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Discussion Starter #1
Was die deutschen scheinbar seit Äonen nicht geschissen bekommen, wollen jetzt die Franzosen regeln. Die zweite Elbquerung im Westen von Hamburg.

Der Französosche Konzern "Vinci" hat dem Bund sowie den involvierten Bundesländern ein Angebot vorgelegt, wonach die geplante Autobahn von Bad-Segeberg nach Bremerhaven nebst neuem Elbtunnel und einer Abszweigung nach HH innerhalb von 5 Jahren fertiggestellt werden soll...

Was Vinci dafür möchte 50 Jahre Anteile an der LKW Maut errichten und zusätzlich Mautstellen für PKWs installieren
 

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Hm, ich denke die PKW Maut kommt eh in den nächsten Jahren. Von daher finde ich das Angebot mit 5 Jahren wirklich super! Solange das nicht so ein Desaster wird wie auf der A1!
 

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Hab hier den Bericht dazu von der KN:
http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Landespolitik/Schleswig-Holstein-franzoesischer-Konzern-Vinci-will-A20-in-fuenf-Jahren-bauen

PKW-Maut ist nur für den Tunnel vorgesehen. Tunnelmaut-Kosten PKW: 2€, LKW 12€.
Das größte Problem ist, das nur die Strecke von Segeberg bis zur A7 baureif ist, der Rest noch nicht. Der Konzern möchte 2015 anfangen zu bauen und 2020 fertig sein. Da wird es schwierig, für die restliche Strecke die Planfeststellung rechtzeitig fertig zu kriegen.
 

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Ja, da kommen sicherlich noch die ganzen Umweltschützer, so viel Natur wie da zerstört wird. Probleme mit Anwohner wird es wohl weniger geben, nur höhe Bad Segeberg gibt es schon eine Weile Streit darum.
 

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I ♥ Stockholm
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Das größte Problem sehe ich darin, dass es schlicht keinen Bedarf für eine Autobahn gibt, eine gut ausgebaute Bundesstraße würde durchaus reichen. Das gleiche gilt für den Tunnel: das zu erwartende Verkehrsaufkommen rechtfertigt den nicht. Ich würde mir an Stelle des Bundes das Angebot sehr genau ansehen. Soweit ich weiß soll der Bund immer noch eine Milliarde zuschießen - das ist immer noch zuviel.
 

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Die Autobahn wird sich lohnen.
1.: Als Umfahrung für den Elbtunnel in Hamburg und für Hamburg selbst. Ist dringends nötig. Das wird den Verkehr Richtung Skandinavien richtig beschleunigen.
2.: Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, die durch den Tunnel ersetzt wird, ist in Spitzenzeiten überlastet und kostet Geld. Die Maut für den Tunnel wird sogar günstiger als für die Fähre.
3.: Neue und schnelle Weg von Ost nach West. Lohnt sich besonders für die Häfen Bremerhaven, Jade Weser Port, Lübeck und Kiel. Rostock wird auch profitieren, aber deren Ladung hat meistens andere Ziele, Richtung Süden.

Was für Argumente sprechen deiner Meinung nach dagegen?
 

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Discussion Starter #8
Was für Argumente sprechen deiner Meinung nach dagegen?
Die Streckenführung eventuell. Verläuft für mein (unsachliches) dafürhalten zu weit nördlich. Man kürzt nicht ab, sondern fährt auf dem Weg nach Südwesten/Nordosten eher einen Umweg. Und wenn die Fehmarn-Lolland Brücke im Betrieb ist, stellt diese Führung keine Alternative da. Der ganze Skandinavienverkehr wird dann erst recht den Weg durch HH nehmen
 

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Der Weg ist zwar länger, aber dafür schneller. Wen man durch Hamburg fährt, brauch man schon dafür eine Stunde. Die A20 verläuft zwar nördlicher, aber das ist auch ihr Vorteil. Wäre die A20 näher an Hamburg dran, müsste sie auch Vorortverkehr aufnehmen. So fahren die meisten nur durch. Weniger Verkehr, höheres Tempo.
 

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I ♥ Stockholm
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Die Autobahn wird sich lohnen.
1.: Als Umfahrung für den Elbtunnel in Hamburg und für Hamburg selbst. Ist dringends nötig. Das wird den Verkehr Richtung Skandinavien richtig beschleunigen.
Die Entlastung des Elbtunnels wurde auf maximal 10% taxiert. Das wird an der Überlastung des Elbtunnels nichts ändern. Und selbst wenn es eine spürbare Veränderung geben würde: sie würde gleich wieder dadurch kompensiert, dass es wieder bequemer wird, den Elbtunnel zu benutzen. Wirklich sinnvoll wäre es, den Güterverkehr teilweise auf die Schiene zu verlagern und den Hamburger Binnenverkehr aus dem Tunnel zu holen. Die Milliarden wären darin viel, viel besser angelegt.

