SkyscraperCity Forum banner
21 - 40 of 46 Posts

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Und das betrifft auch die energetischen Maßnahmen, die teilweise groteske Züge annehmen und mitunter nur dazu führen, dass die Bewohner im Winter im T-Shirt rumlaufen, wo sie sich sonst vielleicht eine warme Wolldecke geholt hätten.
Na, das dürfte heutzutage schwer vermittelbar sein. An einer nachträglichen Dämmung führt wohl meist kein Weg vorbei. Was her muss ist eine öffentliche Diskussion darüber, wie man architekturverträglich dämmen kann. Wie dick muss Dämmung sein? Kann man von innen dämmen?

Natürlich verpflichtet Eigentum, es zwingt aber keinen es genau so zu erhalten wie es mal war.
Das tut selbst der Denkmalschutz nicht. Das solche Häuser erschließungstechnisch modernisiert werden müssen (Wasser, Strom, Bäder etc.) zweifelt ja auch keiner an. Stilprägendes Interior wie z.B. Holzböden - ob nun Dielen oder Parkett - sollte man in der Regel aber problemlos erhalten können. Hauptsächlich geht es auch um das äußere Erscheinungsbild. Beispiel: Südseite Hannoversche Straße zw. Grenzstr. und Alte Gehägestr.. Hier stehen 8 Arbeiterhäuser im schlichten Heimatstil die den ganzen Straßenzug seit beinahe einem Jahrhundert unverkennbar prägen. Von Denkmalschutz keine Spur, aber immerhin werden die Häuser derzeit fachgerecht saniert.


Oder anders gefragt: muss man modern interpretierten historisch anmutenden Fassaden die Chance geben, sich - nach wohl grob 100 Jahren Stillstand - zu entwickeln und über die Jahre zu finden?
Bei Neubauten? Klar, alles war schon mal da. Warum sollte man sich da nicht auch bei klassischen Baustilen bedienen dürfen. Es gibt auch durchaus Architekten, die das ganz vernünftig können, wie z.B. Sebastian Treese.


Thema "über die Jahre finden": Eine Epoche prägende oder architektonisch bedeutende Bauten in ihrem Erscheinungsbild dauerhaft zu erhalten ist eigentlich Aufgabe des Denkmalschutzes. Dieser pickt sich aber in Hannover vorrangig einzelne exemplarische Bauten heraus und tut sich schwer damit, Bereiche flächendeckend unter Schutz zu stellen.
Beispiel: Berckhusenstraße in Kleefeld. Das Ensemble um den Schaperplatz steht unter Denkmalschutz. Der Bereich (nördl. Straßenseite) zw. Arensborgstr. und Schulze-Delitzsch-Str. allerdings nicht. Auch der Eckbau auf der Südseite Ecke Hoppestr. ist nicht geschützt. Der Verlust dieser Bauten würde aber das ganze Ensemble nachhaltig beeinträchtigen.



Oder schau dir mal die Stolzestr. in der Südstadt an. Du wirst es nicht glauben: der ganze Straßenzug steht nicht unter Denkmalschutz. Jeder Eigentümer darf hier im Prinzip machen was er will!


Oder dieses geradezu groteske Beispiel aus der Teichstr. in Linden:

 

·
Registered
Joined
·
3,047 Posts
Der Ensembleschutz wird eh viel zu wenig beachtet. Ich wohne in Badenstedt. Da gibt es in der Nähe das Nibelungenviertel voller einfacher Siedlungshäuser.
Beispiel Tronjeweg: Da wurde bereits viel umgebaut. Immer aber so wie gehabt, eine Seite traufenständig, eine giebelständig.
Und dann kommen welche, reißen eines der Häuser ab und setzten dort einen quadratischen Kasten hin. Der hat nur ein Flachdach und ragt mit dieser Kante auch noch weit über die Traufen der anderen Häuser hinaus. Und solche Beispiele gibt es in dem Viertel zur Zeit mehrere. Das Ensemble ist hin.
Ich habe mich mal mit einem Architekten darüber gestritten, weil der dort tätig war. Aber wie hier schon öfters geschrieben: Wenn der Bauherr das so will und durch keine Vorschriften eingeschränkt ist, hat er wenig Wahl.
 

