebot an wohnungen aber vielleicht auch dass trotz hohem wirtschaftswachstum der zuwachs an stellen vegleichsweise bescheiden war. es ändern sich in basel die arbeisstellen vorallem qualitativ. die wirtschaft baut die forschungstätigkeit aus, gleichzeit schreitet die globalisierung der konzerne fort. bei qualifizierten arbeitsnehmern, viele von fernab, die nach basel kommen sehe ich ein grosses potential. der wohnungsbau rund um den novartis campus wiederspiegelt die situation. ich denke dass in zukunft auch die dynamik über die landesgrenzen innerhalb der agglo zunehmen dürfte. laut prognose wird die stadt basel nur noch durch ausländer wachsen, die schweizer bevölkerung wird weiterhin schrumpfen.
 

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Aber warum ist denn das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Genf so viel tiefer als in Basel?
weil basels wirtschaft vorallem qualitativ und nicht quantitativ wächst. life sciences gehört zu den wertschöpfungsintensivsten branchen. deshalb war auch der stellenzuwachs in den letzten jahren, wie rübenzahn bereits schrieb, vergleichsweise bescheiden. aber das ist eigentlich ganz gut so (auch wenn ich von der unia für diese aussage eins aufs dach kriegen würde...)

@rübenzahn
nein, basel wird wohl kaum zur familienstadt. aber familien sind nunmal ein wichtiger bestandteil einer idealen bevölkerungsstruktur und sollten deshalb nicht vernachlässigt werden. zudem besteht für familienwohnungen tatsächlich eine erstaunliche nachfrage in basel (ich denke es sind vorallem auskländische familien, welche es eher in die stadt zieht).
genauso besteht eine nachfrage für moderne einzelhaushalte. hier besteht grosser nachholbedarf obwohl es schon etwas besser wurde. für meine jetztige wohnung musste ich mich beinahe prügeln, der anstrum war unglaublich. dies nur, weil man sich bei der renovation etwas einfallsreicher gab als üblich.

ich bleib dabei, alleine durch eine vernünftige wohnungspolitik wird man die bevölkerungszahl stabil halten können. prognose hin oder her.
 

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Ich sehe das Problem tatsächlich im mangelhaften Angebot an grosszügigen Wohnungen. Ist das Angebot da, kommen auch die Leute. Längst nicht alle Familien suchen einen stillen grünen Ort weit ab von jeglichem städtischen Leben.

Noch in den Siebziger-/Achziger-Jahren war es normal, dass man als Familie eine Dreizimmerwohnung teilt (das alte Kajüten-Bett lässt grüssen... :)). Die Entwicklung zu grösserem Flächenbedarf lief sehr schnell, und Basel mit den fehlenden Landreserven konnte darauf nicht angemessen reagieren.
Bei uns ist es eben so, dass meistens zuerst etwas abgerissen werden muss, bevor man neu bauen kann. Da sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Ich sehe die Diskussion um den Standort Kinderspital am Rhein und was da später mal hin soll bereits kommen. Oder der Aufschrei, als bekannt wurde, was die Regierung längerfristig im Gebiet Rankhof/Landauer plant.
Meiner Meinung nach ist die Stossrichtung richtig (attraktiver Wohnraum für den Mittelstand und Gutverdienende), denn wir brauchen diese "Filet-Stücke" auch auf unserem Kantonsgebiet, und die Gebiete am Rhein sind nunmal heiss begehrt. Andererseits sollte sich die Regierung nicht auf die Familien allein konzentrieren. Singles zwischen 25 und 35 scheinen mir eine ebenso wichtige Zielgruppe, zumal es darunter nicht wenige gibt, die explizit ein urbaneres Umfeld vorziehen.

Die bisherigen Beispiele zeigen, dass gute Objekte im nu vergriffen sind (z.B. Neubau bei der Stadtmauer im St.Alban), die Steuern spielen dabei eine weit geringere Rolle als oft vermutet.

Was die mangelnde Zuwanderung in den Stadtkanton betrifft, sollte man nicht vergessen, dass die jetzige Bevölkerungsentwicklung bereits einen Riesenfortschritt und eine Trendwende darstellt gegenüber der starken Abwanderung in den 90ern. In diesem Jahr könnte sogar wieder ein leichter Zuwachs resultieren.