2.: Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, die durch den Tunnel ersetzt wird, ist in Spitzenzeiten überlastet und kostet Geld. Die Maut für den Tunnel wird sogar günstiger als für die Fähre.
Das bisschen Ersparnis rechtfertigt aber keine Investition in Milliardenhöhe und folgende erhebliche Unterhaltskosten. Übrigens bedeutet das aber auch, dass Arbeitsplätze auf den Fähren entfallen werden. Aus volkswirtschaftlicher Sicht also eher ein Schaden. Siehe Wesertunnel: die wirtschaftlichen Erwartungen haben sich überhaupt nicht erfüllt, Arbeitsplätze sind keine entstanden - aber es sind welche weggefallen.

3.: Neue und schnelle Weg von Ost nach West. Lohnt sich besonders für die Häfen Bremerhaven, Jade Weser Port, Lübeck und Kiel. Rostock wird auch profitieren, aber deren Ladung hat meistens andere Ziele, Richtung Süden.
Für die es keinen Bedarf gibt. Für den Hafenhinterlandverkehr ist die A20 ein erheblicher Umweg und schlicht nutzlos - das hat bereits die erste Untersuchung zur A20 ergeben. Vor allem: das logistische Zentrum Hamburgs liegt südlich der Elbe, warum soll ich zweimal die Elbe queren? Der "wachsende Osteuropaverkehr", von dem immer wieder fabuliert wird, findet auf der Straße nicht statt. Das Stück A20 an der polnischen Grenze wird von ein paar Hundert LKW am Tag befahren. Der Verkehr findet doch auf dem Wasser und der Schiene statt; der Jade-Weser-Port soll mehr als 3/4 der Güter per Feederschiff umschlagen, einen Großteil des Rests per Schiene. Ab Rotterdam gehen die Waren per Schiene und Feederschiff in den Osten. Maersk bindet demnächst den ersten seiner großen Pötte sogar direkt nach Polen durch.

Ich habe ja auch nichts gegen eine bessere Verbindung. Aber da reicht eine gute ausgebaute Bundesstraße (vielleicht dreispurig, teilweise vierspurig) mit einem ausgebauten Fährverkehr meiner Meinung nach völlig aus. Und dadurch würden auch Arbeitsplätze entstehen. Normalerweise baut man Autobahnen erst ab 25000 PKW am Tag. Da kommt die Prognose nicht ran. Und bisher haben sich die Prognosen zur A20 und auch zum ähnlichen Wesertunnel als maßlos überzogen erwiesen.

Was für Argumente sprechen deiner Meinung nach dagegen?
Die Baukosten, der Verlust von Arbeitsplätzen, die laufenden Unterhaltungskosten. Und der erzeugte Verkehr. Ja, ich glaube wirklich, dass Verkehr erzeugt wird. Denn man macht es den Leuten bequemer weite Strecken mit dem Auto zurückzulegen. Nach der Fertigstellung werden sicherlich entlang der Strecke große Einkaufszentren enstehen. Das sorgt aber nur dafür, dass die Leute länger fahren, um das gleiche zu erledigen. Bedeutet eine stärkere Belastung des restlichen Straßennetzes und sinnloser Verbrauch von Energie.
 

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Das ist eine Diskussion wie zu jeden Projekt. Anhang der Argumente erkennt man, wie man das Projekt findet.

Den vollen Nutzen wird die A20 bei Endausbau haben. Der neue Elbtunnel wird mit Sicherheit besser angenommen. Unternehmen und viele Menschen, z.B. ich, werden sicher ein paar Euro zahlen um nicht im Stau zu stehen.

Einkaufszentren werden sicher nicht kommen, davon hat Schleswig-Holstein genug. Es werden aber mit großer Wahrscheinlichkeit Gewerbeparks entlang der Autobahn entstehen. Und das bedeutet Arbeitsplätze und Einnahmen.

Der Wesertunnel hat nicht den großen Erfolg, da er schlecht an das überörtliche System angeschlossen ist. Das wird sich durch die A20 ändern.
 

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✪ ALPHA-KEVIN ✪
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nach einem kurzen blick auf google earth sehe ich das ganz ähnlich wie tomkyle - die autobahn dort braucht kein mensch, das ganze scheint mir nur ein sinnlosförderprojekt für eine strukturschwache region zu sein (in diesem fall samt üblicherweise "schlecht" ausgearbeiteten abzockverträgen zwischen staat und privatwirtschaft). ich sehe einfach nicht welcher überregionale verkehr diese autobahn samt elbquerung nutzen soll (von ein paar lübecker/rostocker hollandurlaubern möglicherweise mal abgesehehn sobald die strecke eines tages komplett ausgebaut sein wird; btw. was ist mit dem stück westlich von bremerhaven? das sieht auf der welt-karte auch nach autobahn aus).
kaum ein autofahrer wird bereit sein einen umweg zu fahren, um dann auch noch tunnelmaut zu zahlen. die meisten werden es da eher riskieren 20minuten im stau vorm elbtunnel zu stehen. das wirft dann natürlich wieder fragen nach der wahren motivation des vorschlags von vinci auf, da auch ihnen klar sein wird das die verkehrsprognosen mit sicherheit nicht erfüllt oder gar übertroffen werden..
2milliarden euro gesamtinvestitionskosten für rund 150kilometer autobahn samt 6,5km tunnel, wie im welt-bericht erwähnt, halte ich übrigens auch für völlig unrealistisch.
 