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Beim einfachen Siedlungsbau aus der Nachkriegszeit (?) wie im Tronjeweg kann ich jetzt keinen Grund erkennen, das unter Ensembleschutz zu stellen. Man kann schließlich keine Käseglocke über die halbe Stadt stülpen. Da sollte man sich auf das wirklich notwendige konzentrieren.

Und das sehe ich bei Altbauten in Blockrandbebauung und bei meist vornehmeren Wohnhäusern des Heimatstils mit ihren mitunter schönen Fensterläden und Erkern. Im Gegensatz zur klassischen Villa wird bei diesem Bautyp nur selten auf eine stilechte Sanierung geachtet.

Hier nochmal ein Beispiel für den Haustyp um den es ursprünglich ging. Keine Ahnung, ob dass Gebäude jetzt noch so stilecht erhalten ist.


Gleich beim Nachbarhaus kann man sehen, was eine Dämmung und dunkte Dacheindeckung anrichten kann:

 

·
Registered
Joined
·
3,047 Posts
[...]Eine Epoche prägende oder architektonisch bedeutende Bauten in ihrem Erscheinungsbild dauerhaft zu erhalten ist eigentlich Aufgabe des Denkmalschutzes. Dieser pickt sich aber in Hannover vorrangig einzelne exemplarische Bauten heraus und tut sich schwer damit, Bereiche flächendeckend unter Schutz zu stellen.
[...]
Beim einfachen Siedlungsbau aus der Nachkriegszeit (?) wie im Tronjeweg kann ich jetzt keinen Grund erkennen, das unter Ensembleschutz zu stellen. Man kann schließlich keine Käseglocke über die halbe Stadt stülpen. Da sollte man sich auf das wirklich notwendige konzentrieren.

Und das sehe ich bei Altbauten in Blockrandbebauung und bei meist vornehmeren Wohnhäusern des Heimatstils mit ihren mitunter schönen Fensterläden und Erkern. Im Gegensatz zur klassischen Villa wird bei diesem Bautyp nur selten auf eine stilechte Sanierung geachtet.
[...]
Im ersten Zitat argumentierst du von prägenden Bauten einer Epoche. Im zweiten gehst du nach deinem eigenen Geschmack.
Auch, oder vielleicht sogar gerade, einfache Häuser haben einer Zeit ihren Stempel aufgedrückt. In Bezug auf Vorkriegsbauten hast du das selber festgestellt. Nun sind die ersten Nachkriegshäuser und -wohngebiete auch schon 70 Jahre alt. Spätestens da rollt dann die zweite Sanierungswelle rüber und verändert sie entscheidend. In gut 20 Jahren werden die auch 100 Jahre alt sein. Nun kann man darüber streiten, ob sie genauso schön sind, wie Gründerzeitbauten. Wenn man Denkmalschutz ernst nimmt, gehören sie dennoch erhalten.
Ich habe dabei gar nicht von Denkmalschutz gesprochen, aber in einer Bausatzung festzulegen, dass man Neu- oder Umbauten so macht, dass sie ins Ensemble passen (z.B. durch die Festlegung von Traufenhöhen etc.) stellt keine Überforderung der Besitzer dar und wahrt dennoch den Charakter eines Viertels!
 

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Stimmt, Bausatzungen wären bei solchen Siedlungen natürlich ein Mittel, Wildwuchs zu stoppen. Und natürlich haben die "einfachen Häuser" der Nachkriegszeit der Stadt ihren Stempel aufgedrückt, aber muss man solche Siedlungen deshalb in ihrer Gesamtwirkung erhalten? Schwieriges Thema.
Geht es nicht immer vorrangig erst einmal um den ästhetischen Anspruch? Wo siehst du den da, z.B. im Vergleich zu den Arbeiterhäusern in der Emsstr. in Döhren oder auch nur den Nachkriegs-Reihenhäusern in der Gleiwitzer Str. in Mittelfeld? Um den Erhalt von Hochhaussiedlungen wie Mühlenberg würde sich ja auch keiner scheren, nur weil die Blöcke da schon ein paar Jahrzehnte stehen.