Ausserdem ist die Entwicklung momentan besser als jegliche Bevölkerungsprognosen, die dazu vor ein paar Jahren erstellt wurden:

http://www.statistik-bs.ch/themen/01/bevoelkerungsprognose
 

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^^sehe ich auch so.

basel hat im wohnungsbau, wie so in vielen anderen dingen, ein unausgeschöpftes potential. unglaublich wieviele hauseigentümer ihre häuser an guter lage herunterkommen lassen. teilweise sind diese über längere zeit leerstehend. hier müsste doch ein anreiz für renovation, sanierung oder gar neubau bestehen. die grundstücke sind oft unbelastet und eine finanzierung sollte daher kein problem sein. und wenn sich der bauherr zu etwas mehr als 0815 bewegen lässt, ist die wohnung im nu vermietet. selbst wenn die lage nicht erstklassig ist.

nicht zwingend muss dadurch günstiger wohnraum verloren gehen. die bodenpreise in basel sind (glücklicherweise) tief, und so können auch moderne wohnungen durchaus günstig entstehen. der kanton machts vor, siehe www.baeumlihof.bs.ch
 

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ein nachtrag bezüglich ausländische arbeitskräfte, gefunden in einer broschüre von baselarea...

Rund zwei Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche
die Grossunternehmen in der Region einstellen, stammen aus
dem Ausland. Darunter befinden sich überwiegend hoch qualifizierte
Arbeitskräfte aus Europa, Nordamerika und Asien.
 

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aktuelles zum thema aus baz.ch :

Basel-Stadt analysiert Zu- und Wegziehende

Basel. sda/baz. Zehn Jahre nach der ersten Wanderungsbefragung hat die Basler Regierung erneut Zu- und Wegziehende befragt: Dabei kam etwa heraus, dass 44 Prozent der Zuzüger Rückkehrer sind, hohe Steuern stärker abschrecken und mehr Familien weg- als zuziehen.

Die Rückkehrer-Quote steigt mit zunehmendem Alter, wie die Regierung des Stadtkantons am Donnerstag mitteilte: Hatten von den 18- bis 24-jährigen Zuziehenden 20 Prozent früher schon mindestens einmal in Basel-Stadt gewohnt, so sind es bei den 60-Jährigen und Älteren volle 80 Prozent.

Die Kantonsgrenze beider Basel ist sehr durchlässig: Die meisten neu Zuziehenden und Rückkehrenden kommen aus dem Baselbiet. Für die Regierung des Stadtkantons stimmen die politischen Grenzen angesichts der Mobilität nicht mehr mit dem Lebensraum überein. Regionale Zusammenarbeit werde demnach künftig «noch wichtiger».

Umwelt mit Verbesserungspotenzial

Attraktiv ist der Stadtkanton für Jüngere: 40 Prozent aller im Jahr 2007 Zugezogenen waren 20 bis 29 Jahre alt; weitere 26 Prozent zwischen 30 bis 39 Jahren. Von den jüngeren Befragten gaben viele das Arbeitsumfeld oder ein Studium, respektive eine Ausbildung als Motivation zum Zuzug an.

«Zentraler Wohnen» mit Arbeit, Kultur, Einkauf und Freizeit in Reichweite sei dabei oft als Begründung genannt worden. Gelobt wird namentlich der Öffentliche Verkehr, aber auch das Kulturangebot - von Zu- wie von Weggezogenen gleichermassen. Die Lebensqualität wird heute besser beurteilt als bei der letzten Befragung.

Umweltfaktoren wie Luft, Grün, Sauberkeit und Lärm wurden derweil zwar gut, aber weniger hoch bewertet. Wegziehende äussern sich dazu kritischer als Zuziehende, wie weiter mitgeteilt wurde. Als Wegzugsgrund wurden Umwelt und Wohnumfeld indes weniger oft genannt als noch 1998.

Mehr Steuerflüchtige

Häufiger beklagt als bei der ersten Wanderungsbefragung wird die Steuerbelastung. Das erstaune jedoch nicht angesichts der breiten Diskussion der letzten Jahre, hiess es weiter. Waren Steuern 1998 noch bei 8,5 Prozent ein wesentliches Wegzug-Argument, so sind es diesmal 14,5 Prozent. Die Regierung baut nun auf ihr Steuerpaket.

Als Hauptmotivation für das Wegziehen werden immer noch primär persönliche Gründe, respektive die Wohnung genannt. Zumeist seien gemäss den Befragten Komfort, Zustand und Umfeld der neuen Wohnung besser. In Sachen Mietzins und Lage hingegen hätten sich Basel- Stadt und die restliche Nordwestschweiz offenbar angeglichen.

Bei einer statistischen Detailauswertung zu den beiden Neubausiedlungen Horburghof und Falkensteinerstrasse fiel auf, dass dort überwiegend Baselstädter hin zogen und dass der Anteil Kinder und Jugendlicher über dem Kantonsdurchschnitt liegt. Adäquater Wohnraum locke demnach Familien nach Basel.

Handlungsbedarf für Familienwohnungen

Unter dem Strich jedoch ziehen deutlich mehr Familien aus Basel weg als dass solche zuwandern. Und Familien beurteilten das Wohnungsangebot im Stadtkanton deutlich schlechter als die übrigen Haushalte. Da erkennt die Regierung Handlungsbedarf.