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Ich nehme an, eine "Nordtangente" für Hamburg wäre erheblich sinnvoller, z.B. von Pinneberg nach Stade, am Besten bis zur A1/Bargteheide durchgebunden. Das würde wohl erheblich mehr Entlastung für den Elbtunnel bringen, gleichzeitig den Verkehr von Bremerhaven Richtung Skandinavien/Polen besser bedienen als die Nordroute und für den Verkehr Flensburg-Bremerhaven keine wirklich schlechtere Alternative als die geplante A20 bedeuten.
 

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Von der A20 westlich von Hamburg und der ganzen Umgehung im Norden erhoffen sich Niedersachsen und Bremen eine bessere Anbindung, aber vor allem auch Wilhemshaven mit dem Jase Weser Port. Der Verkehr dürfte wohl nicht so stark werden, das stimmt. Aber wohl immernoch mehr als bei der A20 In Meckpomm.
 

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@thun: Dein Streckenvorschlag läuft durch bebautes, oder in der Nähe, Gebiet und Landschaftsschutzgebiete. Das würde um einiges teurer werden und Proteste wird es mit großer Wahrscheinlichkeit geben, mehr als bei der A20.

Welche Streckenführung auch den Elbtunnel entlasten würde, wäre eine Verlängerung der A21. Aber das ist in der Prioritätenliste nicht ganz so weit oben und soll überhaupt erst bei Fertigstellung der A39 in Angriff genommen werden.
Hier mal eine Karte mit den Autobahnen in und um Hamburg:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_20
Was in der Karte fehlt, ist die A26 bis zur A1.
Es gibt auch Planungen die A21 bis zur A7 zu Verlängern, ist aber zurzeit nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten. Das würde die größte Entlastung für den Elbtunnel bedeuten.
 

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@thun: Dein Streckenvorschlag läuft durch bebautes, oder in der Nähe, Gebiet und Landschaftsschutzgebiete. Das würde um einiges teurer werden und Proteste wird es mit großer Wahrscheinlichkeit geben, mehr als bei der A20.
Das ist in Ballungsräumen nicht zu vermeiden. Wenn ich keine Autobahn in der Nähe möchte, dann muss ich halt nach Brandenburg ziehen. Außerdem heißt ja "teurer" nicht automatisch unwirtschaftlicher, wenn bei so einer Streckenführung, die nicht ausschließlich Modder durchquert, überhaupt erst nennenswertes Verkehrsaufkommen erreicht wird, sogar ganz im Gegenteil.
 

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wenn man sich die Karte so anschaut, wäre der Bau der A21 östlich von Hamburg sinnvoller zur Entlastung von HH und so auch dem Elbtunnel. Sie stellt ja quasi einen Halbring um Hamburg da.
Wenn sie nördlich bis Kiel fertig ist, könnte der Verkehr aus Dänemark kommend mehr oder weniger auf diese Alternativstrecke umgeleitet werden. Der Verkehr von der Fehmanbeltquerung dann sowieso an dem Kreuz der A1/A21.

Uuuund wenn man jetzt noch die A21 nördlich von Lüneburg(Kreuz A21/A39) an die A7 Anschließen würde (Was zwar geplant aber mit der wohl niedrigsten Dringlichkeit Überhaupt http://www.autobahnatlas-online.de/A21.htm) bzw Endlich die A39 (Lüneburg - Wolfsburg) bauen würde, würde die A39 bei Salzgitter ja sowieso mit der A7 verschmelzen. Somit wäre nahezu die Komplette A7 von Rendsburg bis hinter Hannover entlastet.
Ergo auf die A7/Elbtunnel brauch man "nurnoch" wenn man von Norden nach Bremen (oder umgekehrt) will oder wenn man nach (west-)Hamburg bzw zum Hafen will.
TADA :)
 

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✪ ALPHA-KEVIN ✪
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die wunschliste mag groß, aber die prioritäten sollten doch eigentlich recht klar sein.
da sehe ich die A21 von bargteheide nach lüneburg samt südwestlicher verlängerung zum anschluss an die A7 mit weitem abstand ganz vorne. es ist mir völlig unverständlich wieso diese planungen so niedrig priorisiert sind. bzw wieso das franzosenkonsortium nicht diese strecke, anstatt der eher nutzlosen A20, bauen will. thema franzosen.. gibt es von denen irgend etwas neues zu vermelden?
 
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