Ursprung dieser Diskussion ist zur Erinnerung dieses Gebäude in der Colmarstr., dem man seinen ursprünglichen Zustand bis auf die Fensterländen an der Ostseite offensichtlich überhaupt nicht mehr ansehen konnte. Macht einen traurigen Eindruck:

Google Maps
 

·
Registered
Joined
·
3,047 Posts
[...]
Geht es nicht immer vorrangig erst einmal um den ästhetischen Anspruch? [...]
Ja. Und nein. Denn wenn es darum geht, brauchen wir keinen Denkmalschutz. Das, was jeder als ästhetisch wertvoll betrachtet, erhält er auch.
Ich glaube, so weit weg sind wir gar nicht voneinander. Mich ärgert es halt, dass im besagten Viertel einige wenige in ihrem billigen Protzgehabe aus der Reihe tanzen wollen und damit einen eigentlich angenehm anzusehenden, weil einheitlichen, Straßenzug zerstören.
 

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Aus der Reihe zu tanzen ist in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr verboten. 🧐

Das es beim Denkmalschutz nicht ausschließlich um Ästhetik geht versteht sich von selbst.
 

·
Registered
Joined
·
3,047 Posts
"
Protest gegen Abriss von historischem Haus am Lindener Markt

Ein Investor will ein historisches Haus samt Hinterhofbauten an der Davenstedter Straße in Linden-Mitte durch einen Neubau ersetzen. Betroffen sind sieben Mietparteien und eine Künstlergruppe. Die Stadt Hannover will das Gebäude nun mit einer Erhaltungssatzung schützen – Denkmalschutz besteht aber nicht.

Das Haus an der Davenstedter Straße 7 (links) soll samt Hinterhofbauten abgerissen werden.


Das Haus an der Davenstedter Straße 7 (links) soll samt Hinterhofbauten abgerissen werden. Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover
Um die 140 Jahre alt ist das Wohnhaus an der Davenstedter Straße 7. Nun plant ein Investor den Abriss des dreigeschossigen

"
Mehr hier, hinter dem €:

Immerhin:
"Die Stadt hat ihrerseits auf die Neubaupläne reagiert: Sie bereitet eine sogenannte Erhaltungssatzung vor, die sicherstellen soll, dass ein Abriss des historischen Hauses mit der Nummer 7 und weiterer Häuser in dem Quartier, die zur gleichen Zeit entstanden sind, nicht ohne Weiteres möglich ist."

"In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer trugen die Betroffenen ihre Sorgen vor. Zugleich hatte die Stadt eine Drucksache vorgelegt, mit der die Politikerinnen und Politiker die Erhaltungssatzung einstimmig auf den Weg brachten. „Das darf man nicht mit Denkmalschutz verwechseln“, betonte Stadtplanerin Caren Winters. Diese Verfahren seien schon vor vielen Jahren abgeschlossen worden. Als seinerzeit über denkmalgeschützte Gebäude in Linden-Mitte entschieden wurde, wählten die Fachleute oft prächtige Gründerzeitbauten aus. Aber auch die im Backsteinstil erbaute heutige Grundschule Lindener Markt von 1885 bekam das Denkmalsiegel. Kein Denkmalschutz, aber Erhaltungssatzung geplant: Bisher sei nicht erkennbar, dass die zuständigen Behörden weitere Bauten im Quartier in die Denkmallisten aufnehmen würden, sagte Winters. Gleichwohl sieht die Stadt das Wohnhaus an der Davenstedter Straße 7 im Ensemble mit den Häusern Nummer 9 und 11 als „charakteristisch für die städtebauliche Struktur des auslaufenden 19. Jahrhunderts an“. Sie seien älter als die Gründerzeitbauten am Lindener Markt und lägen in einem Abschnitt der Davenstedter Straße, der als ehemalige Dorfstraße nach Linden führte, heißt es in der Drucksache. Diese „städtebauliche Eigenart“ der historisch gewachsenen Strukturen solle mit der Erhaltungssatzung geschützt werden. Aufmerksam geworden war die Bauverwaltung allerdings erst, als sie eine Bauvoranfrage für das geplante Mehrfamilienhaus auf den Tisch bekam. Diese sei abgelehnt worden, weil der Neubauentwurf sich nicht hinreichend in die Umgebung einfüge, berichtete Winters. Das schließe aber nicht aus, dass der Bauherr seine Pläne überarbeite und einen neuen Versuch unternehme."