Für die Studie hat das Basler Institut Konso je 1001 freiwillige Telefoninterviews mit Zuziehenden und Wegziehenden zwischen dem 17. Januar und dem 3. April geführt. Es beschränkte sich auf Wanderungen zwischen Basel und der Schweiz, Deutschland und Frankreich - ohne Heim-Ein- und -Austritte oder Asylbewerber. Ergänzend wurden die Wanderungen 1990-2007 statistisch ausgewertet.


Und Familien beurteilten das Wohnungsangebot im Stadtkanton deutlich schlechter als die übrigen Haushalte. Da erkennt die Regierung Handlungsbedarf.
ha!
 

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«Mittelgrosse Wohnungen sind gefragt»

HANS-PETER BISSEGGER, NEUER IMMOBILIENCHEF DER BALOISE, ÜBER WOHNUNGSBAU IN BASEL

Stadtwohnen ist und bleibt ein wichtiges Thema im Standortmarkting Basels. Während die Stadt vor allem auf grosse neue Wohnungen setzt, legt der neue Baloise-Immobilienchef andere Schwerpunkte.
Zoom Kenner des Wohnungsmarkts. Hans-Peter Bissegger (50) ist seit Mai für die Immobilien des Versicherungsunternehmens Baloise verantwortlich. Foto Henry Muchenberger

interview: Patrick Marcolli

Der in Pratteln aufgewachsene
Architekt und Immobilienfachmann Hans-Peter Bissegger (50) ist als Nachfolger von Urs Degen seit Mai für die Immobilien der Baloise verantwortlich. Er kennt den Basler Wohnungsmarkt und erläutert, warum er trotz Skepsis an die Entwicklung der Erlenmatt glaubt und was er als Beitrag der Baloise dazu sieht.

baz: Herr Bissegger, mal angenommen Sie hätten als Privatmann etwa 1,5 Millionen Franken zur Verfügung und könnten dieses Kapital in eine Immobilie in der Nordwestschweiz investieren – wie sähe diese Liegenschaft aus und wo stünde sie?

Hans-Peter Bissegger: Als eher risikoscheuer Anleger würde ich mir einen kleinen Wohnblock mit drei bis vier Wohnungen suchen – wegen der immer noch höheren Steuern in Basel-Stadt vorzugsweise in der stadtnahen Agglomeration.

An Ihnen hätten die Basler Regierung, Logis Bâle und das Basler Standortmarketing gar keine Freude.

Nun, ich muss sagen, dass die Bemühungen der Stadt für qualitativ hochstehenden Wohnungsbau durchaus erkennbar sind und in der Immobilienbranche geschätzt werden.

Zurück zu Ihrem kleinen Wohnblock im Baselbiet: Wie gross wären die Wohnungen?

Es müssten Wohnungen im mittleren Grössen- und Preissegment sein – also dreieinhalb Zimmer mit 90 Quadratmetern bis viereinhalb Zimmer mit 110 Quadratmetern. Bei grösseren Wohnungen wäre eine Investition nicht rentabel.

Die Baloise setzt als institutioneller Anleger genau auf dieses Segment. Warum setzen Sie nicht auf die ganz grossen Wohnungen?

Weil diese einen kleinen Teil des Marktes ausmachen und so die Chancen schmälern, sie vermieten zu können.

Dagegen ist das Angebot im mittleren Segment um ein Vielfaches grösser.

Ja, aber diese Wohnungen sind auf dem Markt gefragt. Sie entsprechen den aktuellen und künftigen gesellschaftlichen Strukturen. Ein Beispiel: Sehr viele Ehepaare lassen sich heutzutage scheiden. Das führt oftmals dazu, dass die Frau mit den Kindern in eine Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung zieht und der Mann in eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Diese Tendenz ist schon klar erkennbar.

Können Sie sich erklären, weshalb dann der Fokus der Wohnbaupolitik von Basel-Stadt klar auf grossen Neubauwohnungen liegt?

Zunächst gesagt: Ich bin froh, nicht Politik machen zu müssen. Entscheidend für mich in der Beurteilung, welche Wohnungsgrössen ideal wären, ist aber der Standort. Nehmen wir als Beispiel die Erlenmatt: Ich persönlich frage mich schon, ob ich als Familie mit drei Kindern in dieses sehr bewegte, multikulturelle Quartier ziehen würde. Wahrscheinlich nicht. Und dies ist nicht einmal eine Frage des Preises. Auch Familien sind bereit, für eine gute, geräumige Wohnung einen grösseren Betrag auszugeben. Aber die Wohnung muss für mich in einem entsprechend ruhigen Quartier liegen.

Folgt daraus: Das Erlenmatt-Projekt ist gescheitert.

Nein, es wird gelingen. Zweifel habe ich lediglich an der Marktfähigkeit der grössten Wohnungen. Aber bei der Erlenmatt geht es ja ebenso um mittelgrosse Wohnungen und um Geschäfts- und Dienstleistungsflächen.