"Für einen Abriss der Altbauten ist derzeit keine gesonderte Genehmigung erforderlich. Ein Jahr keine Veränderungen erlaubt: Das ändert sich mit der Erhaltungssatzung. Laut Winters kann eine solche Regelung zwar nicht grundsätzlich verhindern, dass alte Gebäude abgebrochen werden. Allerdings kann die Bauverwaltung damit festlegen, in welcher Form sie wieder aufgebaut werden müssen, sodass das optische Erscheinungsbild weitgehend erhalten bliebe. Bis die Satzung Rechtskraft hat, darf ein Jahr lang nichts am gegenwärtigen Zustand verändert werden."
So was meine ich. Wenn es sich in die Umgebung einpasst, kann auch ein Neubau entstehen. Das macht man nun bei Häusern aus der Jahrhundertwende.
 

·
Schnellfahrer
Joined
·
12,778 Posts
Wenn man sich die umliegenden Häuser mal ansieht, ist es zwar bedauerlich das man es so umgebaut hat, aber in der Ecke steht alles möglich an Typen und Jahrzehnten, Modernisiert oder auch nicht.
 

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Wenn man sich die umliegenden Häuser mal ansieht, ist es zwar bedauerlich das man es so umgebaut hat, aber in der Ecke steht alles möglich an Typen und Jahrzehnten, Modernisiert oder auch nicht.
In Kirchrode ist dieser Haustyp recht weit verbreitet. Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, wenn der Stadtteil sein (wo noch vorhanden) charakteristisches Erscheinungsbild behält. Gegen historisierende Neubauten hingegen gibt es nichts einzuwenden. Leider wird dieses Bauen an der Uni offensichtlich nicht mehr hinreichend vermittelt - wofür dieser Umbau ein gutes Beispiel ist!


Noch mal die NP. Man scheint sich einig zu sein, dass hier Großes vollbracht wurde:

Fassadenwettbewerb 2021 gewonnen: Das Haus in der Colmarstraße in Hannover-Kirchrode


Gartenansicht vor dem Umbau: Das Haus des ehemaligen Annastift-Chefarztes Bruno Valentin in der heutigen Colmarstraße 5, Hannover-Kirchrode. Es hat 2021 nach Umbau den Fassadenwettbewerb von Haus Grundeigentum und Maler- und Lackiererinnung gewonnen.
Quelle: Conrad von Meding (Repro)


Das Gewinnerhaus an der Colmarstraße in Hannover-Kirchrode nach dem Umbau.
Quelle: Rainer Dröse


Straßenansicht vor dem Umbau: Das Haus des ehemaligen Annastift-Chefarztes Bruno Valentin in der heutigen Colmarstraße 5, Hannover-Kirchrode. Es hat 2021 nach Umbau den Fassadenwettbewerb von Haus Grundeigentum und Maler- und Lackiererinnung gewonnen.
Quelle: Rainer Dröse


Straßenansicht vor dem Umbau: Das Haus des ehemaligen Annastift-Chefarztes Bruno Valentin in der heutigen Colmarstraße 5, Hannover-Kirchrode. Es hat 2021 nach Umbau den Fassadenwettbewerb von Haus Grundeigentum und Maler- und Lackiererinnung gewonnen.
Quelle: Rainer Dröse


Viel zu tun vor dem Umbau: Das Haus des ehemaligen Annastift-Chefarztes Bruno Valentin in der heutigen Colmarstraße 5, Hannover-Kirchrode. Es hat 2021 nach Umbau den Fassadenwettbewerb von Haus Grundeigentum und Maler- und Lackiererinnung gewonnen.
Quelle: Rainer Dröse

Quelle: Fassadenwettbewerb 2021 gewonnen: Das Haus in der Colmarstraße in Hannover-Kirchrode – NP - Neue Presse
 

·
Schnellfahrer
Joined
·
12,778 Posts
Ist das eine ernsthaft gemeinte Frage?