Die Baloise wird gleich vis-à-vis der Erlenmatt ein neues grosses Wohngebäude Ecke Riehenring/Horburgstrasse erstellen. Zunächst: Warum ersetzen Sie die existierenden Wohnungen?

Die 64 Wohnungen in der bestehenden Liegenschaft sind weder zeit- noch marktgerecht. Die durchschnittliche Wohnung ist lediglich 63 Quadratmeter gross – das entspricht den heutigen Bedürfnissen nicht. Ausserdem hat es keine Lifte, veraltete Installationen und eine ungenügende Dämmung der Gebäudehülle.

Stellen Sie den geplanten Wohnblock auch in Zusammenhang mit der Entwicklung auf dem Erlenmatt-Areal?

Selbstverständlich. Wir sehen unsere Investition als Beitrag an die von der Stadt vorangetriebene Entwicklung in diesem Gebiet, sozusagen als «flankierende Massnahme». Wir sollten als institutioneller Anleger auch einmal mutiger sein als ein privater Investor, für den diese Lage vielleicht kurzfristig noch zu riskant und unsicher wäre.

Was wird Ihr Projekt auszeichnen?

Die neuen 78 Wohnungen werden unterschiedlich viele Zimmer haben und durchschnittlich 80 Quadratmeter messen. Der neue, begrünte und ruhige Innenhof wird ausserdem einen schönen Gegensatz bilden zur lebhaften, lauten Umgebung ausserhalb des Gebäudekomplexes. Dieser wird im Übrigen nach dem Minergie-standard gebaut.

Gleich neben Ihrem Neubau befindet sich am Riehenring ein neueres Gebäude von Immobilien Basel-Stadt, das noch nie voll vermietet war.

Wissen Sie, es lässt sich gemeinhin nach zwei, drei Jahren leicht sagen, dass dieses oder jenes neue Gebäude eine Fehlinvestition oder ein Misserfolg ist. Doch wir institutionellen Anleger, also die Baloise Immobilien wie auch Immobilien Basel-Stadt, denken in ganz anderen Zeiträumen. Wir müssen über die nächsten 20 bis 30 Jahre planen und jetzt schon Wohnraum zur Verfügung stellen, der künftigen Ansprüchen genügt.

Welche Indikatoren gibt es, um die Mieter-Bedürfnisse über einen so langfristigen Zeitrahmen überhaupt einschätzen zu können?

Es gibt gesellschaftlich-demografische Indikatoren wie die erwähnten familiären Situationen. Es gibt aber auch zukunftsweisende Architektur, die sowohl diesen gesellschaftlichen Ansprüchen Rechnung trägt als auch energetisch und ökologisch nachhaltig ist. Wir versuchen beides zu berücksichtigen.

«Zweifel habe ich an der Marktfähigkeit der grössten Wohnungen auf der Erlenmatt.»


Die Baloise – in den Top Ten des Schweizer Immobilienmarkts

4,5 milliarden. Das Versicherungsunternehmen Baloise gehört laut Hans-Peter Bissegger zu den Top Ten im Schweizer Immobiliengeschäft. Der Gesamtwert des Baloise-Portfolios betrug Ende 2007 4,5 Milliarden Franken. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Nordwestschweiz. In den Kantonen Basel-Stadt, Baselland und Aargau, befinden sich knapp
30 Prozent des Baloise-Immobilienbesitzes; auf Zürich und die Genfersee-Region entfallen je rund 20 Prozent. Auf den Kanton Basel-Stadt aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Immobilien-Kennzahlen:

> 74 Liegenschaften auf Kantonsgebiet sind in Baloise-Eigentum.
> Der Netto-Mietertrag beträgt rund 43 Millionen Franken pro Jahr.
> Der Marktwert beträgt 684 Millionen Franken (31.12.2007).
> Die vermietbare Fläche beträgt
215 000 Quadratmeter.
> Das Portfolio umfasst in Basel-Stadt 1540 Wohnungen, 107 Läden, 314 Büro-Objekte und 1205 Einstellhallenplätze.
zwei Projekte. Aktuell laufen
bei der Baloise im Kanton Basel-Stadt zwei Neubauprojekte.
Zum einen das im Interview erwähnte Mehrfamilienhaus im Klein-
basel Ecke Riehenring und Horburgstrasse mit 78 Wohnungen (siehe Bild). Erstellt wird diese Liegenschaft von Burckhardt & Partner. In Riehen baut die Baloise zum andern insgesamt 32 Wohnungen am Hirshalm. Zu den Investitionsbeträgen beider Projekte gibt die Baloise keine Auskunft. map


Visualisierung des Baloise-Neubaus am Riehenring.

Quelle: BAZ vom 5.7.08
 
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