Man hätte das Gebäude fachgerecht wieder herstellen sollen. Die neue Fassade sieht aus wie von Disney.
Da der Wunsch nach Retrobauten steigt, sollten sich Unis entsprechend drauf einstellen.
Ja, denn wie schon geschrieben, den der es fachgerecht herrichten will den muss man erst mal finden. Meistens finden sich solche Leute nur nicht und dann ist die Frage: Warten bis es nur noch abgerissen werden kann oder eben was draus machen was du dann Disney nennst.
 

·
100 Jahre Hille
Joined
·
2,471 Posts
Hm, warum haltet ihr euch bei diesem Gebäude auf, wo es doch weit andere Beispiele gibt? ich finds gut gemacht, man kann es schlimmer machen und es ist vorbildlich mit Wärmepumpe (kann ich nur empfehlen). Es wird immer mehr in die Richtung gehen müssen und sowas ist dann schon besser als einfach Styropor über Stuck - wie man es in den größeren Stadtteilen beobachten kann.
 
  • Like
Reactions: Orakel and Queron

·
Registered
Joined
·
1,823 Posts
Ja, denn wie schon geschrieben, den der es fachgerecht herrichten will den muss man erst mal finden.
Stimmt, leider!

... und sowas ist dann schon besser als einfach Styropor über Stuck - wie man es in den größeren Stadtteilen beobachten kann.
Stimmt, leider!

Willkommen zurück! (y)
Bitte melde dich doch zukünftig mal wieder öfter zu Wort. Mehr Vielfalt könnte diese Forum gut gebrauchen.
 

·
Bitte mal genau hingucken
Joined
·
599 Posts
Discussion Starter · #38 ·
Ich bin wieder mal ziemlich erschüttert. An Viergrenzen gibt es diesen tollen Bau der 20er Jahre, der als Kopfbau für eine ganze Zeile längs der Podbi dient. Der Kopf ist wirklich gut in Schuss mit den richtigen Fenstern, auch die Ladenzone unten ist hinsichtlich der Schaufensterfronten und der Anbringung der Werbung ganz ordentlich gemacht:


Weiter nach links sieht man sehr schön, was passiert, wenn die Fenster nicht mehr stimmen. Gerade weil hier schon weniger Gliederung als beim Kopfbau vorhanden ist, ist der Verlust der Fenstersprossen besonders bitter.


Nochmal eins nach links ist dann die Farbfassung seit langem in die Hose gegangen, allein die weiß (im Erdgeschoss gelb) übergetünchten expressionistischen Fenstereinfassungen tun richtig weh. Und mit nochmal einer Sprosse weniger sind die Fenster einfach nur noch banale Höhlen.


Und jetzt kommt der Klopfer. Der letzte Abschnitt zeigt sich frisch ausgerüstet. Und statt die vorher schon etwas entstellte Fassade in den Originalzustand zu versetzen, wurde nun alles in ein Wärmedämmverbundsystem gehüllt. Die expressionistischen Gewände sind weg, stattdessen banale Farbflächen in Altefrauenstützstrumpfbeige auf der völlig entstellten Fassade. Vom Erdgeschoss müssen wir hier wie beim gelben Nachbarn gar nicht mehr reden. Wer hat so etwas zu verantworten, wer agiert so unsensibel und hirnlos?
 

·
Banned
Joined
·
14,819 Posts
Gibt Schlimmeres.

Bitte melde dich doch zukünftig mal wieder öfter zu Wort. Mehr Vielfalt könnte diese Forum gut gebrauchen.
Als ob ich keine Bereicherung wäre. :rolleyes:
 

·
Registered
Joined
·
3,047 Posts
@ Bra:
Das mit der überdämmten Fassade sieht man leider immer wieder. Spontan fällt mir die Ecke Limmerstraße / Steigertahlstraße ein.
Und Fenster? Ja. Die werden eh nicht beachtet.
Wobei ich dazu sagen muss, dass ich in einem denkmalgeschützen Haus wohne und bei uns alle Fenster erneuert wurden. Mit echten Sprossen. Ich muss nun insgesamt mehrere hundert einzelne Flächen putzen, wenn ich die Fenster reinigen will. Gleichzeitig ist die eigentliche Glasfläche durch die Sprossen um die Hälfte reduziert worden. Das merkt man am Lichteinfall deutlich.
Ich bin daher etwas zwiegespalten...
 
21 - 40 of 46 Posts
Top